Märkte / Aktien

SMI geht fester ins Wochenende

Die Schweizer Börse steigt zeitweise über 10'400. Bankwerte und Luxusgüteraktien gewinnen deutlich. Aryzta dämmen ihr Minus ein.

(AWP/Reuters/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Freitag klar freundlich gezeigt. Der Swiss Market Index SMI (SMI 10895.07 0.1%) stieg bei Eröffnung 0,3%. Im frühen Handel überschritt er die Marke von 10’400, gab dann aber rasch einen Teil seiner Gewinne preis. Nach dem Mittag kletterte der Leitindex erneut über 10’400. Auch dieses Mal konnte er sich nicht auf diesem Niveau halten, so dass er bei einem Stand von 10’369 ins Wochenende ging. Insgesamt bliebe die Stimmung von Risikofreude geprägt, hiess es in Marktkreisen.

In New York kehrten die Anleger jedoch nur zögerlich an den Aktienmarkt zurück. Die drei Leitindizes an der Wallstreet tendierten bei Börsenschluss in Europa nach mehreren Verlust-Tagen in unterschiedliche Richtungen. So notierte der Dow Jones (Dow Jones 29271.87 0.26%) 0,2% fester. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3331.14 0.31%) bewegte sich kaum. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite lag 0,1% im Minus.

Ein Handelsabkommen mit China ist nach den Worten von US-Präsident Donald Trump näher gerückt. Beide Seiten seien sich «möglicherweise sehr nahe», sagte Trump am Freitag dem Sender Fox News. Er habe seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping gegenüber klargemacht, dass dabei kein «ausgewogenes Geschäft» herauskommen könne, da die Volksrepublik einen hohen Überschuss im Handel mit den Vereinigten Staaten erziele. Laut Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping bemüht sich sein Land engagiert um eine erste Vereinbarung im Handelskrieg mit den USA. Die an sich positive Stimmung hat laut Händlern zudem durch die unerwartete Eintrübung des Einkaufsmanagerindex der Eurozone einen leichten Dämpfer erhalten.

Starke SMI-Banken

Die meisten der zwanzig SMI-Werte wiesen ein Plus auf. Die Royal Bank of Canada hat im Rahmen einer Sektorstudie die Banken analysiert. Das sorgte für Avancen bei den Grossbankaktien. UBS (UBSG 12.39 1.35%) werden mit einem Preisziel von 13.50 Fr. und der Empfehlung «Sector Perform» eingestuft. Bei Credit Suisse (CSGN 13.175 -1.13%) lautet das Rating ebenfalls «Sector Perform», und das Kursziel beträgt 15.50 Fr.

Nach oben arbeiteten sich Swatch Group (UHR 267.6 1.52%) und Richemont (CFR 76.68 -0.1%). Die Hoffnung auf eine Entspannung im Zollstreit verhalf den Luxusgüterherstellern zu höheren Kursen.

Novartis (NOVN 92.15 -0.8%) stützten den Leitindex. Die Aktien des Basler Pharmariesen stiegen über die Marke von 90 Fr. Derweil blieben die Papiere der anderen Schwergewichte, Roche (ROG 330.4 0.12%) und Nestlé (NESN 108.78 0.39%), hinter dem Gesamtmarkt zurück. Auch Alcon (ALC 60.43 1.58%) schlossen etwas leichter.

Julius Bär im Plus

Auch im SMIM (SMIM 2878.578 0.35%) zog anfänglich ein Bankwert die Aufmerksamkeit auf sich. Die Anteile von Julius Bär (BAER 51.28 1.75%), die von RBC mit Kursziel 60 Fr. zum Kauf empfohlen werden, gaben einen Teil der frühen Gewinne ab. Citigroup (C 80.2342 0.42%) bewertet die Aktien mit einem Kursziel von 49 Fr. und dem Rating «Neutral».

Unter den mittelgrossen Valoren fielen Industrietitel mit Avancen auf. So erholten sich beispielsweise VAT Group (VACN 156.7 -0.22%) von den Verlusten in dieser Woche. Stärker präsentierten sich zudem Dormakaba (DOKA 633.5 0.08%). Derweil gaben Bucher (BUCN 337.8 -1.17%) Industries und OC Oerlikon (OERL 10.86 -1.27%) ihre anfänglichen Gewinne grösstenteils preis.

Techwerte wie Temenos (TEMN 158.85 1.02%) und AMS (AMS 42.23 -0.75%) gehörten zu den Gewinnern im SMIM.

Aryzta tiefer

Im breiten Markt büssten Aryzta (ARYN 0.96 -2.5%) zunächst deutlich ein. Die Aktien erholten sich aber im Handelsverlauf. Händler reagierten enttäuscht auf die Zahlen, die der Backwarenhersteller für das erste Quartal 2019/20 veröffentlicht hatte.

Comet (COTN 129.9 0.46%) setzten ihren Kurssprung nach dem gestrigen Investorentag bei Eröffnung fort. Rasch folgten aber Gewinnmitnahmen. Vontobel (VONN 69.75 -0.21%) erhöhte das Kursziel für die Aktien des Technologieunternehmens von 101 auf 147 Fr. und beliess die Einstufung auf «Buy».

Kurszielerhöhungen der Citigroup schoben die Kurse von EFG (EFGN 6.27 0.48%) International und Vontobel an. EFG und Vontobel stehen bei Citi mit «Buy» auf der Empfehlungsliste.

Schmolz + Bickenbach (STLN 0.235 -0.42%) verloren klar. Die Titel des Stahlspezialisten hatten am Vortag mehr als 10% höher geschlossen.

Die Papiere von Basilea (BSLN 59.6 0.59%) gönnten sich nach den jüngsten Anstiegen eine Pause. Die Biotech-Firma habe sich auf einer Investorenkonferenz am Vortag wohl gut verkauft, sagte ein Händler gemäss Nachrichtenagentur AWP über die zuvor erzielten Kursgewinne.

SoftwareOne (SWON 26.25 2.14%) stiegen erstmals seit dem Börsengang über 19 Fr. Der Ausgabepreis für die Technologieaktien lag bei 18 Fr.

Asiens Börsen mit Gewinnen

Die asiatischen Aktienmärkte schlossen mehrheitlich im Plus. Japans Nikkei 225 notierte 0,3% höher, der Hang Seng in Hongkong 0,1% und der koreanische Kospi 0,3%. Der australische S&P ASX 200 rückte 0,6% vor. Mit den Avancen nicht mithalten konnten die Festlandbörsen: Der Shanghai Composite gab 0,6% nach.

Euro mit Auf und Ab

Der Euro gab am Freitag bei schwankungsanfälligem Handel zum Dollar bis zum Abend nach. Bei Börsenschluss kostete die Gemeinschaftswährung 1.1033 $. Gegenüber dem Schweizer Franken notierte der Euro indes kaum verändert bei einem Stand von 1.0985 Fr. Zwischenzeitlich war der Euro über die Marke von 1.10 geklettert. Der Dollar erzielte zum Franken deutliche Gewinne. Er ging am Freitag um 17.30 Uhr MEZ bei 0.9954 Fr. um.

Ölpreis leichter

Der Ölpreis notierte am Freitag nach den Vortagsgewinnen im Minus. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 63.33 -2.28%) kostete bei Börsenschluss in Europa 63 $. Die Feinunze Gold (Gold 1557.05 -0.08%) stieg leicht und lag bei 1466 $.