Märkte / Aktien

SMI schliesst im Minus

Die Schwergewichte belasten die Schweizer Börse. Alcon notieren erneut schwächer. AMS und Sunrise stehen im Fokus.

(AWP/Reuters/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag mit einem Minus aus dem Handel gegangen. Händler sprachen von einem ruhigen Handel. Vor dem Beginn des jährlichen Notenbanker-Treffens in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming neigten die Anleger zu einer gewissen Vorsicht, hiess es. Da und dort komme es nach dem starken Anstieg der Vortage auch zu Gewinnmitnahmen.

Die Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten Sitzung der US-Notenbank Fed am Vorabend konnte dem Markt bezüglich der Zinspolitik keine neuen Impulse verleihen. Die jüngste Zinssenkung könne nicht als Auftakt einer aggressiven Lockerungsserie betrachtet werden, sagten Börsianer zum Protokoll. Der Anleihenmarkt interpretierte die Mitschrift gar als Hinweis, dass es im kommenden Monat nicht unbedingt zu einem weiteren grossen Zinsschritt kommen müsse.

Der Swiss Market Index SMI (SMI 9965.49 -0.43%) stand bei Eröffnung 0,2% im Minus. Sehr früh im Handel erholten sich die Kurse zwischenzeitlich und drehten ins Plus. Im weiteren Verlauf des Vormittags rutschte der SMI aber wieder in den roten Bereich. Während er nach dem Mittag zunächst versuchte, seinen Verlust einzudämmen, belastete eine schwache Wallstreet auch den hiesigen Markt deutlich. Am Mittwoch war der Leitindex um 0,8% gestiegen.

In New York fielen die Kurse mehrheitlich nach einer freundlichen Eröffnung. Die drei wichtigen Indizes büssten bei Handelsende in Zürich ein. So notierte Dow Jones (Dow Jones 26770.2 -0.95%) minimal tiefer. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2986.2 -0.39%) gab 0,2% nach. Und der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite verlor 0,6%.

SMI: Schwache Schwergewichte

Die schwergewichtigen Papiere belasteten den SMI. Nach einem freundlichen Start zeigten sich die Aktien von Novartis (NOVN 85.51 -0.73%) schwächer. Auch die Genussscheine von Roche (ROG 289.35 0.33%) schlossen im Minus. Zudem erwiesen sich die Valoren des Nahrungsmittelmultis Nestlé (NESN 103.12 -0.81%) nach dem jüngsten Rekordlauf heute als Belastung für den Markt. Nestlé baut sein Geschäft mit Gesundheitsprodukten aus und übernimmt die 2017 gegründete US-Firma Persona mit 29 Beschäftigten. Diese bietet personalisierte Vitaminpräparate an, wie Nestlé mitteilte.

Die Titel des Augenheilspezialisten Alcon (ALC 58.1 -0.21%) verzeichneten nach den gestrigen Verlusten weitere Einbussen. Auch Lonza (LONN 335.6 -0.92%) büssten ein.

Uneinheitlich aufgelegt waren die Gewinner aus dem gestrigen Handel – die Luxusgütertitel. So zeigten sich Swatch Group (UHR 261 -1.06%) fester, während bei Richemont (CFR 72.78 -1.7%) möglicherweise Gewinnmitnahmen eintraten.

Klar fester schlossen die Aktien der Grossbanken UBS (UBSG 11.185 0%) und Credit Suisse (CSGN 12.165 -0.73%).

SMIM: AMS, Sunrise und Dormakaba schwach

Bei den mittelgrossen Werten im SMIM (SMIM 2566.412 -0.69%) fielen AMS (AMS 44.19 -1.36%) auf, die klar im Minus gestartet waren und im Handelsverlauf einen Teil ihrer Verluste wettmachten. Der Sensorenhersteller kann im Übernahmepoker um den deutschen Lampenhersteller Osram mitmachen. Der AMS-Finanzchef sieht bei Osram weiteren Restrukturierungsbedarf.

Sunrise (SRCG 77.95 -1.02%) gaben klar nach. Der Telekommunikationskonzern zeigte sich offen für Änderungen beim UPC-Deal. Konkret sei es denkbar, eine Kapitalerhöhung in geringerem Umfang durchzuführen und das restliche Geld in Form einer Pflichtwandelanleihe zu beschaffen. Gleichzeitig geht Sunrise auf Konfrontationskurs mit ihrem Hauptaktionär Freenet (FNTN 20.24 0.4%).

Dormakaba (DOKA 647.5 0.62%) wurden von einem Analystenkommentar belastet. UBS bestätigte ihr «Sell»-Urteil und senkte das Kursziel für die Aktien des Schliesstechnikers.

Im breiten Markt zogen die Papiere des Herstellers von Dentalprodukten Coltene (CLTN 77.1 1.72%) an. Die Anleger seien erleichtert, dass es nach den Neuigkeiten Ende Juli bei der Vorlage der Halbjahresbilanz zu keinen weiteren negativen Überraschungen gekommen sei, hiess es am Markt.

Evolva (EVE 0.1616 -0.25%) setzten ihren steilen Kursanstieg (auf tiefem Niveau) von gestern fort. Derweil senkte Berenberg das Kursziel für die Biotech-Titel auf 0.20 Fr. (zuvor 0.25 Fr.). Die Analysten empfehlen den Anlegern jedoch, die Aktien zu halten.

Hongkong als grösster Verlierer

Die asiatischen Börsen bewegten sich am Donnerstag uneinheitlich. In Tokio notiert der Leitindex Nikkei 225 (Nikkei 225 22492.68 0.18%) unverändert. Der breiter gefasste Topix tritt ebenfalls auf der Stelle. An den chinesischen Festlandbörsen bleibt der Handel ebenfalls ruhig: Der CSI 300, der die 300 grössten in Schanghai und Shenzhen kotierten Unternehmen umfasst, büsst 0,2% ein. In Hongkong verliert der Hang Seng nach der leichten Erholung zum Wochenauftakt erneut rund 1%. Der koreanische Kospi gibt 0,5% nach.

Pfund zog an

Der Euro zeigte sich am Donnerstag wenig bewegt. Die Gemeinschaftswährung lag um 17.30 Uhr MESZ zum Greenback bei 1.1087 $. Zum Franken stieg sie leicht auf 1.0908 Fr. Der Dollar wurde etwas fester mit 0.9838 Fr. bewertet. In der Hoffnung auf Bewegung im festgefahrenen Brexit-Streit stiegen Anleger wieder in das Pfund Sterling ein. Die britische Währung verteuerte sich markant auf 1.2242 $.

Goldpreis weiter um 1500 $

Der Ölpreis verlor nach zeitweisen Avancen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 59.06 -0.89%) kostete bei Handelsschluss in Europa knapp 60 $. Ein Rückgang der Ölreserven in den USA konnte dem Preis keinen Auftrieb geben. Gold (Gold 1489.92 -0.13%) bewegte sich seitwärts und pendelte um die Marke von 1500 $.

Bitcoin im Plus 

Die grösste Kryptowährung Bitcoin (Bitcoin 7951.76 -1.44%) legte leicht zu und stieg wieder über die Marke von 10’000 $, unter die sie gestern gefallen war.

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