Märkte / Aktien

Schweizer Börse schliesst im Plus

Lem und Sonova waren wegen positiver Zahlen gefragt. Finanzwerte reihen sich hinten ein. Franken als sicherer Hafen gesucht.

(AWP/Reuters/BB) Der Handelskrieg zwischen den USA und China bestimmte auch heute das Bild an den Börsen. Anleger können sich derzeit keinen klaren Reim darauf machen wohin die Reise letztendlich geht. Jede Aussage aus Washington und Peking wird deshalb auf die Goldwaage gelegt.

Nach einem freundlichen Vormittag verlor der Schweizer Aktienmarkt am Nachmittag an Boden. Der SMI (SMI 9851.57 0.04%) gerät im Vorfeld der US-Eröffnung unter Druck, schaffte aber erneut den Sprung in den grünen Bereich und schloss bei 9645,04 Punkten. Der breiter gefasste SPI (SXGE 11899.36 0.07%) dreht ebenfalls wieder ins Plus und beendete den Handel mit 11676.36 Punkten.

Im Leitindex gehörten heute Finanz- und Bankentitel zu den Verlierern, da Anleger vor der Veröffentlichung der «Fed Minutes» auf Impulse von der US-Notenbank warteten. Credit Suisse (CSGN 11.44 0.66%) und UBS (UBSG 11.505 -0.13%) verloren. Letztere, da die Grossbank wie berichtet, möglicherweise vor einer Einigung mit Italien im Steuerstreit steht. Gerechnet wird mit Kosten von rund 100 Mio. €.

Die defensiven Schwergewichte Roche (ROG 275.3 -0.25%), Novartis (NOVN 89.68 0.3%) und Nestlé (NESN 101.5 0.1%) vermochten ihre Verluste während des Handelstags zum Schluss noch ins Plus zu drehen. Gekauft wurden ebenfalls Gesundheitswerte wie Lonza (LONN 328.6 -0.15%) oder Vifor. Temenos (TEMN 175.05 0.26%) avancierten, da Analysten nach dem Investorentag des Herstellers von Bankensoftware die Kursziele angehoben hatten. Technologietitel wie AMS (AMS 32.14 0.09%) gaben ihre zwischenzeitlichen Gewinne wieder ab und schlossen im Minus.

Jahreszahlen und Kursziele als Treiber
Glänzen konnten heute vor allem Aktien aus dem breiten Markt. Sonova (SOON 230.8 0.09%) sind der gestrigen positiven Jahreszahlen wegen weiterhin auf dem Vormarsch. Analysten haben ihre Kursziele für den Hörgerätehersteller erhöht. Gesucht waren auch Lem. Der Hersteller von Elektronikkomponenten hat heute Zahlen für das Geschäftsjahr 2018/19 präsentiert. Im breiter gefassten SPI gehörten die Titel heute zu den am stärksten nachgefragten Valoren.

Züblin (ZUBN 27.8 1.46%) präsentierte ebenfalls seinen Jahresabschluss. Zudem wechselt die Immobiliengesellschaft die Führungsspitze aus. Die Titel handelten heute im Plus. Gefragt waren auch GAM (GAM 4.432 -0.27%). Händler berichteten von anhaltenden Käufen aus Grossbritannien. Dazu kursierten auch Übernahmespekulationen.

Wallstreet leichter erwartet.
Vor der Veröffentlichung des Fed-Protokolls eröffnete die New Yorker Börse leichter. Auch weil ermutigende Nachrichten beim Dauerthema Handelskrieg ausblieben. Im Gegenteil: Berichte, wonach weitere chinesische Unternehmen auf die schwarze Liste kommen könnten, liessen Marktteilnehmer vorsichtiger agieren. Der S&P 500 (SP500 2889.67 0.09%), der Dow Jones (Dow Jones 26112.53 0.09%), sowie der technologielastige Nasdaq eröffneten im Minus und konnten auch im weiteren Handelsverlauf ihre Verluste nicht ausgleichen. Im tiefroten Bereich handelten insbesondere Qualcomm. Der Chiphersteller wurde in erster Instanz wegen Wettbewerbsverstössen verurteilt.

Franken wir seinem Ruf als sicherer Hafen gerecht
Der Kurs des Euro hat sich am Mittwoch zum Dollar kaum verändert. Zum Franken haben die beiden Währungen hingegen beide eingebüsst. Der Handelsrkieg zwischen den USA und China hat dem Franken Auftrieb verliehen. Am Nachmittag wurde der Euro bei 1,1155 Dollar gehandelt und damit etwa zum gleich Kurs wie am Vorabend. Zum Franken fiel er am Nachmittag auf den tiefsten Stand seit Anfang April. Aktuell kostet ein Euro noch 1,1255 Franken, nachdem Ende letzte Woche noch über 1,13 Franken bezahlt wurden. Der Dollar rutscht aktuell in Richtung des Paritätsniveaus ab und liegt nun bei 1,0090 Franken.

Der Ölpreis hat aufgrund der sinkenden Nachfrage leicht verloren. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 61.25 -1.35%) kostet 70,68 $. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 52.04 -1.05%)) notierte bei 61,30 $.

Die Feinunze Gold (Gold 1346.56 0.51%) kostete mit 1275.56 $ nahezu gleichviel wie gestern

Leser-Kommentare