Märkte / Aktien

SMI schliesst fester

Die Schweizer Börse kommt vom Tiefpunkt im frühen Handel zurück und dreht ins Plus. Lonza ziehen an. UBS büssen deutlich ein.

(AWP/SPU) Die Schweizer Börse hat den Handel am Dienstag fester beendet, nachdem sie sich vom frühen Tagestief zurückgearbeitet hatte. Der Leitindex Swiss Market Index SMI (SMI 10216.28 0.05%) lag bei Eröffnung 0,2% tiefer. Im frühen Handel büsste er weiter ein, doch die Erholung setzte rasch ein. Nach der Mittagszeit arbeitete sich der SMI sogar in den positiven Bereich und konnte bei Handelsende einen Anstieg um 0,35% auf 10’884 ausweisen.

In New York versprühten die Aktien kaum Impulse. So lag der Dow Jones (Dow Jones 27173.96 1.34%) bei Börsenschluss in Europa 0,2% im Minus. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3298.46 1.6%) lag 0,1% minimal tiefer. Der Nasdaq Composite der US-Technologiebörse trat auf der Stelle.

«Wir stehen nach wie kursmässig in der Wohlfühloase», sagte ein Händler. Allerdings könnte diese positive Grundstimmung empfindlich gestört werden, wenn sich die neuartige Lungenkrankheit in China weiter ausbreitet. «Die Krankheit erinnert stark an Sars im Jahr 2003 und die ganze Nervosität, die damals damit einhergegangen ist», so ein Händler.

Lonza oben, UBS unten

Unter Druck im Schweizer Leitindex standen die Aktien von UBS (UBSG 9.678 -2.97%). Die Grossbank revidierte nach einem nicht einfachen Jahr ihre Finanzziele nach unten. Solch ein Schritt war am Markt erwartet worden. Daran konnte auch das vierte Quartal nichts ändern, das besser ausfiel als von Analysten erwartet.

Im Sog von UBS büssten auch die Anteile der Rivalin Credit Suisse (CSGN 8.766 -1.64%) ein.

Lonza (LONN 568.8 0.42%) legten von allen SMI-Titeln am stärksten zu. Der Pharmazulieferer war 2019 erneut gewachsen. Zugpferd war das Segment Pharma Biotech & Nutrition. Zudem stützten Nestlé (NESN 109.76 1.42%) den Gesamtmarkt mit klaren Gewinnen. Unter den Gewinnern waren zudem die zyklischen Werte von Sika (SIKA 221.7 0.45%) und Geberit (GEBN 533.2 0.41%) zu finden.

Nicht zur Ruhe kamen Swatch Group (UHR 208.9 -0.1%) und Richemont (CFR 60.6 -0.39%). Händler verwiesen auf das in China sich ausbreitende Coronavirus. Zudem hatte der Broker Oddo die Abdeckung der beiden Luxusgüterhersteller mit dem Rating «Reduce» aufgenommen. Die Aktien konnten sich aber von ihren klaren Verlusten am Morgen erholen.

Logitech zogen an

Gesucht waren Logitech (LOGN 67.62 -1.02%). Der Computerzubehörhersteller hatte im Weihnachtsquartal ein Rekordergebnis erzielt und die Erwartungen der Finanzgemeinde leicht übertroffen.

Die anderen SMIM-Technologiewerte konnten nicht von Logitech profitieren. Die Chipaktien AMS (AMS 18.595 -0.16%) büssten ein, und auch die Bankensoftware-Titel Temenos (TEMN 126.95 1.64%) verloren.

Auch Dufry (DUFN 28.08 -0.07%) litten laut Händlern unter den Ängsten rund um das Virus. Bereits gestern hatten die Aktien des Reisedetailhändlers sie klar nachgegeben.

Komax tauchten

Im breiteren Markt machen Unternehmen mit ersten Angaben zum vergangenen Geschäftsjahr  auf sich aufmerksam.

Galenica (GALE 64.55 -0.23%) gewannen. Der Gesundheitskonzern war im vergangenen Jahr schneller als erwartet gewachsen und hat die Gewinnprognosen angehoben.

Die Valoren des Bauausrüsters Arbonia (ARBN 11.64 1.57%) reagierten mit fallenden Kursen auf die am Morgen publizierten Umsatzzahlen 2019.

Nach enttäuschenden Zahlen gaben die Titel des Drehmaschinenherstellers Tornos (TOHN 3.56 -0.84%) klar nach.

Einen Anstieg verbuchten Cosmo (COPN 83.9 -1.41%). Die Pharmafirma hat sich mit der US-Arzneimittelbehörde FDA über das Design einer Phase-III-Studie mit dem Kontrastmittel Methylenblau geeinigt. «Damit hat Cosmo einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Zulassung erreicht», sagte ein Händler.

Davon profitierten auch andere Titel aus dem Sektor wie Molecular Partners (MOLN 15.46 1.05%) oder ObsEva (OBSV 2.33 -4.12%).

Komax (KOMN 154.1 0.59%) wurden von einem UBS-Kommentar belastet. Der Analyst senkte das Rating für die Aktien des Industriekonzerns von «Buy» auf «Sell» und reduzierte das Kursziel von 245 auf 200 Fr. Die Erholung der Investitionen verzögere sich, und die Ziele für 2021 seien gefährdet.

MCH Group (MCHN 13.9 -1.07%) bewegten sich kaum. Die Messebetreiberin verkauft die alte Messehalle 3 und das Musical Theater der Einwohnergemeinde der Stadt Basel. Der Kaufpreise bewegt sich im tieferen einstelligen Millionenbereich, wie die Basler Regierung am Dienstag mitteilte.

Die Aktien von SHL Telemedicine (SHLTN 5 4.17%) stiegen markant. Die israelische Medtech-Firma führt Gespräche über eine Fusion oder eine Übernahme.

Ängste vor Lungenkrankheit belasten Asiens Börsen

Die asiatischen Börsen mussten am Dienstag Verluste hinnehmen. Wachsende Sorgen über den in der chinesischen Stadt Wuhan ausgebrochenen Coronavirus lösten Risikoaversion bei den Investoren aus. Es besteht die Angst, dass sich die neue Lungenkrankheit in China vor dem traditionellen Neujahrsfest mit Hunderten Millionen von Reisenden sprunghaft ausbreiten wird. Der 225 Werte umfassende Nikkei in Japan schloss 0,9% tiefer, der breiter gefasste Topix sank um 0,5%. Der chinesische Shanghai Composite tauchte um 1,3%, während der Hang Seng in Hongkong gar um 2,5% nachgab.

Euro kam zurück

Der Euro gab am Dienstag die Gewinne nach überraschend starken Konjunkturdaten aus Deutschland teilweise wieder ab. Am Nachmittag ist die Gemeinschaftswährung zum Dollar teilweise bis auf 1.1104 $ gestiegen, nachdem der Kurs am Vormittag teilweise noch bis auf 1.1086 $ gefallen war. Am frühen Abend kostet der Euro mit 1.1095 $ aber wieder etwas weniger.

Auch gegenüber dem Schweizer Franken legte der Euro am Nachmittag infolge der Konjunkturdaten etwas zu. Bei Börsenschluss in Europa lag der Kurs mit 1.0737 Fr. minimal tiefer. Der Dollar notierte zum Franken mit 0.9677 Fr. leicht tiefer.

Ölpreis etwas tiefer

Der Ölpreis gab am Dienstag nach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 41.78 0.12%) handelte bei Börsenschluss in Europa zu gut 64 $. Der Goldpreis lag etwas tiefer bei 1556 $ pro Feinunze.