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Schweizer Börse kommt bis Handelsschluss nicht in die Gänge

Der Schweizer Aktienmarkt schliesst am Mittwoch leicht tiefer. Im Fokus standen ABB.

(AWP/Reuters/CF) An der Schweizer Börse haben sich die Gewinner und Verlierer am Mittwoch in etwa die Waage gehalten. Händler erklärten, die zunehmenden Spannungen zwischen den Regierungen in Washington und Peking sowie die Sorgen vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus hätten den Optimismus der Anleger gedämpft. Stützend habe dagegen die Hoffnung auf weitere Hilfen für die US-Wirtschaft gewirkt. Der Swiss Market Index (SMI (SMI 10068.03 0.01%)) verliert 0,1% auf 10’439 Punkte.

ABB nahe Jahreshoch

Im Fokus standen ABB (ABBN 23.67 0.38%). Der Technologiekonzern hat sein Zweitquartalsergebnis präsentiert und dabei die Erwartungen deutlich übertroffen. Der operative Gewinn lag 40% über dem AWP-Konsens. Für die Bank Vontobel (VONN 66.35 0.08%) sind die Resultate denn auch «viel besser als befürchtet». «ABB konnte auf allen Stufen die Erwartungen übertreffen», lautet auch das Fazit der Zürcher Kantonalbank. Das Papier hat den Corona-Einbruch mittlerweile wettgemacht und notiert nur noch wenig unter dem Jahreshoch von 24,69 Fr. von Anfang Februar.

Die Titel des Aromenherstellers Givaudan (GIVN 3769 0.45%) avancierten mit Rückenwind der Kurszielerhöhung durch einen Broker.

Zuoberst auf den Verkaufszetteln standen die Luxusgüterwerte Richemont (CFR 57.34 0.49%) sowie Swatch Group (UHR 192.25 -0.49%). Obwohl Swiss Life (SLHN 335.3 0.18%) ex Nennwertrückzahlung von 5 Fr. gehandelt wurden, haben sie sich bis Börsenschluss von den anfänglichen Verlusten erholt.

EFG unter Druck

Im breiten Markt standen EFG (EFGN 6.08 -0.49%) nach Halbjahreszahlen unter Druck. Die Neugeldentwicklung sei zwar positiv, die Profitabilität aber sehr schwach gewesen, meinte die Bank Vontobel dazu.

Die Aktien von Valora (VALN 154.2 -0.52%) erlitten nach einem negativen Halbjahresabschluss Verluste. Zahlen haben am Mittwoch auch Medacta (MOVE 89.5 2.87%), Pierer Mobility (KTMI 53.9 -1.1%) und Walliser Kantonalbank (WKBN 106.5 -0.47%) veröffentlicht. Sunrise (SRCG 86 0.35%) wurden derweil von Morgan Stanley (MS 50.35 1.82%) auf «Overweight» hinaufgestuft.

Eine Übersicht über die Gewinner und die Verlierer finden Sie hier.

Europas Börsen legen Verschnaufpause ein

Ernüchterung nach der Euphorie: Der Feierlaune an Europas Börsen folgten am Mittwoch Gewinnmitnahmen und Verunsicherung über die Konjunkturaussichten. Der Dax (DAX 12674.88 0.66%) gab wie auch der Euro Stoxx 50 (Euro Stoxx 50 3252.65 0.38%) nach.

Auf die Stimmung drückten steigende Infektionszahlen in den USA. «Das Coronavirus breitet sich in den USA weiter rasant aus, selbst US-Präsident Trump warnte nun davor, dass das Schlimmste noch nicht hinter den Amerikanern liege», sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader.

Ölpreise sinken nach Viermonatshoch

Die Ölpreise haben am Mittwoch einen Teil ihrer deutlichen Aufschläge vom Vortag abgegeben. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 44.64 -1.11%) weniger als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 41.17 -2%)) fiel ebenso. Am Dienstag hatten die Ölpreise den höchsten Stand seit etwa vier Monaten markiert.

Wieder zunehmende Spannungen zwischen den USA und China sorgten für Verunsicherung an den Märkten. Die USA haben die Schliessung des chinesischen Konsulat in der texanischen Stadt Houston angeordnet. Eine weitere Verschärfung des Konfliktes zwischen beiden Grossmächten könnte auch die Erholung der Weltwirtschaft belasten und so die Nachfrage nach Rohöl dämpfen.

Eurokurs auf höchstem Stand seit Oktober 2018

Der Eurokurs ist am Mittwoch auf den höchsten Stand seit Oktober 2018 gestiegen. Im Nachmittagshandel kletterte der Euro in US-Dollar (EURUSD 1.1785 -0.02%) bis auf 1,1601 $. Zuletzt lag er nur geringfügig darunter.

Auch der Euro in Franken (EURCHF 1.07525 0.03%) legte etwas zu. Im Tageshoch waren es knapp 1,08 Fr. Letztmals klar über diesem Niveau notierte der Euro Anfang Juni mit über 1,09. Der US-Dollar in Franken (USDCHF 0.9125 0.07%) wird derweil weiter auf dem tiefsten Stand seit Anfang März gehandelt.

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