Märkte / Aktien

SMI schliesst schwächer

Der Schweizer Aktienmarkt notiert über 10'500. ABB und Roche belasten. Partners Group stemmen sich gegen den Trend.

(AWP/SPU) Die Konsolidierung am Schweizer Aktienmarkt hat sich am Donnerstag fortgesetzt. Der Leitindex SMI (SMI 10'501.18 +0.03%) verlor bei Eröffnung 0,8%. Im Verlauf des weiteren Handels verharrte er auf diesem Niveau und pendelte um die Marke von 10’500. Bei Handelsschluss in Zürich lag der SMI bei 10’510. Seit Ende Oktober hatte er immerhin etwa 1000 Punkte gewonnen, sodass Investoren erst einmal versuchen, ihre Gewinne teilweise ins Trockene zu bringen. Hätten zuletzt die Nachrichten über wirksame Corona-Impfstoffe die Märkte noch beflügelt, so rückten für die Investoren nun wieder die steigenden Infektionsraten rund um den Globus ins Zentrum, hiess es im Handel.

«Wir befinden uns noch immer inmitten einer Pandemie, deren tatsächliche wirtschaftliche Folgen zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzbar sind», meinte ein Marktanalyst. Die einzige Chance auf ein «Weihnachtsrally» wären wohl nun weitere Konjunkturprogramme und zusätzliche Lockerungen der Geldpolitik. In den USA trübte sich derweil das Geschäftsklima etwas weniger als erwartet ein. Die jüngsten Daten vom US-Arbeitsmarkt waren indes enttäuschend ausgefallen.

Die US-Börsen notierten bei Handelsende in Zürich uneinheitlich. Der S&P 500 (S&P 500 3'634.20 +0.15%) büsste minimal ein. Der Dow Jones (Dow Jones 29'912.07 +0.13%) verlor 0,3%. Einen Gewinn von 0,6% verzeichnete die Technologiebörse Nasdaq Composite.

ABB unter Druck

ABB (ABBN 24.15 -0.04%) büssen deutlich ein. Beim Industriekonzern werden damit die Aussagen des neuen CEO Björn Rosengren am Investorentag skeptisch aufgenommen. Die bisherigen Finanzziele hat er leicht aktualisiert, und im Rahmen der Verschlankung des Portfolios werden drei Divisionen ins Schaufenster gestellt. Bei Vontobel (VONN 70.65 -0.35%) klingt der erste Kommentar derweil eher zurückhaltend. Die Umsatzziele könnten womöglich enttäuschen.

Finanzwerte präsentierten sich uneinheitlich. Partners Group (PGHN 966.40 +1.07%), die Aktien des Vermögensverwalters, lagen an der SMI-Spitze. UBS (UBSG 13.16 +0.19%) und Credit Suisse (CSGN 11.72 +0.51%) schlossen mit relativ leichten Abgaben. Die Aktionäre der Grossbank UBS hatten am Donnerstag an einer ausserordentlichen Generalversammlung der Ausschüttung der zweiten Dividendentranche für das Geschäftsjahr 2019 zugestimmt. Die UBS-Aktionäre erhalten nun die zweite Hälfte der Dividendenzahlung von 0.365 $ per 27. November ausbezahlt. Versicherer wie Swiss Life (SLHN 409.10 +0.07%), Swiss Re (SREN 83.74 -0.43%) oder Zurich Insurance (ZURN 372.30 -0.08%) notierten deutlicher im Minus.

Die Pharmaschwergewichte Novartis (NOVN 81.06 -0.25%) verhinderten grössere Verluste im SMI. Die Genussscheine von Roche (ROG 302.50 -0.2%) büssten indes stärker als der Gesamtmarkt ein.

Lonza (LONN 551.80 +0.69%) waren fester. Der Pharmazulieferer wird den Wirkstoff für die Coronaimpfung von Moderna herstellen, sobald sie auf den Markt kommt. Hierfür wird er rund 80 bis 90 Mio. Fr. in die Produktionsanlagen investieren.

Abwärts bewegten sich die Aktien der Uhrenhersteller Swatch Group (UHR 229.40 -1.12%) und Richemont (CFR 76.78 -0.29%) nach den aktuellen Exportdaten, die auch für Oktober einen Rückgang aufzeigten.

VAT Group und Logitech an SMIM-Spitze

Im SMIM (SMIM 2'766.04 +0.76%) verbuchten Logitech (LOGN 78.36 +0.28%) Gewinne. AMS (AMS 23.62 +3.69%) und Temenos (TEMN 115.10 -0.56%) blieben zurück. Technologietitel hatten in den letzten Wochen einen eher schweren Stand. Mit den Hoffnungen auf einen Impfstoff war es zu einer Rotation am Markt gekommen. Investoren waren dabei aus den vermeintlichen Coronagewinnerbranchen ausgestiegen.

VAT Group (VACN 189.20 +0.64%) wurden von einer neuen Kaufempfehlung von Vontobel gestützt. Vifor Pharma (VIFN 132.35 +8.17%) konnten nicht von einer erweiterten Chinakooperation profitieren.

Deutliche Verluste verbuchten die Aktien des Reisedetailhändlers Dufry (DUFN 52.44 +3.03%) und Flughafen Zürich (FHZN 155.60 -0.89%). Zudem kamen die Titel des Hörsystemeherstellers Sonova (SOON 223.70 +1.54%) weiter unter Druck.

In den hinteren Reihen gab es mit Ypsomed (YPSN 143.80 -1.1%) nach einer Kooperation mit Eli Lilly einen positiven Ausreisser.

Gemischtes Bild in Asien

Die steigenden Coronavirusfälle drückten auch auf die Stimmung an den asiatischen Börsen. Zugleich sorgte die Ankündigung des chinesischen Präsidenten Xi Jinping, Zölle zu senken und die Importe hochwertiger Waren und Dienstleistungen auszuweiten, für Entlastung. In Japan gab der Leitindex Nikkei 225 0,4% nach. Der breite Topix avancierte dagegen rund 0,3%. In China gewann der Shanghai Composite 0,5%. In Hongkong verlor der Hang Seng rund 0,5%. In Südkorea trat der Kospi mit +0,1% praktisch auf der Stelle.

Euro zum Franken weiter bei 1.08

Der Euro notierte am Donnerstag gegenüber dem Dollar nach zwischenzeitlichen Schwankungen im Tagesverlauf bei Handelsende in Europa unverändert. Damit hielt er sich über der Marke von 1.18 $. Um 17.30 Uhr MEZ kostete die Gemeinschaftswährung 1.1840 $. Zum Franken bewegte sie sich derweil in einer engen Spanne um die 1.08er Marke. Der Dollar gab zum Franken seine Gewinne ab und lag bei 0.9134 Fr.

Öl- und Goldpreis im Minus

Der Ölpreis büsste am Donnerstag leicht ein. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 47.96 +0.55%) kostete bei Börsenschluss in Europa 44 $. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete mit Verweis auf anonyme Quellen, dass die Vereinigten Arabischen Emirate unzufrieden mit der Aufteilung der verabredeten Produktionsmengen seien. Im Extremfall denke man sogar über den Austritt aus dem grösseren Ölverbund Opec+ nach, zu dem unter anderem Russland gehört.

Gold (Gold 1'785.02 -1.61%) notierte am Abend tiefer bei einem Kurs von 1859 $ pro Feinunze.

Leser-Kommentare

Erich Meier 19.11.2020 - 13:37

Für mich bleibt die ABB ein ewiges Rätsel. Immer wenn der Glaube auftauchen könnte, dass die ABB zu neuen Ufern aufbrechen könnte, kommt der Rückschlag. Dieser Leidensweg dauert nun schon gefühlt, mehr als 20 Jahre. Darum ist diese Aktie für mich (leider) ein NO GO !