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Schweizer Börse kratzt an 11’000-Punkte-Marke

Am Tag der Vereidigung des künftigen US-Präsidenten Joe Biden hat an der Schweizer Börse eine freundliche Stimmung geherrscht. SMI schliesst fester.

(AWP/Reuters/CF)  Nach einem tagelangen Seitwärtstrend hat die Schweizer Börse am Mittwoch den Vorwärtsgang eingelegt. Der Swiss Market Index (SMI (SMI 10'607.79 -1.32%)) gewinnt am Mittwoch 0,6% auf 10’945 Punkte. Im Handelsverlauf hat das Börsenbarometer ein Hoch von 10’994 Punkten markiert.

Händler erklärten, zur Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden setzten die Investoren auf eine rasche Verabschiedung des geplanten billionenschweren Hilfspakets zur Abfederung der Coronavirus-Folgen. Darüber hinaus seien die überraschend positiven Geschäftszahlen der US-Banken ein gutes Omen für die aktuelle Bilanzsaison, sagte ein Experte.

Im Kielwasser von Morgan Stanley (MS 80.87 -0.3%), die im vierten Quartal einen Gewinnsprung von 57% verbucht hatte, zogen auch die Schweizer Branchenvertreter an. UBS (UBSG 14.35 -0.66%) gewannen wie auch Konkurrent Credit Suisse (CSGN 12.75 -1.7%).

Tagessieger unter den Schweizer Standardwerten waren Richemont (CFR 85.94 -2.21%). Die Aktien des Luxusgüterkonzerns, der den coronabedingten Umsatzschwund im Weihnachtsquartal gestoppt hat, zogen deutlich an. Im Sog von Richemont stiegen die Anteile des Uhrenkonzerns Swatch Group (UHR 274.60 -1.86%).

Am breiten Markt führten die Biotechfirmen Evolva (EVE 0.22 -0.23%) und Relief Therapeutics (RLF 0.30 -4.73%) die Gewinner an. Relief übernimmt das auf seltene Lungenkrankheiten spezialisierte deutsche Pharmaunternehmen AdVita Lifescience, und Evolva bringt einen Zuckerblocker auf den Markt.

Tornos (TOHN 5.40 +2.86%) schossen ebenfalls vor. Bei dem Maschinenbauer, dessen Umsatz im vergangenen Jahr massiv eingebrochen ist, blickten die Käufer nach vorne, sagt ein Händler und verweist darauf, dass das Unternehmen im vierten Quartal eine Nachfrageerholung verspürt habe.

 

 

Eine Übersicht über die Gewinner und die Verlierer finden Sie hier.

Wall Street im Aufwind

Zur Amtseinführung des neuen US-Präsident Joe Biden sind die Anleger an der Wall Street in Kauflaune. Der Technologie-Index Nasdaq stieg zur Eröffnung am Mittwoch um 1,4% auf ein Rekordhoch von 13’385,10 Punkten. Der Dow Jones (Dow Jones 31'496.30 +1.85%) und der breit gefasste S&P 500 (S&P 500 3'839.00 +1.95%) gewannen jeweils rund 0,5%. Investoren setzten auf eine rasche Verabschiedung des geplanten billionenschweren Hilfspakets zur Abfederung der Coronavirus-Folgen, für das die neue US-Finanzministerin Janet Yellen am Dienstag im Kongress geworben hatte.

Dax höher

Nach der beschlossenen Verschärfung und Verlängerung des Lockdowns haben sich die Anleger in Deutschland vorsichtig vorangetatstet. Der deutsche Leitindex Dax (DAX 13'920.69 -0.96%) schliesst am Mittwoch im Plus.

Bei den Einzelwerten stehen BASF (BAS 70.68 -0.56%) im Fokus. Der von der Coronakrise gebeutelte Chemiekonzern ist zum Jahresende auf Erholungskurs gegangen. Im vierten Quartal stieg das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) um fast ein Drittel auf 1,11 Mrd. €, wie das Ludwigshafener Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Zudem richten die Anleger ihre Aufmerksamkeit auch auf Ceconomy. Die Düsseldorfer Holding, zu der die Elektronikhandelsketten Media Markt und Saturn gehören, hat im ersten Quartal 2020/21 den Umsatz auch dank eines in der Coronakrise florierenden Onlinegeschäfts deutlich gesteigert.

Eurokurs gibt nach

Der Eurokurs ist am Mittwoch gesunken. Nach Gewinnen im frühen Handel rutschte der Euro in US-Dollar (EURUSD 1.19 -0.46%) in die Verlustzone und fiel am Nachmittag auf ein Tagestief bei 1,2077. Seit dem Morgen ging es damit um fast einen Cent nach unten.

Der Euro in Franken (EURCHF 1.11 -0.35%) zeigt sich mit 1,0772 Fr. kaum verändert. Der US-Dollar in Franken (USDCHF 0.93 +0.16%) hat dagegen zugelegt und wird aktuell zu 0,8896 Fr. gehandelt nach 0,8879 am Morgen.

Ölpreise legen weiter zu

Die Ölpreise haben am Mittwoch weiter zugelegt. Im Mittagshandel stiegen die Notierungen für ein Barrel (159 Liter) Rohöl aus den USA und aus der Nordsee bis auf 53,60 $ beziehungsweise 56,55 $. Damit lagen die Preise nur knapp unter den höchsten Ständen seit Februar 2020, die zuletzt Mitte des Monats erreicht worden waren.

Rohöl der Nordseesorte Brent (Brent 69.55 +3.5%) und der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 66.06 +2.95%)) war gegen Mittag jeweils etwa einen halben Dollar teurer als am Dienstag. Am Markt wurde der jüngste Preisanstieg wie bereits an den Vortagen mit der Spekulation auf ein billionenschweres staatliches Hilfspaket in den USA erklärt, mit dem der neue Präsident Joe Biden die Wirtschaft im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise stützen will.

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