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SMI geht mit einem Minus ins Wochenende

Die Schweizer Börse legt nach den jüngsten Rekorden eine Pause ein. Schwergewichte halten den Index zurück. An der Wallstreet kaufen die Anleger mit Vorsicht.

(AWP/Reuters/SPU) Dem Schweizer Aktienmarkt ist nach seiner jüngsten Rekordjagd zum Wochenschluss die Puste ausgegangen. Der Leitindex SMI (SMI 9744.98 -0.62%) drehte nach einem ruhigen Morgen ins Minus und schloss bei 9926 Punkten. Am Vortag hat er im Handelsverlauf noch bei 10’062 Punkten einen neuen Rekord aufgestellt, am Ende aber unter der 10’000er Marke geschlossen. Auf Wochensicht resultierte für den Leitindex ein Plus von knapp 1%, nachdem er bereits die erste Juni-Woche im Plus beendet hatte.

In New York kauften die Anleger, gaben sich vor dem Wochenende aber insgesamt vorsichtig. Nach einem bereits gestern erzielten neuen Intraday-Allzeithoch stand der S&P 500 (SP500 2847.11 -2.59%) bei Börsenschluss in Europa mit 0,2% etwas höher. Der Dow Jones (Dow Jones 25628.9 -2.37%) gewann etwas deutlicher mit 0,3%. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite notierte 0,1% fester.

SMI-Schwergewichte belasteten

Im Schweizer Leitindex arbeiteten sich die Aktien des Luxusgüterherstellers Richemont (CFR 76.14 -1.07%) an die Spitze. Auf der Stelle traten derweil Swatch Group (UHR 267.7 -0.93%). Die Aktien des Technologieunternehmens ABB (ABBN 18.165 -0.93%) legten zu.

Versichererwerte wie Swiss Re (SREN 98.8 -0.76%), Zurich Insurance (ZURN 347.4 -0.83%) und Swiss Life (SLHN 470.6 -0.08%) schlossen fester. Die Aktien der Grossbanken UBS (UBSG 10.345 -0.91%) und Credit Suisse (CSGN 11.225 -1.01%) konnten sich nach den jüngsten Verlusten nur im frühen Handel erholen, danach bröckelten die Gewinne ab. Am Donnerstag hatten sie zu den grössten Verlierern gezählt. Die Aussicht auf noch tiefere Zinsen hatte Finanzwerte europaweit belastet.

Sika (SIKA 137.7 -1.08%) bewegten sich trotz des Kommentars von Citigroup (C 61.95 -3.07%) kaum. Sie hatte die Bewertung der Titel mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 188 Fr. gestartet.

Zu den grösseren Verlierern zählten dagegen die Schwergewichte Novartis (NOVN 87.34 -0.48%), Roche (ROG 271.85 -0.02%) und Nestlé (NESN 107.9 -0.37%). Auch die weiteren Valoren aus dem Gesundheitssektor, namentlich Alcon (ALC 57.21 -3.23%) und Lonza (LONN 350.3 -0.23%), verloren.

Tech-Werte schwächer

Im SMIM (SMIM 2511.602 -0.45%) fielen erneut die volatilen Titel von AMS (AMS 38.98 -3.87%) auf. Die Aktien des Chipherstellers büssten einen grossen Teil ihrer gestrigen Avancen ein. Auch Temenos (TEMN 160.95 -0.09%) und Logitech (LOGN 39.46 -0.1%) notierten leichter. VAT Group (VACN 114.3 -1.85%) arbeiteten sich nach anfänglichen Verlusten ins Plus.

Sowohl die Finanzwerte um Julius Bär (BAER 38.29 -1.31%) und GAM (GAM 3.694 -1.39%) (Partner Group bildeten eine Ausnahme) als auch die Valoren aus dem Gesundheitssektor zeigten sich schwächer. Sonova (SOON 228.4 -0.65%) und Vifor Pharma (VIFN 155.75 -0.61%) gaben nach.

Verluste waren im breiten Markt bei Comet (COTN 80.05 1.01%) zu sehen. Bei der Industriegruppe nimmt CEO René Lenggenhager nach nur knapp zwei Jahren im Amt den Hut.

In den Aktien von Orior (ORON 84.8 0.47%) war Erleichterung der Anleger zu spüren. Die Schweinepest in China hat laut dem Lebensmittelhersteller kaum Auswirkungen auf das Geschäft.

Bei dem Biopharmaunternehmen Cosmo (COPN 84.6 -1.63%) nahm der Markt die jüngsten Daten zum Reisedurchfallmittel Aemcolo freundlich auf.

Asiens Börse trotz starker US-Vorgaben verhalten

In Asien fiel der Börsentag weniger positiv aus als in den USA (am Donnerstag). Während der Shanghai Composite 0,5% avancierte, verlor der Topix in Japan 1%. Südkoreas Kospi und der Hang Seng in Hongkong notierten beide 0,3% tiefer.

Euro über 1.11 Fr.

Zum Franken machte der Euro etwas Boden gut und ging bei Börsenschluss in Zürich zu 1.1110 Fr. um. Am Vortag war er bis auf 1.1057 Fr. zurückgekommen. Zum Greenback stieg der Euro über die Marke von 1.13 $ und lag zuletzt bei 1.1321 $. Der Dollar zeigte sich gegenüber der Schweizer Valuta bei einem Stand von 0.9813 Fr. stabil. Am Vortag war das Währungspaar vorübergehend unter die Marke von 0.98 gefallen. Die Aussicht auf eine lockere Geldpolitik in den USA und in der Eurozone hat den Franken zuletzt klar aufwerten lassen.

Gold über 1400 $

Die Hoffnung auf niedrigere US-Zinsen trieben den Goldpreis. Eine Feinunze (31 Gramm) des Edelmetalls erreichte mit 1411 $ zeitweise den höchsten Stand seit sechs Jahren. Dann dämmte Gold (Gold 1526.9 1.91%) seine Gewinne ein, notierte um 17.30 Uhr MESZ zwar fester, aber unter der Marke von 1400 $.

Ölpreis mit weiteren Avancen

Der Ölpreis gewann weiter, nachdem er am Vortag stark gestiegen war. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 58.85 -2.44%) kostete bei Börsenschluss in Europa gut 65 $. Starken Auftrieb hatten die Rohölpreise in den vergangenen Tagen durch die Spannungen zwischen den USA und Iran erhalten.

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