Märkte / Aktien

SMI schliesst tiefer

Die Schweizer Börse steht bei Eröffnung bei 11'000, dreht dann aber ins Minus. Die Schwergewichte bremsen. Abschlüsse sorgen für Kursbewegungen.

(AWP/Reuters/SPU) Die Schweizer Börse hat am Donnerstag trotz starkem Anfang schwächer geschlossen. Der SMI (SMI 10'607.79 -1.32%) notierte kurz nach Eröffnung 0,5% höher und damit bei 11’000. Der Leitindex verlor aber bis am Nachmittag an Schwung und drehte mit Eröffnung der US-Börsen sogar ins Minus. Er schloss nur wenige Punkte von seinem Tagestief entfernt. Nach der gut aufgenommenen und reibungslos verlaufenen Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden am Vortag seien die Anleger nun mit angezogener Handbremse unterwegs, hiess es am Markt.

Aus New York kamen keine klaren Impulse. Die drei wichtigen Indizes an der Wallstreet tendierten uneinheitlich. Der S&P 500 (S&P 500 3'839.00 +1.95%) notierte bei Börsenschluss in Europa unverändert. Der Dow Jones (Dow Jones 31'496.30 +1.85%) lag 0,1% tiefer. Die Technologiebörse Nasdaq Composite avancierte dagegen 0,5%.

Wenig Einfluss auf das Marktgeschehen hatten die jüngsten geldpolitischen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese seien soweit den Erwartungen entsprechend ausgefallen, hiess es von Händlern. Besser als erwartet ausgefallene US-Daten (Philly-Fed-Index, Baubeginne) sowie leicht positive Signale vom US-Arbeitsmarkt gaben der Börse derweil keinen Auftrieb.

Zykliker gesucht

Zu den Gewinnern unter den Blue Chips zählten die zyklischen Werte um den Sanitärtechniker Geberit (GEBN 555.20 -0.54%) und den Bauchemiespezialisten Sika (SIKA 248.80 -1.27%). Auch die Aktien des Zementherstellers LafargeHolcim (LHN 52.42 -1.8%) und des Industriekonzerns ABB (ABBN 27.06 -1.28%) legten zu.

Partners Group (PGHN 1'083.00 -3.43%) zeigten sich fester. Die Investmentfirma kauft für ihre Kunden ein Portfolio mit 27 Industrieliegenschaften in Grossbritannien im Wert von 253 Mio. £ (308 Mio. Fr.). Dieses umfasse eine vermietbare Fläche von rund 3,6 Millionen Quadratfuss (ca. 334’000 m2), wie Partners Group am Donnerstag mitteilte.

Vorne in der Tabelle standen auch Givaudan (GIVN 3'405.00 -1.73%). Der Aromen- und Riechstoffhersteller profitierte davon, dass Bryan Garnier die Abdeckung mit dem Rating «Buy» und dem Kursziel 4200 Fr. gestartet hatte.

UBS (UBSG 14.35 -0.66%) konnten nicht von einer Kaufempfehlung und Kurszielerhöhung der CS von 15.50 auf 16 Fr. profitieren. Auch Credit Suisse (CSGN 12.75 -1.7%) schlossen leichter. Ähnlich erging es den Versicherern.

Die Schwergewichte belasteten den Markt. Vor allem die GS von Roche (ROG 298.00 -1.96%) waren schwächer und schlossen am Ende des Tableaus. Der Pharmakonzern Roche hat von der US-Arzneimittelbehörde FDA für das Lungenmittel Esbriet (Pirfenidon) den Status Priority Review, also ein beschleunigtes Zulassungsverfahren, gewährt bekommen.

Dass auch Novartis (NOVN 76.89 -1.68%) und die Titel des Nahrungsmittelmultis Nestlé (NESN 98.57 +0.07%) im Minus schlossen, drückte den SMI zusätzlich.

Die Aktien von Richemont (CFR 85.94 -2.21%) und Swatch Group (UHR 274.60 -1.86%) konnten sich nach dem Aufwärtstrend vom Vortag, als der Genfer Luxusgüterhersteller mit seinem Quartalsbericht kräftige Kursgewinne ausgelöst hatte, nur teilweise behaupten.

Logitech legten zu

Bei den mittelgrossen Werten gab es mehrheitlich Gewinner. So notierten im SMIM (SMIM 2'901.14 -1.19%) die Aktien des Reisedetailhändlers Dufry (DUFN 59.80 -4.59%) höher. Tech-Valoren gaben ein gemischtes Bild ab. Während Logitech (LOGI 86.18 -3.28%) an der SMIM-Spitze schlossen, büssten Temenos und AMS (AMS 19.04 -0.68%) ein. Für Logitech hatte Kepler Cheuvreux das Kursziel von 100 auf 105 Fr. angehoben und das Buy-Rating bestätigt.

Wie im SMI legten auch mittelgrosse Zykliker zu. Dazu gehörten die Aktien des Logistikers Kühne + Nagel (KNIN 240.00 -2.24%) oder der Industriekonzerne Schindler (SCHP 253.70 -0.39%) oder Georg Fischer (FI-N 1'262.00 -2.55%).

Die Papiere des Apotheken- und Gesundheitskonzerns Galenica (GALE 57.25 -0.78%) schlossen leichter, nachdem er eine Umsatzsteigerung für 2020 publiziert hatte.

Ein Verfahren der Finanzmarktaufsicht Finma gegen einen ehemaligen Manager von Julius Bär (BAER 56.06 -0.39%) wirkte sich kaum auf den Aktienkurs der Privatbank aus.

Zur Rose markierten neues Allzeithoch

Dass sich das Geschäfts des Autozulieferers Autoneum (AUTN 165.10 +0.36%) im zweiten Halbjahr erholt hatte, wurde an der Börse mit Erleichterung aufgenommen.

Die Online-Apotheke Zur Rose (ROSE 382.50 -0.26%) übertraf mit den Zahlen die Analystenerwartungen. Die Aktien markierten ein neues Allzeithoch über 400 Fr. Baader Helvea erhöhte zudem das Kursziel für Zur Rose auf 500 von 320 Fr. und beliess die Einstufung auf «Buy».

Belimo (BEAN 6'780.00 +1.19%) gaben klar nach. Die Industriegruppe Belimo hatte dagegen am unteren Ende der Erwartungen abgeschnitten.

Relief Therapeutics (RLF 0.30 -4.73%) gewannen. Die Biotech-Firma hatte eine neue Aktienzeichnungsfazilität mit ihrem Hauptaktionär GEM über 50 Mio. Fr. abgeschlossen.

Addex (ADXN 1.67 -2.91%) zogen massiv an, an der Spitze um mehr als 60%. Auslöser war die Meldung, dass die US-Arzneimittelbehörde FDA den Antrag für eine Studie mit dem Prüfkandidaten JNJ-40411813 (ADX71149) gegen Epilepsie von Partner Janssen bewilligt hat. Mit Newron (NWRN 2.84 +0.53%) Pharma legten weitere Biotech-Titel stark zu.

Asien im Plus

In Tokio notierte der Nikkei 225 (Nikkei 225 28'864.32 -0.23%) 0,8% über dem Schlussstand vom Mittwoch. Der breiter gefasste Topix zeigte sich 0,6% befestigt. Der Kospi in Seoul schloss 1,5% im Plus, der Shanghai Composite 1,2%. Leicht abwärts bewegte sich dagegen der Hang Seng in Hongkong mit –0,4%.

Dollar etwas leichter

Der Dollar neigte am Donnerstag zu den meisten Währung zur Schwäche. Folglich stiegen Euro und Franken zum Greenback. Bei Börsenschluss in Europa kostete die Gemeinschaftswährung zum Dollar 1.2150 $. Zum Franken gab der Dollar nach, auf 0.8860 Fr. Das Euro-Franken-Währungspaar stand wenig verändert bei 1.0765 Fr.

Goldpreis etwas tiefer

Der Ölpreis drehte am Donnerstag ins Plus. Starke Impulse blieben jedoch aus. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 69.55 +3.5%) 56 $. Gold (Gold 1'700.17 +0.16%) lag etwas tiefer bei einem Kurs von 1865 $ pro Feinunze.

Bitcoin unter Druck

Der Bitcoin (Bitcoin 48'888.00 +0.81%) gab klar nach. Die Kryptowährung lag am Abend bei rund 32’000 $. Auf die Stimmung drückte, dass Biden versuchen könnte, Kryptowährungen zu regulieren, sagten Händler. Während einer Anhörung im Senat am Dienstag äusserte Janet Yellen, die unter Biden das US-Finanzministerium leiten soll, Bedenken, dass Kryptowährungen zur Finanzierung illegaler Aktivitäten verwendet werden könnten.

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