Märkte / Aktien

SMI notiert zum Wochenende knapp über 11’100

Die Schweizer Börse verliert auch am Freitag. Sika arbeiten sich vom Ende an die Spitze. Swiss Re geben erneut nach.

(AWP/SPU) Zum Wochenschluss hat sich der Schweizer Aktienmarkt schwächer präsentiert. Die zwischenzeitliche Erholung verpuffte. Der Swiss Market Index SMI (SMI 8974.31 -0.25%) verlor bei Eröffnung 0,4%. Bis zum Mittag baute er seinen gesamten Verlust ab. Am Nachmittag drehte er in die Gewinnzone – konnte sich dort aber nicht halten. Mit Eröffnung der Wallstreet drehte der SMI ins Minus und gab deutlicher nach. Bei Handelsende konnte er die Marke von 11’100 zurückerobern. Am Vortag war der Leitindex um knapp 1% gefallen, nachdem er zur Wochenmitte um mehr als 1% gestiegen war.

In New York verloren die Aktien mehrheitlich. Der Dow Jones (Dow Jones 21636.78 -4.06%) büsste bei Handelsende in Zürich 0,8% ein. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2541.47 -3.37%) notierte 0,9% leichter. Ein Minus von 1,3% verzeichnete der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite.

Das Coronavirus dominierte weiterhin die Schlagzeilen und das Börsengeschehen. Die Zahl der gemeldeten Fälle ausserhalb Chinas stieg und schürte so die Angst der Investoren vor den negativen Folgen für die Weltwirtschaft. «Mit der steigenden Zahl von Neuansteckungen ausserhalb Chinas wächst auch die Sorge am Markt, dass die wirtschaftlichen Folgen deutlich länger anhalten und möglicherweise auch mehr Schaden als bisher befürchtet anrichten könnten», kommentierte ein Händler. Ein kleiner Lichtblick seien vor diesem Hintergrund die jüngsten PMI-Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone. Die Region zeige sich trotz Coronavirus bislang wirtschaftlich immun, kommentierte etwa die VP Bank (VPBN 122.2 -3.02%).

Sika arbeiteten sich von unten nach oben

Sika (SIKA 153.85 -1.91%) erholten sich von den anfangs klaren Verlusten und legten klar zu. Der Bauchemiehersteller hatte 2019 wie angekündigt das beste Resultat der Unternehmensgeschichte erzielt. Zum Wachstum trugen alle Regionen, Investitionen in neue Fabriken und nicht zuletzt eine grosse Übernahme bei. Die Zahlen fielen im Rahmen der Erwartungen aus.

Die Schwergewichte wie Nestlé (NESN 96.99 -0.46%), Roche (ROG 302.8 2.07%) und Novartis (NOVN 76.16 0.21%) schlossen im Minus, gaben aber weniger deutlich nach als der Gesamtmarkt.

Alcon (ALC 47.63 5.61%) drehten ins Minus. Der Augenspezialist wird in einer Woche die Jahreszahlen vorlegen.

Nach den gestrigen Avancen büssten UBS (UBSG 8.916 -1.7%) ein. Credit Suisse (Credit Suisse 7.914 -1.71%) gaben ebenfalls nach.

Bei Swatch Group (UHR 185.75 -0.38%) drücken einerseits die Nachrichten über die Ausbreitung des Virus in der Region Asien den Kurs. Experten hatten zuletzt gewarnt, der Markt berücksichtige noch nicht ausreichend, dass die Nachfrage auch in anderen asiatischen Ländern durch das Virus beeinträchtigt werde. Andererseits gab es am Morgen einen negativen Kommentar von Goldman Sachs (GS 158.34 -4.49%) inklusive Kurszielsenkung. Auch die Aktien des Rivalen Richemont (CFR 51.18 -3.25%) schlossen tiefer.

Nach den markanten Einbussen vom Donnerstag aufgrund schwacher Zahlen verloren die Aktien von Swiss Re (SREN 68.32 -3.34%) erneut.

Zykliker schwach

Die Valoren des Dentalimplantatherstellers Straumann (STMN 694 -2.01%) konnten ihre deutlichen Avancen nicht halten. Weniger schwach als der Gesamtmarkt präsentieren sich zudem weitere Vertreter der Gesundheitsbranche wie Vifor Pharma (VIFN 123.1 -5.78%) und Sonova (SOON 166.85 -3.05%).

Mit OC Oerlikon (OERL 7.485 2.18%), VAT Group (VACN 130.7 3.98%) und Kühne+Nagel trennten sich Investoren auch von Zyklikern. Kühne+Nagel veröffentlicht kommende Woche die Zahlen. Anleger erhoffen sich Angaben zum Einfluss von Covid-19. Am Vortag hatte Konkurrent Maersk erklärt, wegen des Virus mit einem schwachen Geschäft zum Jahresstart zu rechnen.

Im breiten Markt drehten die Titel der Cembra (CMBN 86.9 -0.23%) Money Bank ins Plus und schlossen fester. Die auf die Vergabe von Konsumkrediten spezialisierte Bank hatte 2019 besser als von Analysten erwartet abgeschnitten.

Gemischtes Bild in Asien

Die asiatischen Börsen standen am Freitag unter dem Einfluss der News zum Coronavirus. Das Bild war dennoch uneinheitlich. Der Nikkei-Index in Tokio lag 0,4% tiefer, der Topix war nahezu unverändert. Nach zwischenzeitlicher Korrektur notierte der Shanghai Composite in China 0,3% höher. Hongkongs Hang Seng fiel 1%, während der südkoreanische Kospi gar um 1,5% korrigierte. Die Börse in Australien war leicht im Minus. Der ASX All Ordinaries (All Ordinaries 5194 6.56%) gab 0,3% nach.

Euro zog zum Dollar markant an

Der Euro erholte sich mit einem Kurssprung am Freitag gegenüber dem Dollar. Somit entfernte er sich von seinem dreijährigen Tiefstand. Die Gemeinschaftswährung legte zur US-Währung klar zu und kostete 1.0854 $. Zum Franken bewegte sich der Euro bei Kursen von 1.0614 Fr. weiterhin auf einem Niveau, das er letztmals im Sommer 2015 gesehen hatte. Der Dollar büsste zum Franken klar ein und notierte bei 0.9780 Fr.

Öl klar tiefer, Gold klar höher

Der Ölpreis stoppte am Freitag seine Erholung der vergangenen Tage vorerst und gab deutlich nach. Am Markt war von neuen Sorgen wegen der von China ausgehenden Viruskrise die Rede. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 22.8 -2.73%) kostete bei Börsenschluss in Europa gut 58 $. Der Goldpreis festigte sich dank Avancen über der Marke von 1600 $ und notierte bei 1643 $ pro Feinunze.

Leser-Kommentare