Märkte / Aktien

SMI geht geschwächt ins Wochenende

Die Schweizer Börse notiert auf Jahrestief. Verluste auf breiter Front. Der Franken legt zu Euro und Dollar zu. Bitcoin büsst massiv ein.

(AWP) Am Schweizer Aktienmarkt ist es zum Wochenschluss beschleunigt abwärts gegangen. Der SMI (SMI 11'647.17 +1.35%) sackte bei Eröffnung 1% ab, im weiteren Handel baute der Leitindex seine Verluste aus und fiel unter die Marke von 12’400. Er notierte auf dem Jahrestief und rutschte weiter in Richtung 12’300, im Tief lag das Minus bei 2%. Damit verbuchte der Leitindex die dritte Minuswoche in Folge. Von dem Anfang Jahr markierten Allzeithoch her gesehen summiert bei SMI mittlerweile ein Minus von fast 5%. Die Talfahrt scheint derzeit nicht zu stoppen.

Die Unsicherheit an den Märkten bleibe nach wie vor deutlich zu spüren, hiess es am Markt. Die anhaltenden Zinsängste sorgten erneut für die negative Stimmung. «Die Anleger agieren aufgrund der Zinssorgen und der schwelenden Ukrainekrise vorsichtig», hiess es in einem Kommentar. Generell seien sie hin- und hergerissen. «Einerseits besteht die Gefahr, dass die Notenbanken angesichts der hohen Inflationsraten zu einem restriktiveren Kurs gezwungen sind. Andererseits würde damit die Inflationsgefahr mittelfristig verringert», hiess es zusammenfassend in einem Kommentar.

Speziell für den Technologiesektor erwiesen sich enttäuschende Zahlen des Streaming-Anbieters Netflix (NFLX 194.33 +1.53%) als belastend. Doch auch auf die gesamte Marktstimmung dürften die Zahlen drücken, waren sich Händler einig. An Wallstreet gingen die Kurse ebenfalls mehrheitlich zurück. Die drei Benchmark-Indizes bauten bis Handelsende in Europa ihre frühen Verluste etwas ab. Der S&P 500 büsste 0,3% ein. Leichte Verluste von 0,1% verzeichnete der Dow Jones. Mit 0,7% im Minus lag die Technologiebörse, gemessen am Nasdaq Composite.

Tech-Aktien und Zykliker unter Druck

Im Schweizer Markt sackten vor allem Technologiewerte überdurchschnittlich stark ab. So wiesen die Blue Chips Logitech (LOGN 57.06 +3.48%) und AMS ebenso wie die kleineren und mittelgrossen Titel wie Comet (COTN 186.00 +4.14%), Inficon (IFCN 821.00 +5.12%) und VAT Group (VACN 278.00 +5.22%) allesamt klare Kursverluste auf.

Neben den Tech-Werten verzeichneten unter den SMI-Titeln noch die Zykliker SGS (SGSN 2'416.00 +0.54%), ABB (ABBN 29.36 +1.94%), Sika (SIKA 267.00 +4.71%) sowie Holcim (HOLN 48.00 +0.82%) starke Abgaben.

Finanzwerte präsentieren sich uneinheitlich. Während sich Swiss Re (SREN 80.36 +1.80%) stabil entwickelten, büssten mit Zurich Insurance (ZURN 441.70 +0.00%) und Swiss Life (SLHN 555.60 +0.51%) die anderen Versicherer ein. Schwächer zeigten sich die beiden Grossbankentitel UBS (UBSG 17.99 +1.35%) und Credit Suisse (CSGN 6.97 +3.20%). Partners Group (PGHN 1'048.00 +3.40%) gehörten erneut zu den Verlierern.

Die Luxusgüteraktien von Richemont (CFR 103.85 +9.55%) korrigierten ebenfalls in ihrem jüngsten Aufwärtstrend.

Die Pharmaschwergewichte Novartis (NOVN 87.12 -0.80%) und Roche belasteten den Markt mit Abgaben. Auf der anderen Seite sorgten Nestlé (NESN 116.58 +2.05%) für etwas Stabilität.

Nachrichten lieferten am Morgen vor allem Vertreter aus den hinteren Reihen. Autoneum (AUTN 120.20 +5.07%) suchten nach Umsatzzahlen über weite Strecken die Richtung und schlossen etwas leichter.

Die Aktien des Verbindungstechnikers Huber+Suhner (HUBN 81.50 +2.39%) tendierten nach Zahlen abwärts.

Die Titel der Beteiligungsgesellschaft BB Biotech (BION 56.50 +4.44%) fielen nach Zwischenergebnissen.

Im breiten Markt verloren Dormakaba (DOKA 459.50 +3.26%). Eine neu ausgesprochene Verkaufsempfehlung setzt die Aktien des Schliesstechnikspezialisten stark unter Druck. Die Experten der französischen Société Générale haben am Morgen das Rating gesenkt und auch ihr Kursziel deutlich auf 540 Fr. gesenkt.

Auch Meyer Burger (MBTN 0.4338 +4.53%), die Aktien des Solarenergiezulieferers, sowie Swissquote (SQN 118.70 +1.98%), die Aktien des Onlinebrokers, büssten deutlich ein.

Börsen in Asien tiefer

Die asiatischen Märkte konnten sich dem schwachen Trend aus den USA nicht entziehen. Die leichte Leitzinssenkung der chinesischen Notenbank änderte daran nichts, weil gleichzeitig Wachstumssorgen publik wurden. In Tokio gab der Nikkei 225 um 0,9% nach, der breiter gefasste Topix korrigierte um 0,6%. Auf dem chinesischen Festland büsste der CSI 300 um 1% ein, der Shanghai Composite fiel annähernd 0,9%. Der Hang Seng in Hongkong verlor 0,2%. Der südkoreanische Kospi sank um 1%. In Australien schlossen der ASX 200 und der ASX 300 den Handel jeweils mit –2,3% ab.

Franken stärker

Der Franken zeigte sich am Freitag zum Euro und Dollar deutlich stärker. Der Euro kostete entsprechend markant weniger, 1.0345 Fr. nach 1.0362 Fr. am frühen Morgen. Der Dollar notierte um 17.30 Uhr MEZ ebenfalls tiefer bei 0.9120 Fr. Europas Gemeinschaftswährung handelte zum Greenback etwas höher und lag bei 1.1341 $.

Ölpreis korrigiert – Bitcoin klar unter 40’000 $

Der jüngste Höhenflug der Ölpreise erhielt am Freitag einen Dämpfer. So gaben die beiden wichtigsten Rohölsorten Brent und WTI (WBS 114.32 +3.20%) nach, erholten sich aber von starken Verlusten im frühen Handel. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Abend 87.50 $.

Gold notierte trotz leichter Verluste bei einem Stand von 1834 $ klar über der Marke von 1800 $ pro Feinunze.

Kryptowährungen gerieten erneut unter Druck. Der Bitcoin sank markant und rutschte unter die Marke von 40’000 $. Bei Börsenschluss in Europa notierte die grösste Cyberdevise bei 38’800 $.