Märkte / Aktien

SMI schliesst leicht im Plus

Die Schweizer Börse pendelt um 10'900. Zykliker sind uneinheitlich. Analystenempfehlungen sorgen für Bewegungen.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat sich zum Wochenschluss wenig entschlossen präsentiert, insgesamt tendierte er aber leicht aufwärts. Der SMI (SMI 10'607.79 -1.32%) lag bei Eröffnung 0,2% tiefer. Im frühen Handel pendelte er um die Marke von 10’900. Am Nachmittag drehte der SMI ins Plus. Nachdem der Leitindex am Vortag erstmals seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie wieder über die Marke von 11’000 Punkten gestiegen war, kassierten einige Akteure erst einmal ihre jüngsten Gewinne. Der Zurückhaltung entsprechend dürfte daher auch der Nachrichtenfluss rund um das Virus wieder etwas stärker in den Fokus treten.

«Die Aktienkurse sind dem Licht am Ende des Tunnels zwar schnell entgegengelaufen, jetzt muss aus der Hoffnung aber auch irgendwann Realität werden, um die Rally zu bestätigen», kommentierte ein Händler. Und je länger die Restriktionen bestehen blieben, desto mehr dürfte auch die Frage aufkommen, ob die Regierungen und die Zentralbanken genügend unternehmen, um eine zweite, potenziell längere Rezession zu verhindern, so der Experte weiter. Vor diesem Hintergrund rückt das geplante Konjunkturprogramm von US-Präsident Joe Biden wieder ins Rampenlicht. Nach Einschätzung von Beobachtern wird das Gesetz ohne die Unterstützung einiger Republikaner kaum durchzusetzen sein.

Wallstreet wurde am Freitag wieder von Gewinnmitnahmen geprägt. Die wichtigen US-Indizes gaben bei Handelsende in Europa leicht nach. So verlor der S&P 500 (S&P 500 3'839.00 +1.95%) 0,4%. Der Dow Jones (Dow Jones 31'496.30 +1.85%) notierte 0,6% im Minus. Abgaben in der Höhe von 0,3% verzeichnete die Technologiebörse, der Nasdaq Composite. Zu den grössten Verlierern zählten die Aktien von IBM (IBM 122.83 +2.26%). Eine Verunsicherung bei Kunden in der Coronakrise hatte dem US-Computerkonzern im Quartal einen Umsatzrückgang eingebrockt. Die Aktien von Intel gaben ebenfalls klar nach. Anlegern missfiel, dass der weltgrösste Chipkonzern nun doch seine Prozessoren weiterhin grösstenteils in eigenen Fabriken herstellen will.

Schwergewichte stützten

Bei den SMI-Blue-Chips gab es wenige, klare Sektortrends. Avancen verzeichneten die Aktien des Augenheilspezialisten Alcon (ALC 62.66 -0.48%). Dass sich der Markt besser hielt als die meisten Börsen in Europa, lag aber vor allem an Nestlé (NESN 98.57 +0.07%), Roche (ROG 298.00 -1.96%) und Novartis (NOVN 76.89 -1.68%), die den Markt dank Gewinnen stützten.

Die Aktien der Grossbanken UBS (UBSG 14.35 -0.66%) und Credit Suisse (CSGN 12.75 -1.7%) tendierten leichter. Am Vortag sind sie etwas zurückgekommen. Schwächer präsentierten sich die Versicherer sowie die Titel des Vermögensverwalters Partners Group (PGHN 1'083.00 -3.43%).

Bei Zyklikern war keine gemeinsame Richtung auszumachen. Etwas besser schlugen sich ABB (ABBN 27.06 -1.28%), Geberit (GEBN 555.20 -0.54%) oder SGS (SGSN 2'616.00 -1.28%). Andere Zykliker wie Sika (SIKA 248.80 -1.27%) oder LafargeHolcim (LHN 52.42 -1.8%) zählten zu den grösseren Verlierern.

Vifor unter Druck

Im SMIM (SMIM 2'901.14 -1.19%) notierten vor allem die Aktien des Pharmaunternehmens Vifor Pharma (VIFN 116.95 +2.72%) nach einer Verkaufsempfehlung durch UBS tiefer.

Belastet wurden Adecco (ADEN 61.86 +0.13%). UBS hatte die Einschätzung für die Valoren des Personalvermittlers geändert. Neu werden sie zum Verkauf empfohlen (zuvor «Kaufen»), mit einem Kursziel von 55 Fr.

An der Spitze schlossen BB Biotech (BION 83.35 -2.91%). Die Beteiligungsgesellschaft hatte Zahlen vorgelegt und wird die Dividende erhöhen.

Bei den Technologiewerten im SMIM setzte sich der gemischte Trend fort. Während Logitech (LOGI 86.18 -3.28%) sich weiter von den deutlichen Verlusten nach Bekanntgabe starker Zahlen erholten und AMS (AMS 19.04 -0.68%) ins Plus drehten, büssten Temenos (TEMN 130.00 -0.19%) ein.

Die Papiere des Lift- und Rolltreppenherstellers Schindler (SCHP 253.70 -0.39%) waren von Oddo BHF abgestuft worden.

Morgan Stanley (MS 80.87 -0.3%) erhöhte das Kursziel für Julius Bär (BAER 56.06 -0.39%) von 60 auf 66 Fr. und bestätigte die Einstufung «Overweight».

Kudelski profitierten von Ergebnis

Im breiten Markt zogen die Aktien des Westschweizer Technologieunternehmens Kudelski (KUD 4.65 -1.38%) nach ersten Angaben zum abgelaufenen Geschäftsjahr stark an.

Huber+Suhner (HUBN 71.10 -1.66%) drehten ins Plus, nach Zahlen des Komponentenherstellers zur Entwicklung von Umsatz und Auftragseingang 2020.

Dätwyler (DAE 282.00 +0.89%) blieben im Höhenrausch. Sie profitieren von einem Analystenkommentar.

Die Aktien des Drehmaschinenproduzenten Tornos (TOHN 5.40 +2.86%) setzten ihren Höhenflug bei hohem Handelsvolumen fort. Derweil fielen die Industriewerte Rieter (RIEN 116.00 +2.11%) und Gurit (GUR 2'245.00 -0.44%) deutlicher zurück. Stifel senkte das Kursziel für die Aktien des Spinnmaschinenherstellers Rieter auf 80 von 88 Fr. Die Einstufung lautet weiterhin «Hold».

Gewinnmitnahmen in Asien

Die asiatischen Aktienmärkte notierten am Freitag tiefer. Der Nikkei 225 verlor 0,4%, der Shanghai Composite Index ebenfalls 0,4%. In Südkorea büsste der Kospi (Kospi 3'032.88 -0.48%) 0,6% ein. Der Hang Seng in Hongkong gab 1,4% nach. In Hongkong war der Interbankenzins auf ein Zehnjahrestief gefallen. Es ist ein weiteres Zeichen dafür, dass viel Geld aus Festlandchina und dem Rest der Welt in den Hongkonger Wertschriftenmarkt fliesst. Trotz Rückschlag am Freitag hat der Hang Seng seit Anfang Jahr über 8% gewonnen.

Euro stabil

Der Euro zeigte sich am Freitag kaum verändert. Um 17.30 Uhr MEZ kostete die Gemeinschaftswährung zum Dollar 1.2175 $ und damit in etwa so viel wie am Donnerstag. Auch zum Franken präsentierte sie sich bei einem Stand von 1.0777 Fr. stabil. Der Dollar kostete zur Schweizer Währung mit 0.8850 Fr. so viel wie im späten Handel am Donnerstag.

Ölpreis von Coronasorgen belastet

Der Ölpreis büsste am Freitag ein, erholte sich aber vom Tagestief. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 69.55 +3.5%) lag bei Börsenschluss in Europa bei rund 55.50 $. Nach wie vor wurden die Ölpreise vor allem von der Coronapandemie bewegt. Für Belastung sorgt schon seit längerem die angespannte Infektionslage in vielen Ländern. Die damit verbundenen Einschränkungen sprechen für eine schwächere Nachfrage nach Erdöl und Ölprodukten wie Benzin oder Diesel.

Gold (Gold 1'700.17 +0.16%) zeigte sich ebenfalls schwächer. Die Feinunze notiert bei einem Kurs von 1850 $.

Bitcoin zeitweise unter 30’000 $

Bitcoin (Bitcoin 48'888.00 +0.81%) stabilisierte sich am Freitag. Der jüngste Rückschlag liess die Digitalwährung unter die Marke von 30’000 $ rutschen, im Tief waren es 28’800 $. Bis zum Abend erholte sich der Kurs dann ein Stück weit und notierte um 32’500 $.

Leser-Kommentare