Märkte / Aktien

SMI schliesst leicht erholt

Nach den markanten Verlusten kommt es an der Schweizer Börse zu einer leichten Gegenbewegung. Wallstreet handelt uneinheitlich.

(AWP/SPU) Nach dem Ausverkauf zum Wochenstart hat am Schweizer Aktienmarkt am Dienstag weiterhin Unsicherheit geherrscht. Die Erholung aus dem frühen Handel verpuffte weitgehend. Bei Eröffnung gewann der SMI (SMI 9618.65 -2.72%) 0,4%, zeitweise lag er knapp über 10’400. Im frühen Handel schwankten die Kurse etwas deutlicher, der Leitindex blieb aber zunächst im Plus. Am Nachmittag gab der SMI seine Avancen preis und drehte kurzzeitig ins Minus. Bei Handelsschluss lag er aber wieder in der Gewinnzone. Am Montag hatten die steigenden Coronainfektionszahlen weltweit die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen befeuert. Dabei sorgten sich die Marktteilnehmer vor allem um einen erneuten Lockdown. Die wirtschaftlichen Konsequenzen wären kaum abzuschätzen, hiess es im Handel.

Nach dem freundlichen Auftakt kamen zum Handelsende in Europa gemischte Signale aus den USA. Auch an der Wallstreet war die Nervosität höher. Die drei wichtigen Wallstreet-Indizes pendelten zwischen Gewinnen und Verlusten. Der S&P 500 (S&P 500 3277.8 -3.11%) lag um 17:30 Uhr MESZ 0,1% im Plus. Der Dow Jones (Dow Jones 26519.95 -3.43%) büsste 0,2% ein. Die Technologiebörse Nasdaq Composite gewann 0,2%.

Laut Händlern bilden die bereits bekannten negativen Themen, wie der Handelskonflikt zwischen den USA und China, der Brexit und die bevorstehende US-Quartalsberichtssaison, einen starken Einfluss-Cluster. Darüber hinaus sei von den Notenbanken kaum Hilfe zu erwarten – «sie stehen mit den Rücken zur Wand und haben kaum noch Bewegungsspielraum», kommentierte ein Händler. Nicht verwunderlich, dass die meisten Ökonomen denn auch bei der Lagebeurteilung der SNB (SNBN 4430 -2.42%) an diesem Donnerstag keine Überraschungen erwarten.

Alcon vorn

Oben im Schweizer Leitindex standen die Aktien des Augenheilspezialisen Alcon (ALC 53.7 -2.33%). Zulegen konnten auch defensive Titel wie Swisscom (SCMN 462.9 -0.94%) oder Nestlé (NESN 103.46 -2.3%).

Die Genussscheine von Roche profitierten von einem Analystenkommentar. Die Experten von Goldman Sachs (GS 189.77 -3.02%) meinen, dass dem Konzern im besten aller Fälle in den kommenden Jahren ein durchschnittliches Wachstum von bis zu 9% gelingen könnte. Derweil fielen die anderen Pharmaschwergewichte – Novartis (NOVN 71.85 -3.1%) – kaum auf.

Die Aktien des Life-Science-Konzerns Lonza (LONN 556 -3.77%) wurden von der Spitze bis ans Ende durchgereicht. Sie erholten sich aber bis Handelsende von ihrem Tagestief.

UBS (UBSG 10.585 -4.08%) und Credit Suisse (CSGN 9.108 -3.64%) bewegten sich zwischen Gewinn- und Verlustzone hin und her. Beide Bankaktien beendeten den Tag schwächer nach dem Ausverkauf am Vortag. Ein Leak vertraulicher Geldwäscheverdachtsmeldungen des US-Finanzministeriums über dubiose Zahlungsströme, die sogenannten FinCEN Files, hatte die Branche am Vortag arg belastet.

Tendenziell schwächer waren die Versicherertitel um Swiss Re (SREN 63.08 -3.31%), Swiss Life (SLHN 308.3 -3.81%) und Zurich Insurance (ZURN 302 -2.36%) aufgelegt.

Derweil wurden mit Partners Group (PGHN 832 -0.36%) die Aktien des neu dem SMI zugehörigen Vermögensverwalters gesucht.

Tech-Werte stärker

Zu einer Gegenbewegung kam es im SMIM (SMIM 2483.336 -3.45%) vor allem unter den Technologiewerten wie AMS (AMS 19 -5.94%) und Temenos (TEMN 100.2 -1.57%), Logitech (LOGN 77.4 -2.22%) setzten ihren Aufwärtstrend fort.

Freundliche Analystenkommentare schoben die Valoren des Logistikers Kühne + Nagel (KNIN 182.5 -2.33%) an.

Die PS von Schindler (SCHP 235.3 -4.12%) erhielten Rückenwind, weil der Konkurrent Kone den Ausblick angehoben hatte.

Grössere Verlierer waren die Aktien von Ems-Chemie (EMSN 790 -4.18%). Aber auch Gesundheitswerte wie Sonova (SOON 219.2 -4.28%), Straumann (STMN 924.6 -6.13%), Galenica (GALE 57.7 -2.37%) oder Vifor Pharma (VIFN 101.7 -4.06%) kamen zurück.

Im breiten Markt gewannen DKSH (DKSH 59.45 -2.54%) nach dem gestrigen Investorentag. Die ersten Kommentare fielen positiv aus.

Also (ALSN 206 -3.74%) stiegen. Der IT-Dienstleister verstärkte sich im Bereich künstliche Intelligenz. So lancierte er einen entsprechenden Marktplatz für Technologien, Produkte und Dienstleistungen. Das Angebot reicht von einzelnen Bausteinen bis hin zu kompletten Anwendungen.

Basilea (BSLN 44.5 -1.2%) konnten mit frühen, positiven Studiendaten kaum überzeugen.

PSP (PSPN 107.5 -2.89%) Swiss Properties schlossen kaum verändert. Die an der Tel Aviver Börse kotierte Immobilieninvestitionsfirma Alony Hetz zieht sich beim Immobilienkonzern weiter zurück. Zuletzt wurde ein Paket von 150’000 Aktien veräussert.

Asien im Minus

Die anhaltenden Sorgen über den Verlauf der Coronapandemie setzten am Dienstag auch den Börsen in Asien zu. Sie folgten dabei der Entwicklung in den USA vom Montag. Der Shanghai Composite schloss 0,8% im Minus. Auch der Hang Seng (Hang Seng 24708.8 -0.32%) in Hongkong gab 0,8% nach. In Südkorea büsste die Börse gemessen am Leitindex Kospi (Kospi 2341.94 0.61%) deutliche 2,5% ein. In Japan blieben die Handelsplätze wie am Vortag wegen eines Feiertages geschlossen.

Euro erneut leichter

Der Euro geriet am Dienstag weiter unter Druck . Am Abend fiel die Gemeinschaftswährung bis auf 1.1701 $ und damit so tief wie sei seit Anfang August nicht mehr. Um 17.30 Uhr MESZ lautete der Kurs 1.1715 $. Gegenüber dem Schweizer Franken zeigte sich der Euro mit 1.0759 Fr. derweil wenig verändert. Entsprechend notiertr der Dollar höher zum Franken. Der Kurs lag bei Börsenschluss in Europa bei 0.9185 Fr.

Goldpreis tiefer

Der Ölpreis notierte am Dienstag nach den zu Wochenbeginn erlittenen Verlusten stabil. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 39.15 -0.38%) knapp 42 $. Gold (Gold 1877.82 -1.51%) gab nach, lag aber bei Börsenschluss in Europa ganz knapp über der Marke von 1900 $ bei einem Kurs von 1901 $ pro Feinunze.

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