Märkte / Aktien

SMI schliesst leicht im Plus

Die Schweizer Börse kommt zurück, bewegt sich aber auf einem Rekordniveau. UBS erholen sich, Lonza steigen weiter.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch mit leicht höheren Kursen geschlossen und dabei gleich zur Eröffnung einen neuen Rekord für den Swiss Market Index SMI (SMI 11128.81 0.33%) markiert. Der Leitindex stieg bei Eröffnung 0,3%. Im Vormittagshandel legte er noch weiter auf einen Stand von 10’961 Punkten zu. Damit hatte er die Marke von 11’000 Punkten ins Visier genommen. Am Nachmittag schaltete der SMI einen Gang zurück, konnte sich aber in der Gewinnzone halten.

Auch in New York avancierten die Aktien mehrheitlich. Die drei viel beachteten Indizes an der Wallstreet legten bei Börsenschluss in Europa allesamt zu. Der Dow Jones (Dow Jones 29398.08 -0.09%) stieg minimal 0,1%. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3380.16 0.18%) gewann 0,3%. Der Nasdaq Composite der Technologiebörse stand 0,5% im Plus. IBM (IBM 150.7 -2.34%) fuhren Gewinne ein. Der IT-Konzern legte dank eines starken Cloud-Geschäfts ein Quartalsergebnis über Markterwartungen vor. Auch Netflix (NFLX 380.4 -0.26%) überraschte mit einem Quartalsergebnis über den Prognosen. Allerdings verdarb die Warnung vor einem verschärftem Wettbewerb mit den neuen Streaming-Diensten von Apple (AAPL 324.95 0.02%) und Disney (DIS 139.54 -0.97%) Investoren die Laune. Der Höhenflug von Tesla (TSLA 800.03 -0.49%) ging indes weiter. Damit übersprang der Börsenwert des Elektroauto-Pioniers erstmals die Marke von 100 Mrd. $ – das ist genau so viel wie der weltgrösste Autobauer Volkswagen (VOW 195 6.18%).

In Frankfurt gingen die Kurse zurück, nachdem der Leitindex Dax (DAX 13744.21 -0.01%) im frühen Handel ein Rekordhoch erzielt hatte. Das Corona-Virus in China bleibe zwar ein relevantes Thema auf dem Börsenparkett, hiess es im Handel. Allerdings zeigten sich die Investoren mit dem Krisenmanagement der chinesischen Regierung zufrieden, und die Furcht vor einer massiven Ausbreitung des Virus habe nachgelassen.

UBS erholten sich

Unter den Schweizer Blue Chips standen vor allem Swatch Group (UHR 253 -0.59%) im Plus. Derweil konnten Richemont (CFR 74.48 -0.24%) keine Verluste wettmachen. Auch sie hatten am Vortag wegen des China-Virus Federn gelassen. Am Markt weckt das Virus Erinnerungen an den Ausbruch der Sars-Epidemie vor siebzehn Jahren. Damals hatten vor allem die Luxusgüterkonzerne und die Tourismusbranche darunter gelitten.

Nach den deutlichen Abgaben im Anschluss an die Zahlenpräsentation gestern erholten sich die Aktien von UBS (UBSG 12.965 -0.31%). Credit Suisse (CSGN 13.455 0.49%) blieben derweil zurück. Die Versicherertitel um Zurich Insurance (ZURN 433.1 1%), Swiss Life (SLHN 517 0.58%) und Swiss Re (SREN 115.4 0.65%) konnten ihre morgendlichen Gewinne nicht vollständig halten.

Lonza (LONN 416.9 -0.48%) stiegen nach dem gestrigen Kurssprung weiter. Am Morgen war es zunächst zu Gewinnmitnahmen gekommen.

Dagegen machte sich bei den Pharmawerten Roche (ROG 340.6 -1.2%) und Novartis (NOVN 95.62 -0.21%) nicht die Euphorie bemerkbar, die in den USA am Dienstag die Pharmabranche gestützt hatte. Laut Händlern profitierten die Aktien von der Hoffnung, dass das China-Virus zu einer erhöhten Nachfrage nach Medikamenten führen könnte. Novartis belasteten mit ihren Verlusten den SMI.

Unter Verkaufsdruck standen LafargeHolcim (LHN 49.7 0.32%). Hier waren es Analystenkommentare, die für Kursabgaben sorgten. Bei UBS hiess es in einem Kommentar, die Risiken in den Schwellenländern blieben bestehen, und nach dem jüngsten Kursanstieg sei die Bewertung nun weniger attraktiv. Exane BNP hatte im Rahmen einer Branchenstudie das Rating für LafargeHolcim auf «Underperform» von «Neutral» gesenkt und das Kursziel auf 46.50 Fr. gesenkt.

Zur Rose gefragt

Zahlen hatte am Morgen im breiten Markt der Schokoladehersteller Barry Callebaut (BARN 2196 0.73%) vorgelegt. Die Aktien bewegten sich jedoch kaum. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2019/20 war der Konzern stark gewachsen und hatte das Verkaufsvolumen um 8,2% gesteigert.

Im SMIM (SMIM 2875.052 0.31%) standen die Papiere von Schindler (SCHP 242.1 -2.77%) tiefer. Auch andere Industrietitel wie OC Oerlikon (OERL 10.62 -0.47%) oder Bucher (BUCN 344.8 0.88%) Industries büssten ein. Zudem setzten AMS (AMS 42.16 -3.3%) die Abwärtsbewegung der jüngsten Vergangenheit fort.

Derweil stiegen die Aktien des Hörsystemherstellers Sonova (SOON 255.7 1.31%) auf ein Allzeithoch.

Zur Rose (ROSE 121 1.17%) reagierten deutlich positiv. Die Versandapotheke war 2019 deutlich gewachsen, die Aktien sind im Januar rund 40% gestiegen.

Für Bobst (BOBNN 54.1 -0.92%) ging es klar abwärts, nachdem der Verpackungsmaschinenhersteller vor einer schwachen Gewinnentwicklung im Jahr 2020 gewarnt, den Ausblick aber bestätigt hatte.

Die Aktien von Basilea (BSLN 59.15 4.32%) profitierten von der Nachricht, dass das Pharmaunternehmen seine Kooperation mit Roche erweitert hat.

Erholung in Asien

In Asien erholten sich die Aktienmärkte von den Vortagesverlusten, die wegen der neuen Lungenkrankheit ausgelöst worden waren. Ankündigungen der chinesischen Regierung haben beruhigt. Der Nikkei 225 stieg 0,7%, der Hang Seng gewann 1,2%, der Shanghai Composite avancierte 0,3%.

Euro gab Avancen preis

Die politische Unsicherheit in Italien hat den Euro am Mittwoch etwas belastet. In Italien, der drittgrössten Euro-Volkswirtschaft, bahnt sich ein Wechsel an der Spitze einer der Regierungsparteien an. Kurz vor wichtigen Regionalwahlen steht der Chef der Regierungspartei Fünf-Sterne-Bewegung und Aussenminister, Luigi Di Maio, Medienberichten zufolge vor dem Rücktritt von seinem Parteiamt. Die Krise setzt die Koalition zwischen Sternen und Sozialdemokraten in Rom weiter unter Druck. Die europäische Gemeinschaftswährung sank bis zum Abend auf 1.1074 $.

Gegenüber dem Schweizer Franken kam der Euro zurück. Um 17.30 Uhr MEZ lag der Euro bei 1.0741 Fr. Auch der Dollar gab zum Franken die leichten Gewinne des Morgens wieder ab. Er notierte knapp unter der Marke von 0.97 Fr. bei einem Kurs von 0.9694 Fr.

Ölpreis klar tiefer

Der Ölpreis gab deutlich nach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 57.12 1.87%) kostete bei Börsenschluss in Europa gut 64 $. Gold (Gold 1583.83 0.5%) stand stabil bei einem Preis von 1558 $ pro Feinunze.