Märkte

SMI schliesst erholt

Dank guter Abschlüsse kommt es an der Schweizer Börse zu einer Gegenbewegung. UBS und Kühne + Nagel stehen im Fokus. Wallstreet notiert klar im Plus.

(AWP/SPU) Nach dem Ausverkauf zum Wochenstart hat der Schweizer Aktienmarkt am Dienstag zu einer Erholung angesetzt. Der SMI (SMI 12'130.83 +1.28%) gewann bei Eröffnung 0,6% und festigte sich im weiteren Verlauf über 11’900. Zum Wochenauftakt habe die weltweite Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus und die möglichen wirtschaftlichen Folgen die Marktteilnehmer neben anderen Themen in den Würgegriff genommen, kommentierte ein Händler. Zudem mehrten sich Zweifel über eine nachhaltige Konjunkturerholung in den USA und Europa. Von Euphorie könne an den Aktienmärkten keine Rede mehr sein, was für den weiteren Jahresverlauf auch nicht schlecht sei.

«Ganz im Gegenteil hat sich bei einigen Marktteilnehmern eine gewisse Demut breit gemacht, und die Kursverluste haben aufgezeigt, dass die Aktienmärkte eben doch keine Einbahnstrassen sind», so ein weiterer Marktteilnehmer. Darüber hinaus sei angesichts der geringeren Sommerliquidität an den Märkten ohnehin mit einer erhöhten Marktvolatilität in der zweiten Julihälfte zu rechnen. Positiv sei in der aktuellen Gemengelage zu vermerken, dass die aktuelle starke Gegenreaktion darauf hindeute, dass die «zinsbullische Handelshaltung» weiterhin Bestand habe.

In den USA stiegen die Aktienkurse nach den gestrigen Verlusten. Anleihenrenditen sanken hingegen auf den tiefsten Stand seit Februar. Der breit gefasste S&P 500 (S&P 500 4'403.10 +1%) avancierte 1,4%. Der Dow Jones (Dow Jones 35'061.55 +0.68%) stieg 1,6%. An der Technologiebörse Nasdaq Composite kam es zu Gewinnen in Höhe von 1,2%.

UBS legten deutlich zu

Viele der zwanzig SMI-Titel schlossen fester. UBS-Aktien zogen stark an. Die Grossbank hatte im zweiten Quartal deutlich mehr verdient als im Vorjahr und damit die Erwartungen klar übertroffen. Sie profitierte von den günstigen Marktbedingungen und der positiven Anlegerstimmung. JPMorgan erhöhte das Kursziel für UBS (UBSG 14.62 +1.32%) auf 20 von 18 Fr. und belässt die Einstufung auf «Overweight».

Im Kielwasser legten die Aktien von Konkurrentin Credit Suisse (CSGN 9.26 +1%) zu. Allerdings waren beide Papiere am Vortag im Zuge des Ausverkaufs auch klar unter die Räder gekommen.

ABB (ABBN 33.67 +1.57%) etwa gehört zu den Blue Chips, die am Donnerstag Zahlen vorlegen. Ausserdem stärkt der Konzern mit der Übernahme der spanischen Asti Mobile Robotics Group das Geschäft mit Robotern.

Nach oben ging es für Holcim (HOLN 53.30 +0.41%). In einem aktuellen Ausblick machten die Experten von JPMorgan Hoffnung für die Geschäftsentwicklung der Baubranche im ersten Semester.

Kursgewinne beim Schwergewicht Nestlé (NESN 115.62 +1.24%) und bei Novartis (NOVN 84.57 +0.89%) boten dem Markt zudem eine gewisse Stütze. Roche (ROG 347.30 +1.24%) konnten nicht mit dem Markt mithalten. Der Pharmakonzern kann jedoch mit zwei Zulassungen punkten.  Beide Pharmawerte legen in den nächsten zwei Tagen nacheinander Zahlen vor.

Starke Daten zu den Uhrenexporten im Juni stützten die beiden Uhrenkonzerne Richemont (CFR 116.10 +2.74%) und Swatch Group (UHR 307.80 +1.92%).

Für den Schwyzer Logistiker Kühne + Nagel (KNIN 307.60 +1.62%) ging es nach starken Quartalszahlen zunächst aufwärts, allerdings konnten die Titel deutliche Avancen zu Handelsbeginn nicht halten. Nach dem Einbruch in der Vorjahresperiode erzielte das Unternehmen zwischen April und Juni ein starkes Ergebnis trotz der aktuell schwer planbaren Lieferketten.

Deutliche Erholungssignale gab es zudem in Julius Bär (BAER 59.80 +1.12%). Aber auch AMS gehörten zu den Gewinnern im SMIM (SMIM 3'437.14 +0.63%).

Im breiten Markt stachen noch SFS nach starken Zahlen der Industriegruppe positiv hervor.

Auch Medacta (MOVE 127.00 0%) profitierten von starken Zahlen des Tessiner Unternehmens aus der Gesundheitsbranche.

Asien erneut schwächer

Die asiatischen Börsen orientierten sich am Dienstag an den US-Vorgaben und notieretn im Minus. Der japanische Leitindex Nikkei 225 verlor gut 0,8%, der marktbreite Topix gab 0,7% ab. In Hongkong notierte der Hang Seng 1,2% tiefer. Der CSI 300 für Festlandchina gab 0,4% nach. In Taiwan sackte der Taiex um 1,4% ab. Der südkoreanische Kospi verlor 0,4%. Der australische S&P/ASX 200 notierte 0,4% tiefer.

Dollar über 92 Rp.

Der Euro gab am Dienstag angesichts einer gestiegenen Verunsicherung im Zusammenhang mit der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus nach. Der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung fiel bis am Abend auf 1.1762 $. Zuvor hatte sie noch zeitweise über 1.18 $ notiert. Auch der Franken verlor zum Dollar leicht an Boden. Ein Dollar kostete bei Börsenschluss in Europa 0.92 Fr., nachdem er am Vorabend bei 0.9180 Fr. gestanden hatte. Das Euro-Franken-Paar hat sich per Saldo in den letzten 24 Stunden nur wenig nicht bewegt und notiert bei 1.0852 Fr.

Ölpreis unentschlossen 

Nach seinen deutlichen Vortagesverlusten schwankte der Ölpreis am Dienstag zwischen Gewinnen und Verlusten. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 74.19 +0.87%) kostete am Abend 69 $.

Etwas schwächer zeigte sich Gold (Gold 1'802.15 -0.27%). Die Feinunze des Edelmetalls lag bei 1807 $.

Bitcoin (Bitcoin 34'390.00 +0.36%) fiel unter die Marke von 30’000 $.

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