Märkte / Aktien

SMI schliesst stabil

Die Schweizer Börse gönnt sich am Montag eine Pause in ihrem Rekordlauf. SMI-Finanztitel sind gesucht. Luxusgüteraktien büssen ein.

(AWP/Reuters/SPU) Die Schweizer Börse ist am Montag von ihrem Allzeithoch zurückgekommen. Der Swiss Market Index SMI (SMI 11167.8 0.12%) stand bei Eröffnung unverändert. Im frühen Handel arbeitete er sich in den grünen Bereich vor und markierte mit 10’864 abermals einen neuen Höchstkurs. Doch der SMI konnte die Gewinne nicht bis zum Handelsende halten. Am Freitag war der Leitindex um 1,4% gestiegen.

Das Geschäft verlief laut Händlern in ruhigen Bahnen. «Wie meistens, wenn in den USA ein Feiertag ist, herrscht bei uns Flaute», sagte ein Händler. In den USA wird der Martin-Luther-King-Feiertag begangen, an dem der Handel ruht. Die Stimmung sei aber sehr gut und werde durch das jüngst unterzeichnete Teilhandelsabkommen der USA mit China weiterhin unterstützt. «Dank des Abkommens sollte sich auch die Wirtschaft wieder beleben», so ein Händler.

Zudem wird das Geschäft in den kommenden Tagen und Wochen noch mit Firmenberichten und Konjunkturzahlen belebt. Am Dienstag geht der Bilanzreigen in der Schweiz mit den Zahlen von UBS (UBSG 12.87 -1.19%), Lonza (LONN 422 0.38%) und Logitech (LOGN 41.66 -0.57%) so richtig los. Auch beginnt das Weltwirtschaftsforum in Davos, an dem viele Firmenchefs und Politiker auftreten. Zudem veröffentlicht am Dienstag die Bank of Japan und am Donnerstag die Europäische Zentralbank ihre Zinsbeschlüsse. «Für Impulse ist gesorgt», sagte ein Börsianer.

Die Versichereraktien im SMI waren gut aufgelegt. Zurich Insurance (ZURN 434.1 -0.05%), Swiss Re (SREN 105.75 -1.44%) und Swiss Life (SLHN 514 0.27%) schlossen im Plus. Die Valoren der Grossbank UBS wurden am Tag vor dem Jahresbericht gesucht. Die Titel von Rivale Credit Suisse (CSGN 13.49 -0.55%), der erst im Februar über 2019 berichtet, hinkten damit hinterher.

Die Aktien des Zementherstellers LafargeHolcim (LHN 48.91 -0.35%) gewannen. Einen Kursgewinn verbuchten auch Novartis (NOVN 94.59 0.03%). Goldman Sachs (GS 232.73 -1.94%) empfiehlt den Pharmatitel mit einem von 105 auf 113 Fr. erhöhten Kursziel zum Kauf. Das Novartis-Medikament Mayzent hatte zudem von der Europäischen Kommission die Zulassung für die EU zur Behandlung von Patienten mit sekundärer progressiver Multipler Sklerose (SPMS) erhalten.

Auch die anderen beiden Schwergewichte, Nestlé (NESN 109.84 0.44%) und Roche (ROG 346.55 0.26%), avancierten.

Geberit (GEBN 541.8 0.82%) gaben nach. Credit Suisse hatte die Papiere des Sanitärtechnikkonzerns von «Neutral» auf «Underperform» zurückgestuft. Die Ratingsenkung erfolge in erster Linie aus Bewertungsgründen, hiess es in einem Kommentar vom Montag.

Die Aktien von Richemont (CFR 72.16 -0.08%) und Swatch Group (UHR 245.7 -0.61%) litten unter Gewinnmitnahmen. Ein unerwartet guter Zwischenbericht von Richemont hatte am vergangenen Freitag die Kurse der zwei Titel angeschoben.

Tech und Chemie gesucht

An der Spitze der SMIM-Gewinner standen die Chemievaloren Ems-Chemie (EMSN 631.5 -0.71%) und Clariant (CLN 23.32 -0.21%). Auch andere zyklische Titel wie die Technologiewerte Temenos (TEMN 160.55 0.56%), AMS (AMS 39.83 -0.85%) und Logitech gewannen.

Auf der anderen Seite war der Reisedetailhändler Dufry (DUFN 84.06 -0.52%) zu finden. Die Ursache für die deutlichen Verluste ist unklar: So wurde am Markt unter anderem das Auftreten einer neuartigen Lungenkrankheit in China als Grund ausgemacht, welche die Reiseaktivitäten am chinesischen Neujahrsfest beeinträchtigen könnte. Andere Händler sprachen davon, dass die Aktie im Sog schwächelnder Valoren europäischer Luftfahrgesellschaften unter Druck geraten war. Zudem könnten charttechnisch motivierte Verkäufe eine Rolle spielen, nachdem die Aktien zwischen 93 und 94 Fr. unter eine wichtige Unterstützungszone gefallen seien.

Interroll unter Druck

Die Aktien von Interoll verloren deutlich. Der Anbieter von Logistiktechnik hatte nach Jahren starken Wachstums 2019 beim Umsatz nicht weiter zugelegt, der Bestellungseingang ist sogar zurückgegangen. Die Erwartungen der Analysten wurden verfehlt.

Im breiteren Markt erhielten die Papiere starke Impulse von Analysten. So profitierten SoftwareOne (SWON 24.65 -0.2%) von der Hochstufung von «Hold» auf «Buy» durch die Deutsche Bank (DBK 9.819 -0.48%).

Medacta (MOVE 83.5 0.36%) zog nach einer Kaufempfehlung der Credit Suisse deutlich an. CS empfiehlt den Medizintechniktitel neu mit «Outperform» (alt: «Neutral»).

Gewinnmitnahmen kurzfristig orientierter Marktteilnehmer schickten die Titel der GAM (GAM 3.626 3.78%) Holding auf Talfahrt. Die Anteile des angeschlagenen Asset-Managers hatten am Freitag um 10% angezogen, nachdem die Firma mitgeteilt hatte, sie erwarte für 2019 ein ausgeglichenes Ergebnis.

Die Anteile der Biotechnologiegesellschaften gewannen dank spekulativen Käufen weiteres Terrain. Addex (ADXN 1.72 0%) schossen nach oben, Evolva (EVE 0.27 -0.18%) und Basilea (BSLN 50.7 -3.06%) rückten klar vor.

Asien mit uneinheitlichem Handel

Am Montag gewinnt der japanische Nikkei 0,2%. Das Interesse der Anleger richtete sich auf die bevorstehende Strategiesitzung der japanischen Notenbank. Zudem legten die Aktien des Shanghai Composite 0,5% zu, und in Hongkong verlor der Hang Seng 0,7%.

Euro wenig bewegt

Der Euro notierte kaum verändert. Die Gemeinschaftswährung handelte um 17.30 Uhr MEZ zum Dollar bei 1.1082 $. Auch zum Franken tendierte sie nur wenig verändert. Das Währungspaar Euro-Franken handelte mit 1.0743 Fr. auf dem Niveau des bisherigen Jahrestiefes. Das Paar Dollar-Franken wurde etwas fester bei einem Kurs 0.9691 Fr. gehandelt.

Öl- und Goldpreis höher

Der Ölpreis legte zu. Marktbeobachter erklärten den Anstieg mit Förderausfällen im Irak und der Schliessung einer Ölpipeline in Libyen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 58.2 -1.94%) kostete bei Börsenschluss in Europa rund 65 $. Der Goldpreis notierte etwas fester bei 1561 $ pro Feinunze.