Märkte / Aktien

Schweizer Anleger bleiben nach Evergrande-Schock zögerlich

Die Schweizer Börse schliesst mit leichten Avancen. An der Spitze des SMI positionierten sich Partners Group.

(AWP/Reuters/CF) Die Schweizer Börse hat sich dem Aufschwung der internationalen Börsen am Dienstag vergleichsweise zögerlich angeschlossen. Der Swiss Market Index (SMI (SMI 11'961.34 +0.58%)) zeigte sich den ganzen Tag über leicht fester und schliesst nur leicht über Vortagesniveau. Nach dem Ausverkauf infolge der Schieflage von China Evergrande (3333 0.31 -5.27%) setzten Investoren zwar darauf, dass es eine Rettungsaktion für den hoch verschuldeten Immobilienkonzern gebe werde. Für Vorsicht sorgte aber die Zinssitzung der US-Notenbank (Fed) am Mittwoch, bei der die Fed den Grundstein für das Zurückfahren ihrer Anleihenkäufe – das sogenannte Tapering – legen könnte.

An die Spitze der Standardwerte setzten sich Partners Group (PGHN 1'522.50 +0.23%). Der Finanzinvestor hat 15 Mrd. $ für Private-Equiy-Investitionen hereingeholt.

Mit den Bauwerten Geberit (GEBN 707.60 +0.97%) und Sika (SIKA 311.00 +0.91%), dem Duft- und Aromenhersteller Givaudan (GIVN 4'221.00 -0.14%) sowie dem Elektrotechnikkonzern ABB (ABBN 31.91 +0.73%) waren konjunkturabhängige Werte stark gefragt. Auch zu den Aktien der Versicherer Swiss Life (SLHN 483.80 +1.17%) und Swiss Re (SREN 81.26 +1.09%) griffen die Anleger. Die Anteile der Computerzubehör-Firma Logitech (LOGN 81.26 -1.91%), die am Montag den Uhrenkonzern Swatch Group (UHR 251.00 +0.28%) aus dem Leitindex verdrängt hatte, stiegen weiter.

Am breiten Markt zogen die Titel des Duty-free-Shop-Betreibers Dufry (DUFN 51.50 +1.46%) an, nachdem die USA angekündigt hatten, die Einreisebeschränkungen für viele gegen Corona Geimpfte ab November aufzuheben.

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Leicht erholt nach schwachem Wochenstart

Die US-Aktienmärkte haben sich am Dienstag etwas von den deutlichen Vortagesverlusten erholt. Der Leitindex Dow Jones Industrial legte zu, nachdem er zu Wochenbeginn noch rund 1,8% eingebüsst hatte. Insbesondere die Angst der Anleger vor dem kriselnden chinesischen Immobiliensektor hatte die Kurse weltweit auf Talfahrt geschickt.

Einen Kursrutsch erlebte zum Wochenstart auch der Dax. Am Dienstag hat er sich aber ebenfalls gefangen. Der deutsche Leitindex schliesst fester. Damit nutzten die Investoren die jüngsten Rücksetzer für Zukäufe. Nach ihrem zunächst verpatzten Dax-Debüt zogen die Papiere des Kochboxenversenders Hellofresh mehr als 3% an und gehörten damit zu den Index-Favoriten. Ähnlich stark verteuerten sich auch die Anteile an der ebenfalls frisch in den Dax aufgestiegenen VW -Dachholding Porsche SE .

Banken erholen sich ebenfalls vom tiefen Kursknick des Vortags. Während die Anteile an der Commerzbank (CBK 6.10 +0.99%) zulegen, müssen sich Anleger der Deutsche Bank (DBK 11.41 +3.16%) jedoch mit weniger zufrieden geben. Zu Wochenbeginn hatten beide Werte im Zuge der China-Sorgen jeweils fast 8% eingebüsst.

Euro stabil über 1,17 $

Der Euro hat sich am Dienstag über 1,17 $ stabilisiert. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1723 $. Am Montag war sie mit genau 1,17 $ auf den tiefsten Stand seit etwa einem Monat gefallen.

Der Franken legte gegenüber Euro und Dollar zu. Die Gemeinschaftswährung fiel auf 1,0819 Franken nach 1,0853 Fr. am frühen Nachmittag. Der Dollar sank auf 0,9228 Fr., nachdem er kurz nach dem Mittag noch 0,9247 Fr. gekostet hatte.

Die Ölpreise haben am Dienstag nach einer zwischenzeitlichen Erholung wieder nachgegeben. Am Nachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 73,77 $. Das waren 15 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 82.33 +1.07%)) fiel um zehn Cent auf 70,19 $.

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