Märkte / Aktien

SMI erholt sich und schliesst klar fester

Nach den gestrigen Abgaben notiert die Schweizer Börse wieder über 11'200. Roche legen deutlich zu, Temenos büssen ein. Sika mit Rekord. CS fallen auf Jahrestief. Wallstreet avanciert.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat sich zur Wochenmitte spürbar erholt. Der SMI (SMI 11'173.57 +0.56%) notierte bei Eröffnung 0,3% höher und damit wieder über 11’100. Im weiteren Handel konnte er seine Gewinne ausbauen und sogar die Hürde von 11’200 nehmen, über die er schloss. Am Vortag hatte der Leitindex mehr als 1% nachgegeben. Ganz vergessen war die Korrektur vom Montag und vor allem vom Dienstag aber noch nicht.

Auf die Laune der Börsianer könnten jederzeit wieder die rasant steigenden Corona-Infektionszahlen in einigen Ländern drücken. Anleger fürchten, dass steigende Infektionszahlen zu weiteren Lockdowns führen und sich dadurch die weltweite Wirtschaftserholung hinauszögert. Entscheidend für die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten sei nun die morgige Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB).

Der Börsentag stand zudem ganz im Zeichen der Berichtssaison. So hatte das Schwergewicht Roche (ROG 303.20 +1.22%) Umsatzzahlen vorgelegt, die Applaus erhielten. Und es lagen auch von einer Reihe weiterer Unternehmen Resultate vor, die in der Mehrheit überzeugten. Dies machte die happigen Vortagesverluste teilweise vergessen.

In New York wagten sich die Anleger wieder aus der Deckung. Die wichtigen Wallstreet-Indizes drehten im frühen Handel ins Plus. Der breit gefasste S&P 500 (S&P 500 4'225.20 +0.74%) gewann bei Börsenschluss in Europa 0,5%. Der Dow Jones (Dow Jones 34'777.76 +0.66%) lag 0,4% im Plus. Die Technologiebörse konnte ein Minus von rund 1% in ein Plus verwandeln. Der Nasdaq Composite stieg 0,6%.

Roche und Novartis beflügelten den SMI

Im Zentrum des Interesses standen Roche, die sich klar verteuerten. Der Basler Konzern hatte im ersten Quartal im Pharmageschäft im Rahmen der Erwartungen abgeschlossen, in der von Corona profitierenden Diagnostics-Sparte aber klar über den Prognosen. Damit war die manchenorts befürchtete negative Überraschung ausgeblieben, und Investoren reagierten entsprechend erleichtert.

Auch die anderen Pharmaschwergewichte, Novartis (NOVN 79.49 +0.52%), legten zu und stützten dank ihrer Erholung den Gesamtmarkt. Im Plus lagen auch die Aktien des Augenheilspezialisten Alcon (ALC 64.24 +2.75%).

Das dritte Schwergewicht, Nestlé (NESN 109.12 +0.2%), hinkte dem Markt zwar leicht hinterher, konnte aber auch klar avancieren. Am morgigen Donnerstag wird der Nahrungsmittelriese dann Zahlen vorlegen.

Überdurchschnittliche Avancen bei den Blue Chips verzeichneten ausserdem Sika (SIKA 282.30 +0.79%) nach positiven Analystenkommentaren im Nachgang zur Zahlenvorlage vom Vortag. Die Aktien des Bauchemiekonzerns passierten zum ersten Mal die Marke von 277 Fr. Höher schlossen ausserdem SGS (SGSN 2'751.00 +0.81%) nach einem Analystenkommentar.

Einen schweren Stand hatten am Tag vor der Q1-Präsentation die Papiere der Credit Suisse (CSGN 9.25 -0.52%). Medienberichte, wonach die Archegos-Pleite die Bank noch teurer zu stehen kommen könnte als bislang kommuniziert, trugen nicht zu einer Beruhigung der Lage bei. Die Aktien waren zeitweise auf ein neues Jahrestief bei 9.15 Fr. gefallen. UBS (UBSG 14.13 +0.11%) wurden von den Problemen der Konkurrentin belastet.

Schwächer waren aber auch die Luxusgütertitel Swatch Group (UHR 293.10 +2.27%). Deutlich im Plus notierten derweil die Aktien des Konkurrenten Richemont (CFR 95.66 +0.97%).

Temenos unter Druck

Temenos (TEMN 130.50 +1.87%) büssten ein, nachdem der Bankensoftwarehersteller Zahlen vorgelegt hatte. So war von einem starken Start ins neue Jahr die Rede. Händler verwiesen aber auf hohe Erwartungen und den zuletzt stark gestiegenen Kurs. Die Aktien erholten sich bis Handelsende in Zürich aber deutlich vom Tagestief bei 135.25 Fr.

Vom gestrigen Kurssturz konnten sich die Aktien des Chipherstellers AMS (AMS 18.27 +2.55%) nur leicht erholen. Die Kursveränderungen in AMS wechselten im Handelsverlauf mehrfach die Vorzeichen. Die Papiere des Sensorherstellers waren am Dienstag wegen Sorgen um Verluste von Apple-Aufträgen stark unter die Räder (-13%) gekommen.

Adecco (ADEN 61.14 +1.8%) schwächelten. Händler verwiesen auf die Zahlen des Konkurrenten Randstad, die am Morgen veröffentlicht wurden. Der holländische Konkurrent habe zwar den Konsens beim Umsatz übertroffen und beim Gewinn erfüllt, es gebe aber doch das eine oder andere Haar in der Suppe, ist zu hören.

Ems-Chemie (EMSN 852.50 -0.47%) lagen unangefochten an der SMI-Spitze. Grund dafür war ein Analystenkommentar. UBS stufte das Rating für die Aktien des Spezialchemieherstellers auf «Neutral» von «Sell» hoch und erhöhte das Kursziel auf 850 von 500 Fr.

PolyPeptide – ein Neuling zieht Interesse auf sich

Am breiten Markt hatte eine Vielzahl von Unternehmen über den Geschäftsgang orientiert. Verhaltenen Applaus erhielten die Glarner Kantonalbank (GLKBN 29.80 -0.33%), Villars (VILN 720.00 0%) und das Industrieunternehmen Phoenix Mecano (PM 475.00 +0.64%).

Weniger gut wurden die Angaben von Evolva (EVE 0.19 +7.16%), Lalique (LLQ 35.00 -2.23%) und Vontobel (VONN 69.70 +0.65%) aufgenommen. Für eine Enttäuschung sorgte der Vermögensverwalter GAM (GAM 2.29 -0.09%).

Am breiten Markt erregten zudem Mikron (MIKN 6.50 +2.2%) mit einem spektakulären Auf und Ab Aufsehen. Der Titel des Maschinenbauers hatte am Vortag um über 11% zugelegt.

Stadler Rail (SRAIL 45.00 +0.27%) lockten derweil dank einem Grossauftrag der SBB Käufer an.

Zudem wurde am Mittwoch der Gang des schwedischen Pharmazulieferers PolyPeptide (PPGN 82.55 -0.81%) an die Schweizer Börse SIX konkreter. Der erste Handelstag bei diesem klassischen IPO soll am 29. April stattfinden, wie das Unternehmen mitteilte.

Asien mehrheitlich schwächer

An Asiens Aktienmärkten überwogen am Mittwoch die Abgaben. In Tokio fiel der Nikkei 225 um 2% und der breiter gefasste Topix um 2%. Der Hongkonger Hang Seng (Hang Seng 28'610.65 -0.09%) notierte 1,8% tiefer, auf dem chinesischen Festland hielt der CSI 300 hingegen sein Vortagesniveau (+0,4%). Der koreanische Kospi büsste 1,3% ein.

Dollar leicht im Plus

Der Dollar legt am Mittwoch zum Euro wie auch zum Franken leicht zu. So notierte die europäische Gemeinschaftswährung am Abend bei 1.2030 $, im Tagesverlauf fiel sie aber bis 1.20 $ zurück. Marktbeobachter sprachen von einer Gegenreaktion, nachdem der Euro in den Tagen zuvor deutlich gestiegen war. Zum Franken notierte der Dollar bei Börsenschluss in Europa mit 0.9175 Fr. leicht höher. Der Euro legte zum Franken etwas zu und stand bei 1.1035 Fr.

Goldpreis fester

Der Ölpreis fiel am Mittwoch leicht, damit erholte er sich von einem Verlust, der zeitweise rund 2% betrug. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 68.20 -0.07%) gut 66 $. Gold (Gold 1'830.90 +0.83%) tendiert aufwärts und notierte bei 1792 $ pro Feinunze.