Märkte / Aktien

SMI schliesst etwas fester – zeitweise über 10’400

Der Schweizer Aktienmarkt kommt von seinem Allzeithoch zurück. Vor allem Roche und die Luxusgütertitel gewinnen. Sonova geben klar nach.

(AWP/SPU) Dem Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag während seiner Klettertour die Luft ausgegangen. Im frühen Handel markierte der Swiss Market Index SMI (SMI 10205.46 -2.92%) noch ein weiteres Rekordhoch bei 10’423 Punkten. Am Nachmittag schaltete der Leitindex gleich mehrere Gänge zurück. Bei Handelsende in Zürich konnte sich der Leitindex jedoch im Plus halten.

In New York zeigten sich die Anleger ebenfalls zurückhaltend. Die drei Wallstreet-Indizes tendierten bei Börsenschluss in Europa mehrheitlich etwas leichter. Der Dow Jones (Dow Jones 25766.64 -4.42%) verlor 0,3%. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2978.76 -4.42%) gab 0,1% nach. Und der Nasdaq Composite der US-Technologiebörse handelte indes 0,1% im Plus.

Nach wie vor bleibt der Zollstreit zwischen den USA und China eine treibende Kraft für die Märkte. Händler verwiesen vermehrt darauf, dass die Zeit für eine Einigung langsam knapp werde. Immerhin drohe für Mitte Dezember die Einführung neuer Strafzölle auf chinesische Importe. Daher bleibt die Hoffnung, dass sich die beiden Seiten bis dahin auf eine erste Phase einigen können. Sollte es dagegen zu weiteren Zöllen kommen, droht eine Korrektur an den Börsen. Als Zeichen des guten Willens wurde die Meldung der US-Regierung interpretiert, die es US-Unternehmen für weitere neunzig Tage ermöglicht, Geschäfte mit Huawei zu machen.

Luxusgüteraktien gefragt

Im Schweizer Leitindex avancierten die meisten Valoren über weite Strecken, ehe sie am Nachmittag von ihren Tageshöchstständen zurückkamen. Gewinne fuhren die Aktien von Swatch Group (UHR 227.8 -3.11%) und Richemont (CFR 66.02 -4.07%) ein. Die zuvor veröffentlichten Daten über die Uhrenexporte im Oktober waren zwar gemischt. Gesamthaft legten sie dennoch leicht zu, was Analysten mit Blick auf die hohe Vergleichsbasis aus dem Vorjahr so nicht erwartet hatten. Wie von Händlern zu hören war, setzen Marktteilnehmer bei Richemont darüber hinaus auf ein starkes Weihnachtsgeschäft.

Auch Alcon (ALC 60.6 -2.26%) schlossen fester. Der Spezialist für Augenheilmedikamente legt am Abend Schweizer Zeit Quartalszahlen vor.

Die Finanzwerte präsentierten sich stabil bis freundlich. Die Versicherertitel um Zurich Insurance (ZURN 390.4 -4.01%), Swiss Re (SREN 94.96 -3.89%) und Swiss Life (SLHN 445 -4.12%) tendierten nach oben. Die Aktien der beiden Grossbanken UBS (UBSG 11.07 -5.3%) und Credit Suisse (CSGN 11.39 -5.98%) konnten ihre Gewinne aber nur teilweise halten.

Dass sich die Genussscheine von Roche (ROG 322.45 -2.63%) überdurchschnittlich gut hielten, erklärten Investoren mit dem leicht schwächeren Abschneiden in der Vorwoche. Da gebe es nun ein gewisses Aufholpotenzial. Die Aktien von Branchenkollege Novartis (NOVN 85.05 -1.61%) schlossen stabil. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, der Pharmakonzern führe mit dem US-Unternehmen Medicines Übernahmegespräche. Nestlé (NESN 101.76 -2.81%) blieben hinter dem Gesamtmarkt zurück. Lonza (LONN 397.9 -2.69%) waren die grössten Verlierer im SMI.

Sonova unter Druck

Sonova (SOON 236.6 -2.43%) gaben nach Zahlen deutlich nach. Der Hörsystemhersteller hatte im ersten Halbjahr 2019/20 sowohl den Umsatz als auch den Gewinn deutlich gesteigert. Vor diesem Hintergrund wurde der Ausblick zum Umsatz und zum bereinigten Ebita für das Gesamtjahr nach oben korrigiert. Die Aktien litten unter Gewinnmitnahmen.

Fester entwickelten sich die Aktien des Vermögensverwalters Julius Bär (BAER 41.65 -4.54%). Zwar hatte das Institut in den ersten zehn Monaten 2019 die verwalteten Vermögen weiter erhöht, der Neugeldzufluss blieb allerdings erneut unter den eigenen Zielsetzungen.

Die Aktien von Leonteq (LEON 46.26 -1.07%) erlitten einen Rücksetzer. Händler verwiesen auf eher vorsichtige Aussagen von Finanzchef Marco Amato anlässlich einer Investorenkonferenz der Credit Suisse. Die Anhaltspunkte für intensiven Wettbewerb unter den Anbietern strukturierter Produkte und für damit verbundenen Preisdruck würden Ergebnisängste wecken, hiess es.

Valora (VALN 249.5 -2.54%) büssten ein. Vorbörslich hatte der Detailhändler den Abgang seines Finanzchefs Tobias Knechtle verkündet.

Besonders stark schlugen Newron (NWRN 5.7 -4.84%) im breiten Markt aus, nachdem die US-Gesundheitsbehörde FDA dem Wirkstoffkandidaten Sarizotan den Status als Therapie gegen eine seltene pädiatrische Krankheit (Rare Pediatric Disease, RPD) erteilt hatte.

Die Aktien von Kuros BioSciences (KURN 2.63 -3.31%) standen deutlich unter Druck. Händler verwiesen auf die Pläne der Biotech-Firma, ihr Kapital weiter zu erhöhen.

Richtungsloser Handel in Asien

Kein einheitliches Bild zeichneten die Börsen in der Region Asien-Pazifik am Dienstag. Während der Nikkei 225 in Tokio und der koreanische Kospi 0,6% verloren, legten die Indizes von Hongkong (+1,2%), Schanghai (+0,3%) und Australien (+0,7%) zu.

Franken etwas schwächer

Der Euro hielt am Dienstag die Kursgewinne der vergangenen Handelstage. Die Gemeinschaftswährung notierte zum Dollar um 17.30 Uhr MEZ bei 1.1079 $. Zum Franken stand sie höher, bei 1.0965 Fr. Auch zum Dollar zeigte sich der Franken schwächer. Der Dollar-Franken-Kurs lag bei 0.99 Fr.

Ölpreis tiefer

Der Ölpreis sank am Dienstag relativ deutlich. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 51.62 -2.71%) kostete bei Börsenschluss in Europa gut 61 $. Gold (Gold 1645.14 0.25%) handelte mit leichten Gewinnen bei einem Preis von 1474 $ pro Feinunze.