Märkte / Aktien

SMI schliesst erneut über 11’200

Die Schweizer Börse liegt im Plus. Deutliche Avancen verzeichnen Nestlé. CS fallen zeitweise unter 9 Fr. Roche korrigieren.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag aufwärts. Der SMI (SMI 11'173.57 +0.56%) notierte bei Eröffnung 0,1% höher. Im Handel baute er seine Gewinne etwas aus und stabilisierte sich damit über der Marke von 11’200. Der Rest des Handels zeichnete sich durch eine Seitwärtsbewegung aus. Damit setzte sich die am Mittwoch gestartete Erholung fort, und der Leitindex startete einen neuen Angriff auf das Allzeithoch. Die Buy-the-Dip-Mentalität der Investoren scheine ungebrochen zu sein, hiess es dazu in Marktkreisen. Gestützt wurde der Gesamtmarkt allerdings insbesondere von den nach starken Quartalszahlen gesuchten Nestlé (NESN 109.12 +0.2%), wogegen Credit Suisse (CSGN 9.25 -0.52%) einmal mehr unter massivem Abgabedruck standen.

Zudem richtete sich das Interesse der Marktteilnehmer auf die EZB. Erwartungsgemäss liessen die Eurowächter sowohl die Leitzinsen als auch die übrigen Parameter der Geldpolitik im Euroraum unverändert. Positive Entwicklungen vom US-Arbeitsmarkt wurden nicht als Stütze wahrgenommen.

Aus New York kam ebenfalls keine Unterstützung für den hiesigen Markt. Die Wallstreet-Indizes suchten bei Handelsende in Zürich noch eine gemeinsame Richtung. Der S&P 500 (S&P 500 4'225.20 +0.74%) stand um 17.30 Uhr MESZ unverändert. Der Dow Jones (Dow Jones 34'777.76 +0.66%) verlor 0,2%. Der Index der Technologiebörse, der Nasdaq Composite, drehte im frühen Handel ins Plus und avancierte 0,3%.

Nestlé toppten – CS floppten

Im Fokus standen insbesondere Nestlé, die nach Angaben zum Geschäftsverlauf im ersten Quartal klar gewannen. Der Nahrungsmittelmulti war deutlich schneller gewachsen als von Analysten prognostiziert. Nach dem starken März und der folgenden Schwäche in den ersten Aprilwochen hat die Aktie laut Händlern im Vergleich zum Gesamtmarkt zudem noch Aufholpotenzial.

Gute Uhrenexportzahlen stützten die Titel der Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 293.10 +2.27%) und Richemont (CFR 95.66 +0.97%).

Abwärts ging es nach Zahlen für Credit Suisse. Sie sanken zeitweise unter 9 Fr. und markierten bei 8.73 Fr. ein neues Jahrestief. Am Nachmittag erholten sich die Aktien aber spürbar. Die Bank war im ersten Quartal 2021 wie angekündigt in die roten Zahlen gefallen, allerdings etwas geringer als befürchtet. Wegen des Zusammenbruchs des US-Hedge-Fund Archegos resultierte ein Reinverlust von 252 Mio. Fr. CS muss nun neues Kapital aufnehmen.

Erneut wurden UBS (UBSG 14.13 +0.11%) von den Entwicklungen bei der Konkurrentin in Mitleidenschaft gezogen. Auch andere Finanzwerte gaben nach. So gehötren die Versicherer um Swiss Re (SREN 87.74 +0.73%), Swiss Life (SLHN 459.80 +1.19%) und Zurich Insurance (ZURN 385.70 +1.29%), aber auch Partners Group (PGHN 1'340.50 +1.36%) zu den Verlierern.

Roche (ROG 303.20 +1.22%) korrigierten und belasteten dadurch den SMI. Gestern hatten die GS des Pharmakonzerns klar zugelegt, um knapp 3%, nach den Angaben zum ersten Quartal.

Auch Sika (SIKA 282.30 +0.79%) korrigierten nach zwei positiven Tagen aufgrund starker Umsatzzahlen des Bauchemiekonzerns.

ABB (ABBN 30.61 +0.23%) fielen zurück. Laut Händlern litt der Titel unter einer Abstufung durch einen Broker.

BC etwas fester

Barry Callebaut (BARN 2'050.00 -0.19%) (BC) zogen nach der Zahlenvorlage für das erste Halbjahr 2020/21 (September bis Februar) etwas an. Mit seinen Resultaten hatte der Schokoladehersteller die Erwartungen von Analysten vor allem auf operativer Stufe übertroffen. Die Volumenentwicklung lag derweil im Rahmen der Erwartungen.

Im SMIM (SMIM 3'139.79 +1.02%) fielen die Gesundheitswerte um Straumann (STMN 1'377.00 +1.36%) und Sonova (SOON 273.00 +1.9%) mit Avancen auf.

Zudem setzten die Aktien des Spezialchemieunternehmens Ems-Chemie (EMSN 852.50 -0.47%) ihren Aufwärtsdrang fort, nachdem sie gestern von einer UBS-Einschätzung angeschoben worden waren.

Wie auch die grossen Finanzwerte präsentierten sich Julius Bär (BAER 57.80 -0.34%) schwächer. Temenos (TEMN 130.50 +1.87%) konnten sich von den gestrigen Verlusten nach der Zahlenvorlage des Bankensoftwareherstellers vorerst nicht erholen und büssten weiter ein.

Anleger in AMS (AMS 18.27 +2.55%) sondierten die Lage, der Kurs des Chipwerts gab nach dem Sturz vom Dienstag leicht nach.

Inficon drehten ins Minus

Im breiten Markt konnten Inficon (IFCN 979.00 +2.41%) nach starken Zahlen den Gewinn nicht halten. Der Messtechnikspezialist war deutlich gewachsen und hatte den Ausblick angehoben.

Die Valoren des Biotech-Unternehmens Idorsia (IDIA 23.40 +2.18%) konnten ebenfalls nicht von einem guten Quartalsabschluss profitieren.

Asien im Plus

Der Nikkei 225 (Nikkei 225 29'357.82 +0.09%) in Tokio avancierte 2,3%. Beim Hang Seng in Hongkong ging es 0,5% rauf. Der Shanghai Composite stagnierte. Der koreanische Kospi lag nur leicht höher mit einem Plus von 0,1%.

Euro etwas leichter

Der Euro notierte am Donnerstag zum Dollar leichter, aber über der Marke von 1.20 $. Bei Börsenschluss in Europa kostete die Gemeinschaftswährung zum Dollar 1.2015 $. Zum Franken bewegte sie sich in einer relativ engen Bandbreite über der Marke von 1.10 Fr. Am Abend wurde sie zu 1.1030 Fr. gehandelt. Der Dollar wurde zum Franken derweil etwas höher zu 0.9175 Fr. umgesetzt.

Gold dreht ins Minus

Der Ölpreis notierte am Donnerstagabend leicht im Plus. Um 17.30 Uhr MESZ kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 68.20 -0.07%) knapp 65.50 $. Am Mittwoch hatte das US-Energieministerium einen für Analysten überraschenden Aufbau der amerikanischen Rohölvorräte gemeldet. Steigende Bestände sorgen häufig für Preisdruck am Ölmarkt, da sie auf einen Angebotsüberhang hindeuten.

Gold (Gold 1'830.90 +0.83%) drehte nach anfänglichen Avancen ins Minus und notierte bei 1781 $ pro Feinunze.

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