Märkte / Aktien

SMI verliert klar, schliesst aber über 10’300

Die Schweizer Börse gibt deutlich nach. Keine Gewinner im SMI. Besonders die Bankaktien büssen ein. Gold unter 1900 $.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat zum Wochenstart erst einmal den Rückwärtsgang eingelegt. Der SMI (SMI 9999.05 0.09%) eröffnete 0,7% tiefer. Im frühen Handel baute er seinen Verlust aus. Die Marke von 10’400 fiel am Mittag. Am Nachmittag kam der Leitindex zusätzlich unter Druck. Im späten Handel rutschte er sogar unter 10’300, bis Handelsende konnte er sich aber wieder über diese Marke arbeiten. Vor allem schwache Finanztitel erwiesen sich als Belastung für den Gesamtmarkt. Dass Investoren wieder nervöser sind, war auch am Volatilitätsindex VSMI abzulesen, der klar zulegte.

Auch auf den Kurstafeln in New York dominierte Rot. Die drei Hauptindizes an der Wallstreet gaben bis Handelsende in Zürich klar nach. Der S&P 500 (SP500 3453.49 0.52%) büsste 2,2% ein. Der Dow Jones (Dow Jones 28363.66 0.54%) verlor 3%. Ein Minus von 1,5% verzeichnete die Technologiebörse Nasdaq Composite. In Frankfurt gab der Dax (DAX 12543.06 -0.12%) klar nach, auch der EuroStoxx50 schloss markant tiefer.

Laut Händlern waren es vor allem die steigenden Infektionszahlen in Europa, die den Investoren Angst einflössten. Die Sorge um einen neuerlichen Lockdown und die damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen gewinne die Oberhand, hiess es von Händlerseite. Immerhin haben Länder wie Israel und Grossbritannien erneute Lockdowns angekündigt. «Damit wird unter den Anlegern auch immer häufiger die Frage diskutiert, ob die rasante Kurserholung seit März jetzt ihr jähes Ende finden könnte», fasste ein Börsianer zusammen. Und auch das Warten auf ein US-Konjunkturpaket dauert an – nur noch die wenigsten rechnen mit einer baldigen Einigung.

Bankaktien sehr schwach

Neunzehn der zwanzig SMI-Werte gaben nach. Mit überdurchschnittlichen Verlusten kamen UBS (UBSG 11.245 1.12%) und Credit Suisse (CSGN 9.616 -0.66%) zurück. Wie die Recherchen des weltweiten Journalistennetzwerks ICIJ zeigen, betreiben einige Grossbanken weiterhin Geldwäscherei. UBS stehen mit Berichten über Übernahmepläne noch mehr im Rampenlicht.

Klar schwächer als der Markt notierten auch die Versicherer Swiss Re (SREN 67.48 -0.15%), Swiss Life (SLHN 335.3 -0.39%) und Zurich Insurance (ZURN 310.8 1.04%).

Bei den Schwergewichten schlossen Nestlé (NESN 106.32 -0.21%) stabil. Novartis (NOVN 76.63 0.33%) und Roche (ROG 297.25 -0.64%) drehten derweil bereits früh ins Minus.

Die Aktien des Finanzhauses Partners Group (PGHN 854.4 0.28%) sind ab dem heutigen Montag neu im Leitindex SMI vertreten. Sie ersetzen Adecco (ADEN 51.2 -1.08%), die an ihre Schwäche von Freitag anknüpften.

Logitech grün

Im SMIM (SMIM 2626.289 -0.68%) fiel mit den Aktien von Julius Bär (BAER 43.38 -0.71%) ein weiterer Bankwert mit hohen Verlusten auf.

Die Angst vor einem neuerlichen Lockdown machte sich auch unter den Aktien der mittelgrossen Unternehmen bemerkbar. Die Titel des Reisedetailhändlers Dufry (DUFN 35.82 0.11%) wurden ebenso auf den Markt geworfen wie Flughafen Zürich (FHZN 126.7 0.64%). Swiss und Lufthansa (LHA 8.044 2.68%) hatten am Berichtstag mitgeteilt, dass der «Neustart» der Flotte nicht so schnell wie geplant von statten gehen werde. Reiserestriktionen machten Fluggesellschaften wieder einen kräftigen Strich durch die Rechnung.

Bei den Technologiewerten verloren AMS (AMS 21.16 -2.76%) und Temenos (TEMN 106.55 0.28%) deutlich, während sich Logitech (LOGN 80.98 -3.57%) gegen den Trend stemmten.

Auch Gesundheitswerte wie Straumann (STMN 1004.5 3.66%), Vifor Pharma (VIFN 112.5 1.35%) oder Sonova (SOON 237.8 -0.29%) standen unter Verkaufsdruck.

In den hinteren Reihen verloren die Valoren von DKSH (DKSH 61.65 2.24%). Der Konzern blickt an seinem heute Montag stattfindenden Investorentag zuversichtlich in die Zukunft.

Zu den positiven Ausreissern gehörten die Penny Stocks Relief Therapeutics (RLF 0.488 -1.21%), die nach Aussagen über eine kommerzielle Zusammenarbeit gewannen.

Asien im Minus

Die Aktienmärkte auf dem chinesischen Festland zeigten sich am Montag schwächer. Zum Wochenauftakt zeichnet sich eine abwartende Haltung ab angesichts der Entwicklung der Coronaviruspandemie mit einem Anstieg von Fällen in Europa. Die Handelsplätze in Japan blieben wegen eines Feiertages geschlossen. Dort öffnen die Märkte am Mittwoch wieder. Der Hang Seng in Hongkong schloss 1,5% tiefer, während der Shanghai Composite 0,6% schwächer handelte. Der CSI 300 gab 0,8% nach. In Taiwan büsste der Taiex 0,4% ein. In Südkorea ging der Kospi 0,8% zurück.

Dollar massiv stärker

Der Dollar legte zu Wochenbeginn markant zu. Folglich büsste der Euro am Montag zum Dollar ein und rutschte sogar unter die Marke von 1.18 $. Um 17.30 Uhr MESZ lag er bei 1.1733 $. Auch zum Franken zog der Greenback an. Der letzte Kurs lautete 0.9170 Fr. Mit einem Preis von 1.0755 Fr. zeigte sich der Euro zur Schweizer Währung wesentlich leichter.

Öl und Gold markant tiefer

Der Ölpreis notierte mit grossen Abschlägen. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 42.48 2.12%) knapp 41 $. Gold (Gold 1904.6 -1.04%) verlor ebenfalls stark und rutschte unter 1900. Bei Börsenschluss in Europa stand die Feinunze bei 1897 $.

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