Märkte / Aktien

Börse schliesst mit Gewinnen

Die Aussicht auf Konjunkturhilfen belebt die Märkte. Ab Wochenmitte stehen die Zentralbanken im Fokus.

(AWP/Reuters/VA) Die Schweizer Börse legte zum Wochenanfang zu. Der Leitindex SMI (SMI 10190.37 1.14%) und der breite SPI (SXGE 12563.68 0.82%) verzeichneten am Montag robuste Gewinne.

Unter den Blue Chips avancierten insbesondere LafargeHolcim (LHN 43.64 1.92%), Swiss Life (SLHN 380.1 3.46%), Richemont (CFR 65.22 6.99%) und Lonza (LONN 468.5 -0.02%). Nestlé (NESN 102.6 -0.16%) schlossen auf Allzeithoch.

Alcon (ALC 61.08 0.2%) waren gesucht, nachdem der Konzern gemeldet hatte, in den USA eine neuartige Tageslinse zu lancieren. am Mittwoch präsentiert Alcon als letztes SMI-Unternehmen Halbjahreszahlen.

Geberit (GEBN 479.7 0.33%) konnten sich nach der Herabstufung durch Baader Helvea und DZ Bank wieder erholen.

Im breiten Markt avancierten Orior (ORON 74.7 -2.73%). Der Fleischveredler konnte in einem schwierigen Umfeld den Halbjahresgewinn steigern. Metall Zug gaben dagegen nach. Die Industriegruppe schrieb im ersten Semester rote Zahlen.

Hoffen auf die Zentralbanken

In Erwartung weiterer Geldspritzen der Notenbanken hatten sich Anleger bereits zum Ende der vergangenen Woche hin aus der Deckung getraut.

So zogen sie sich am Montag auch aus der «Antikrisen-Währung» Gold (Gold 1685.48 -1.67%) zurück. Das Edelmetall verbilligte sich rund 1% und rutschte unter die Marke von 1500 $ je Feinunze.

Vor der Veröffentlichung des Protokolls zur jüngsten Zinssitzung der US-Notenbank Fed am Mittwochabend dürften sich Investoren allerdings vorsichtig verhalten.

Ab Donnerstag treffen sich die wichtigsten Zentralbanker und Finanzminister zu ihrer jährlichen Tagung im US-Kurort Jackson Hole. Die Erwartungen sind hoch und tragen entsprechendes Enttäuschungspotenzial in sich.

Mit den jüngsten Inflationszahlen für die Eurozone steigt auch der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB). Im Juli stiegen die Verbraucherpreise lediglich 1% (EZB-Ziel: 2%). Experten gehen inzwischen fest davon aus, dass die EZB auf ihrer September-Sitzung ihre Geldpolitik weiter lockern wird.

Die Schweizerische Nationalbank hat indessen so stark am Devisenmarkt interveniert wie zuletzt 2017. Damit versucht sie offenbar den Eurokurs über 1.08 zu halten.

Handelsstreit und Hongkong

Die Marktteilnehmer hoffen zudem auf Fortschritte zur Beilegung des US-chinesischen Handelsstreits. US-Präsident Donald Trump will sich dabei allerdings Zeit lassen. Er wolle zunächst sehen, wie Peking mit den Protesten in Hongkong umgehe.

Diese haben offenbar auch Auswirkungen auf die Börsenpläne von Chinas grösstem Online-Einzelhändler Alibaba (BABA 219.55 0.69%). Die Überlegungen zur angestrebten 15 Mrd. $ schweren Zweitkotierung in Hongkong seien «im Fluss», sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Es würden verschiedene Zeitpläne erwogen.