Märkte / Aktien

SMI schliesst unter 11’100

Die Schweizer Börse weitet ihr Minus aus. Sika stemmen sich gegen den Trend. Zur Rose geben nach. AMS büssen stark ein. Wallstreet notiert leichter.

(AWP/Reuters/SPU) Die am Vortag abgeblasene Rekordjagd auf neue SMI-Höchststände wurde am Dienstag nicht wieder aufgenommen. Im Gegenteil, der Markt korrigierte deutlich. Der Leitindex SMI (SMI 10'946.93 -1.59%) notierte bei Eröffnung 0,1% im Minus. Im frühen Handel rutschte er zunächst unter die Marke von 11’200. Er weitete das Minus am Nachmittag aus und fiel auch noch unter 11’100. Am Vortag hatte er im frühen Handel bei 11’267 Punkten ein Jahreshoch markiert und sich stark dem Allzeithoch von 11’270 Zählern angenähert.

Händler erklärten sich den Trend mit Gewinnmitnahmen. «Es fehlen Impulse für steigende Kurse, also werden Gewinne eingestrichen», sagte ein Börsianer. Entscheidend für das weitere Marktgeschehen sind dann die EZB-Sitzung vom Donnerstag und die Berichtssaison. Hierzulande könnten zum Beispiel gute Zahlen von Roche (ROG 297.05 -1.56%) (am Mittwoch) oder von Nestlé (NESN 108.20 -0.73%) (am Donnerstag) dem SMI Rückenwind Richtung Allzeithoch verleihen.

In New York hielten sich die Anleger zurück, die Signale aus den USA waren im Rahmen des aktuellen Rekordlaufs eher negativ. Die drei wichtigen Wallstreet-Indizes gaben bei Börsenschluss in Europa nach. So büsste der S&P 500 (S&P 500 4'166.40 -0.41%) 0,7% ein. Der Dow Jones (Dow Jones 34'742.82 -0.1%) verlor ebenfalls 0,7%. Die Technologiebörse, gemessen am Nasdaq Composite, notierte 1% im Minus.

Sika stemmten sich gegen den Trend

Bei den Einzeltiteln waren am Dienstag Sika (SIKA 273.40 -1.83%) im Fokus, nachdem der Bauchemiespezialist Quartalszahlen vorgelegt hatte. Er war demnach zum Jahresauftakt 2021 mit viel Schwung unterwegs gewesen. Die Innerschweizer hoben daher ihre Wachstumsziele für das laufende Jahr an.

Credit Suisse (CSGN 9.02 -1.72%) gaben erneut nach. Die Grossbank kommt nach ihren Hedge-Fund-Debakeln nicht zur Ruhe, mehrere Manager sind zurückgetreten. Auch UBS (UBSG 13.63 -3.2%) büssten deutlich ein.

Stark bergab ging es mit Swiss Re (SREN 86.34 -2%). Der Titel wurde am Berichtstag ex Dividende (5.90 Fr.) gehandelt, somit ist das Minus nur optischer Natur.

Nestlé schlossen leicht im Minus. Konkurrentin Danone (BN 56.41 -1.54%) hatte Zahlen vorgelegt. Die unter der Coronapandemie ächzende französische Lebensmittelgruppe hatte im ersten Quartal weniger erlöst. Der Umsatz schrumpfte um 3,3% auf 5,657 Mrd. €. Der Vorstand bekräftigte aber, in der zweiten Jahreshälfte die Trendwende zu erreichen. Das Ziel bleibe, 2021 in etwa eine operative Marge wie im Vorjahr (14%) zu erarbeiten.

Die anderen beiden Schwergewichte – Novartis (NOVN 78.44 -1.26%) und Roche – zeigten sich im Rahmen des Marktes schwächer.

AMS stark unter Druck

Die Chipaktien AMS (AMS 17.45 -3.67%) drehten ins Minus und gaben massiv nach. Händler führten das auf einen Medienbericht zurück, demzufolge das Unternehmen einen Teil seines Geschäfts mit Apple verloren hat. Laut «Manager Magazin» hat AMS massiv an Geschäft mit dem US-Konzern Apple (AAPL 126.85 -2.58%) eingebüsst, der ihr wichtigster Kunde ist.

Im SMIM (SMIM 3'046.44 -2.02%) konnten Kühne + Nagel (KNIN 275.60 -1.78%) ihre Avancen nicht halten. Die PS von Schindler (SCHP 256.40 -1.5%) legten zu. Dass der Lift- und Rolltreppenhersteller am Vorabend die Q1-Präsentation verschoben hatte, wurde ihm offenbar nachgesehen.

Im Minus schlossen die Papiere des Bankensoftwareunternehmens Temenos (TEMN 127.75 -1.69%), das nachbörslich Zahlen vorlegen wird.

Ausserdem verloren Dufry (DUFN 57.12 -4.26%) deutlich. Der Reisedetailhändler stockt wie erwartet das Kapital auf, um die zuletzt platzierte Wandelanleihe in Zukunft bedienen zu können. Flughafen Zürich (FHZN 163.40 -1.21%) gehörten ebenfalls zu den Verlierern.

Am breiten Markt richteten sich die Blicke auf Zur Rose (ROSE 297.00 -1.66%), nachdem die Versandapotheke Zahlen vorgelegt hatte. Nach einer anfänglichen Erholung vom gestrigen Taucher drehten die Aktien ins Minus.

Zudem fielen die Aktien des Solarspezialisten Meyer Burger (MBTN 0.39 -3.31%) und des Haushaltsgeräteherstellers V-Zug (VZUG 126.20 -2.92%) mit deutlichen Einbussen auf. Kepler Cheuvreux senkte das Rating für V-Zug auf «Hold» von «Buy», erhöhte aber das Kursziel auf 135 von 110 Fr.

Auf der Gegenseite waren Mikron (MIKN 6.30 -0.94%) zu finden. Die Aktien des Bieler Maschinenbauers zogen ohne Nachrichten im späten Handel stark an.

Asiens Börsen überwiegend im Minus

Angesichts der negativen Vorgaben aus New York vom Montag notierten auch die asiatischen Börsen am Dienstag mehrheitlich schwächer. In Tokio sank der Nikkei 225 2%, während der breiter gefasste Topix 1,6% verlor. Immobilien- und Elektronikaktien verzeichneten die grössten Abgaben. Der Hang Seng in Hongkong bewegte sich seitwärts. Ähnlich präsentierten sich die chinesischen Festlandbörsen. Der Shenzhen Composite und der Shanghai Composite stagnierten. Während der südkoreanische Leitindex Kospi 0,7% kletterte, verlor der australische S&P/ASX 200 0,7%.

Euro schwankte deutlich

Der Euro gab am Dienstag zeitweise Kursgewinne wieder ab. Vorübergehend war der Kurs der Gemeinschaftswährung zum Dollar bis auf 1.2080 $ gestiegen. Dies war der höchste Stand seit Anfang März. Bis zum Abend gab der Euro seine Gewinne ab und wurde mit 1.2045 $ gehandelt. Auch gegenüber dem Franken schwächte sich der Euro ab. Er kostete um 17.30 Uhr MESZ 1.1010 Fr., nach 1.1028 um die Mittagszeit. Der Dollar ging gleichzeitig auf 0.9142 Fr. zurück, er lag damit bei Börsenschluss in Europa aber wieder etwa auf dem Niveau vom frühen Morgen.

Ölpreis drehte ins Minus

Der Ölpreis verlor am Dienstag, nachdem er zuvor den höchsten Niveau seit Anfang März erreicht hatte. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 67.52 -1.2%) knapp 66.50 $. Der Justizausschuss des US-Kongresses brachte ein Gesetz auf den Weg, dass Kartellklagen gegen die Opec und ihre Mitgliedsstaaten wegen unerlaubter Preisabsprachen ermöglicht. In den vergangenen Jahren waren ähnliche Initiativen mehrfach gescheitert.

Gold (Gold 1'835.69 -0.01%) wurde fester zu einem Preis von 1770 $ pro Feinunze gehandelt. Bitcoin (Bitcoin 55'285.00 -1.25%) konnte sich vorerst nicht nachhaltig vom Kursrutsch des Wochenendes erholen. So lag die grösste Kryptowährung an der Marke von 55’000 $.

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