Märkte / Aktien

SMI schliesst über 12’000

Die Schweizer Börse beendet den Handelstag leicht über Vortagesniveau. ABB nach Zahlen deutlich im Minus.

(AWP/CF) Die Marke von 12’000 Punkten im Swiss Market Index (SMI (SMI 12'597.43 +0.67%)) bleibt hart umkämpft. Nach einem bewegten Handelsverlauf sorgten am Donnerstag aber wieder Kursgewinne der Schwergewichte für einen höheren Schlusskurs über der – mehr psychologisch als charttechnisch wichtigen – Schwelle. Diese hatte der SMI am Vortag erstmals seit mehr als einem Monat wieder überwunden.

Deutlich nach unten ging es bei den Blue Chips für ABB (ABBN 33.80 +0.72%) und Schindler (SCHP 249.70 -1.27%) nach Zahlen. ABB wurde im dritten Quartal trotz gutem Auftragseingang vom anhaltenden Mangel an Computerchips in der Umsatzentwicklung gebremst. Der Elektrotechnikkonzern senkte denn auch das Umsatzziel.

Der Lift- und Rolltreppenhersteller hat zwar mit dem Zwischenbericht die Analystenschätzungen grösstenteils erfüllt, jedoch im dritten Quartal einen deutlichen Rückgang beim Wachstum verbucht.

Schwach waren auch Holcim (LHN 45.91 -0.63%). Die steigenden Energiepreise dürften der Branche noch zu schaffen machen, heisst es bei Goldman Sachs (GS 397.32 -0.7%).

Gestützt wurde der Markt von den Kursgewinnen der Schwergewichte Roche (ROG 372.90 +1.26%) und Nestlé (NESN 123.80 +1.58%). Novartis (NOVN 74.82 -0.04%) rutschten dagegen ins Minus. Nestlé und Roche hatten am gestrigen Mittwoch über den jüngsten Geschäftsverlauf berichtet. Dabei hätten Nestlé überzeugt und Roche enttäuscht, heisst es.

Im breiten Markt sorgten enttäuschende Zahlen bei Zur Rose (ROSE 331.00 -0.3%) und GAM (GAM 1.40 +2.56%) für Abgaben. Huber+Suhner (HUBN 82.60 -1.31%) zogen dagegen nach Quartalszahlen an.

Für Gesprächsstoff unter den Anlegern sorgte auch ein Bericht, wonach die Messeveranstalterin MCH Group (MCHN 9.70 +2.11%) Opfer eines Cyberangriffs geworden ist. Das Unternehmen sei mittels Schadsoftware angegriffen worden, heisst es in einer Mitteilung von MCH vom Donnerstag. Die ICT-Abteilung von MCH habe zusammen mit externen Experten und den Bundesbehörden unverzüglich Massnahmen zur grösstmöglichen Schadensbegrenzung ergriffen, heisst es weiter. Ob auch Daten abgezogen worden sind, ist laut der Mitteilung noch nicht klar, dies werde nun untersucht. Zudem erstattet MCH gemäss den Angaben Strafanzeige.

Eine Übersicht über die Gewinner und die Verlierer finden Sie hier.

Deutsche Börse (DB1 137.75 -0.9%) leicht tiefer

Der Dax hat am Donnerstag seine frühen Verluste im Handelsverlauf wettgemacht, um dann am späten Nachmittag wieder ins Minus zu fallen. Zeitweise wurde die Marke von 15’500 Punkten übersprungen, womit er dem wichtigsten US-Börsenindex Dow Jones Industrial allerdings weiter hinterher hinkt. Dieser hatte am Vortag angesichts erfreulicher Quartalsberichte von Unternehmen eine Bestmarke erreicht. Der Dax ist indes noch ein gutes Stück von seinem Hoch entfernt.

Dass der Leitindex seine Eröffnungsverluste am Nachmittag ausgleichen konnte und ins Plus gefunden hat, ist laut Andreas Lipkow von Comdirect insbesondere Aktien von Unternehmen aus nichtzyklischen Branchen und Wirtschaftssektoren zu verdanken – sprich Unternehmen, die weniger konjunkturabhängig sind. Klassische Zykliker wie Industrieunternehmen oder solche aus dem Stahl- und Baubereich standen dagegen weiter unter Verkaufsdruck.

SAP (SAP 118.34 -1.09%) drehten nach einer Analystenkonferenz zum Quartalsergebnis ins Minus und waren die schwächste Aktie im Dax. Trotz des starken Marktumfelds schaffe es der Softwarekonzern offenbar nicht, seine Umsatz- und Gewinnsituation schneller zu verbessern, bemängelte ein Händler.

Bitcoin (Bitcoin 50'126.47 -0.6%) steuert auf neues Rekordhoch zu

Der Kurs des Euro hat am Donnerstag leicht nachgegeben. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1643 $. Sie notierte damit etwas niedriger als am Morgen.

Gleichzeitig zeigte sich der Franken im Verlauf des Nachmittags weiterhin stark. Nach dem das Euro/Franken-Paar bereits am Donnerstagmorgen unter die 1,07-Marke gefallen war, notiert es momentan auf 1,0684 Fr. Auch der US-Dollar verlor am Donnerstag zum Franken an Boden und kostet derzeit 0,9177 nach noch 0,9192 Fr.  im frühen Handel.

Eine überraschend deutliche Zinssenkung der türkischen Zentralbank beschleunigt die Talfahrt der Landeswährung. Im Gegenzug steigen Dollar und Euro um jeweils fast 3% und sind mit 9,4782 beziehungsweise 11,0064 Lira so teuer wie nie.

Nach einer kurzen Verschnaufpause setzt Bitcoin erneut zum Sprung auf ein Rekordhoch an. Die Cyber-Devise steigt um ein Prozent auf 66’647 $, nachdem sie am Mittwoch mit fast 67’000 $ die vorangegangene Bestmarke vom April übertroffen hatte. «Der Risikoappetit scheint nur schwer zu bändigen», sagt Analyst Timo Emden von Emden Research. «Vor allem Privatanleger haben Angst, die Rally zu verpassen.»

Ölpreise geben nach

Die Ölpreise sind am Donnerstag gesunken. Marktbeobachter sprachen von einer Gegenreaktion nach einem kräftigen Preissprung am Vortag mit weiteren mehrjährigen Höchstständen. Im Mittagshandel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 84,93 $. Das waren 89 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 72.77 +0.55%)) fiel um 54 Cent auf 82,88 $.

Am Vortag waren die Ölpreise noch stark gestiegen, nachdem bekannt wurde, dass die Lagerbestände an Rohöl in der grössten Volkswirtschaft der Welt laut offiziellen Regierungsdaten gesunken waren. Der Markt wurde von der Entwicklung überrascht, weil zuvor der Interessenverband American Petroleum Institute (API) einen starken Zuwachs der Lagerbestände verzeichnet hatte.

Leser-Kommentare