Märkte / Aktien

SMI schliesst fester

Die Schweizer Börse kann sich nicht auf dem neuen Jahreshoch halten. Nestlé stützen. Die Banken präsentieren sich schwächer. Der Ölpreis hält sein Dreimonatshoch.

(AWP/Reuters/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt ist mit leichten Gewinnen aus dem Handel am Donnerstag gegangen. Doch vom Rekordkurs des Vormittags wich er ab. Insgesamt waren es zahlreiche Faktoren, die zu dem insgesamt etwas entspannteren Bild beitragen, hiess es von Händlern. Darunter waren beispielsweise Entspannungen im Handelsstreit zwischen den USA und China. Das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed wiederum hatte die vorsichtige Haltung der Währungshüter von Ende Januar unterstrichen.

Der Leitindex Swiss Market Index SMI (SMI 9571.22 -0.26%) notierte bei Eröffnung 0,1% höher und kletterte im frühen Handelsverlauf weiter. Der Leitindex setzte bei 9364 Punkten die neue Bestmarke und notierte damit zwischenzeitlich so hoch wie seit Januar 2018 nicht mehr. Am Nachmittag schwenkte der SMI auf eine Seitwärtsbewegung ein. Im späten Handel gab er seine Gewinne jedoch fast vollständig her.

An Wallstreet hielten sich die Anleger zurück. Die drei vielbeachteten Indizes in New York büssten allesamt leicht ein. So verlor der Dow Jones (Dow Jones 26516.19 -0.16%) bei Handelsschluss in Europa 0,4%. Auch der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2905 -0%) büsste 0,4% ein. Für den Index der Technologiebörse Nasdaq Composite ging es 0,5% nach unten.

Nestlé über 91 Fr.

Im Schweizer Leitindex setzten Nestlé (NESN 95.85 0.8%) ihren Höhenflug fort. Die Titel des Nahrungsmittelkonzerns festigten sich dank erneuter Avancen über der Marke von 91 Fr. Auch die beiden anderen Schwergewichte – die Pharmatitel Roche (ROG 263.4 -1.09%) und Novartis (NOVN 77.03 -2.17%) – stützten den Markt.

Die Aktien des Rückversicherer Swiss Re (SREN 102.85 0.15%) stiegen, nach dem Einbruch im Vorjahr hatte der Konzern 2018 wieder deutlich mehr verdient. Die Katastrophenschäden waren 2018 zwar hoch, aber nicht so gewaltig wie im Jahr zuvor. Die anderen Versicherer im Leitindex – Zurich Insurance (ZURN 328.2 0.46%) und Swiss Life (SLHN 475.4 0.74%) – zeigten ein gemischtes Bild.

Nach den deutlichen Abgaben am Vortag wegen der Rekordbusse in Frankreich präsentierten sich die Aktien der UBS (UBSG 13.44 0.6%) erneut schwächer. Auch Credit Suisse (CSGN 13.68 0%) und Julius Bär (BAER 48.02 2.08%) gaben nach.

Sika (SIKA 151.65 -0.07%) notierten mit Abschlägen. Das Bauchemieunternehmen wird am morgigen Freitag die Zahlen für 2018 präsentieren.

Die Aussicht auf Fortschritte im China-USA-Konflikt wirkte sich auf die Uhrenhersteller Swatch Group (UHR 318.8 -0.78%) und Richemont (CFR 76.04 0.37%) nach anfänglichen Gewinnen beider Titel bei Handelsschluss letztlich unterschiedlich aus.

GAM nach Taucher mit Gewinnen

Im breiten Markt fielen die Aktien von GAM (GAM 4.406 9.11%) auf. Sie rauschten bei Eröffnung mehr als 8% bergab, erholten sich aber rasch. Nach zwischenzeitlich wieder deutlichen Verlusten schossen die Titel am Nachmittag nach oben. Bei Börsenschluss stand nach dem kräftigen Auf und Ab ein kleines Plus. Der Vermögensverwalter hatte im vergangenen Jahr wie bereits in Aussicht gestellt einen sehr hohen Verlust eingefahren. Auch die verwalteten Vermögen waren eingebrochen.

Georg Fischer (FI-N 1053 1.64%) gehörten zu den grössten Verlierern im SMI. Die Aktien der Industriegruppe korrigierten nach einem starken Kurszuwachs im gestrigen Handel.

Asmallword legten klar zu. Wie das soziale Netzwerk am Donnerstag mitgeteilt hatte, übernimmt es das Management des Seychellen-Resorts North Island. Weiter hiess es, das Resort werde voraussichtlich im Dezember 2019 in die Luxury Collection von Marriott International aufgenommen. Es sei das erste Hotel in der neu lancierten Asmallworld (ASWN 3.09 0.32%) Hotel Collection.

Asien im Plus

In Fernost gewinnen die Aktienindizes im späten Handel am Donnerstag grossteils, auch weil Anleger hoffnungsvoll auf die Verhandlungen zwischen den USA und China zum Handelsstreit schauen. In Tokio legt der Nikkei 225 um 0,3% zu, und der breiter gefasste Topix gewinnt 0,1%. Der Hang Seng in Hongkong steigt um 0,3%, und Chinas Leitindex CSI 300 rückt im späten Handel 0,2% vor. Der südkoreanische Kospi liegt unverändert zum Vortag, der australische S&P/ASX 200 avanciert dagegen 0,7%.

Euro kaum bewegt

Der Eurokurs bewegte sich in einem richtungslosen Handel kaum von der Stelle. Nach geringen Schwankungen kostete die Gemeinschaftswährung am frühen Abend 1.1335 $ und damit kaum mehr als am Morgen. Auch gegenüber dem Franken bewegte sich der Euro mit 1.1345 Fr. insgesamt in enger Spanne. Ein Dollar kostete 1.0010 Fr. und damit etwa gleich viel wie am Vorabend.

Öl auf Dreimonatshoch

Der Ölpreis hielt sich trotz Verlusten auf hohem Niveau. Zur Wochenmitte hatte die Notierung für US-Rohöl und Rohöl aus der Nordsee jeweils den höchsten Stand seit drei Monaten erreicht. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 71.98 0.39%) kostete bei Börsenschluss knapp 67 $. Auch der Goldpreis zeigte sich schwächer. Die Feinunze des Edelmetalls lag bei 1332 $.

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