Märkte / Aktien

SMI markiert neues Allzeithoch

Schwergewichte beflügeln und Dividendenabgänge bremsen die Schweizer Börse. Wallstreet sorgt für Schwung. Der Franken verliert klar. Der Ölpreis zieht an.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag nach dem Osterwochenende seinen Rekordlauf fortgesetzt. Der Swiss Market Index SMI (SMI 9898.9 0%) stand zwar bei Eröffnung noch 0,1% tiefer und bewegte sich zunächst wenig. Am Nachmittag drehte der Leitindex jedoch ins Plus und legte in der Folge weiter zu. Am späten Nachmittag erreichte er mit 9654 Punkten ein neues Intraday-Allzeithoch. Auch auf Basis der Schlusskurse schloss der Leitindex auf dem höchsten Stand seiner Geschichte. Die kurze Handelswoche verspricht zudem bereits ab morgen wieder einiges an Spannung, denn dann werden Novartis (NOVN 90.9 0.75%) und Credit Suisse (CSGN 11.325 -0.44%) ihre Zahlen zum ersten Quartal vorlegen. Im weiteren Wochenverlauf stehen zudem die Quartalsberichte von UBS (UBSG 11.29 -0.66%), Kühne + Nagel (KNIN 137.9 -0.43%) und Schindler (SCHP 217.3 -0.05%) auf dem Programm.

Mit Eröffnung der Börse in New York kam auch frischer Wind auf das Parkett in Zürich. An Wallstreet notierten bei Börsenschluss in Europa alle drei grossen Indizes mit deutlichen Gewinnen. Der Dow Jones (Dow Jones 26545.61 -0.68%) legte 0,5% zu. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2917.54 -0.94%) gewann 0,8%. Und der Index der Technologiebörse stieg 1,1%.

Lonza an der Spitze

Bei den Schweizer Blue Chips fielen Adecco (ADEN 57.78 -1.3%) (Dividende 2.50 Fr.) und Swiss Re (SREN 99 -0.24%) (Dividende 5.60 Fr,) mit Verlusten wegen des Dividendenabgangs auf. Swiss Re wurden von einer markanten Kurszielerhöhung durch Credit Suisse gestützt, die gleichzeitig das Rating «Outperform» bestätigt hatte. Die Bank begründete ihre positive Einschätzung mit der möglichen Dekonsolidierung des Geschäftsbereichs ReAssure in Grossbritannien.

Lonza (LONN 328 0.31%) stiegen klar, sie wurden von den vor Ostern publizierten Zahlen gestützt. Am vergangenen Donnerstag gingen die Titel als Tagessieger aus dem Handel. Zum Beginn der neuen Woche hatten verschiedene Banken ihr Kursziel für Lonza erhöht. So JPMorgan und CFRA. Beide hatten ihr Kursziel merklich heraufgesetzt (auf 325 bzw. 320 Fr.) und gleichzeitig die Einstufung, «Overweight» und «Buy», bestätigt.

Nestlé (NESN 101 -0.02%) wiesen ein deutliches Plus auf und knüpften tendenziell an die starke Vorwoche an. Allein am Gründonnerstag hatten sie dank guter Quartalszahlen 0,8% zugelegt. In der Folge erhöhte Goldman Sachs (GS 195.9 -0.81%) das Kursziel für das Schwergewicht und bestätigte die Empfehlung «Buy».

Zudem verzeichneten die Pharmaschwergewichte um Novartis und Roche (ROG 276.3 0.02%) Gewinne, was den Index zusätzlich beflügelte. Alcon (ALC 57.62 -0.62%) schlossen höher. Die Aktien des Industrieunternehmens ABB (ABBN 19.335 -0.67%) standen in der Vorwoche im Fokus der Anleger, nun korrigierten sie.

Die Bankwerte um UBS und Credit Suisse verloren. Die Valoren der Uhren- und Schmuckkonzerne Richemont (CFR 81.98 -0.75%) und Swatch Group (UHR 271.2 -0.51%) tendierten fester. Der Uhrenmarkt wachse derzeit im Vergleich zu anderen Luxusgütern deutlich langsamer, hielt die Bank Vontobel (VONN 52.6 -0.1%) in einer Studie fest. An dieser Tendenz dürfte sich 2019 kaum etwas ändern, so der Bericht weiter.

Gesundheitstitel im Hoch

Im SMIM (SMIM 2502.689 -0.01%) fielen GAM (GAM 4.372 -0.32%) mit Verlusten auf. Nach steilen Avancen vor Ostern entschieden sich Anleger offenbar vermehrt zu Gewinnmitnahmen in den Aktien des Vermögensverwalters.

VAT Group (VACN 116.2 0.78%) korrigierten zunächst nach den deutlichen Gewinnen in der Vorwoche. Nach dem Mittag drehten die Papiere des Vakuumventilherstellers ins Plus und schlossen fester.

Fester zeigten sich vor allem die Gesundheitstitel im SMIM. So legten Straumann (STMN 865.4 0.86%), Sonova (SOON 224.1 -0.27%) und Vifor Pharma (VIFN 138.15 -0.36%) klar zu.

Im breiten Markt standen Aevis (GSMN 13.4 1.52%) Victoria nach Angaben zum ersten Quartal etwas unter Beobachtung, Stadler Rail (SRAIL 45.72 -1.25%) erhielten von einem weiteren Auftrag für Triebzüge in Kanada Rückenwind.

Lindt & Sprüngli (LISN 78700 -0.25%) wurden von einem kritischen Kommentar des Investorenberaters «Barron’s» etwas gebremst.

Die Aktien des Solarzulieferers Meyer Burger (MBTN 0.515 -0.96%) erreichten nach einer Reihe starker Handelstage die Marke von 0.70 Fr.

Ex Dividende wurden noch Bank Linth (LINN 488 0.83%) (9 Fr.), Bucher (BUCN 331.6 0.55%) Industries (8 Fr.), BVZ (BVZN 925 0.54%) Holding (14 Fr.), Cembra Money Bank (CMBN 93.05 -1.27%) (3.75 Fr.), Cicor (1 Fr.), Georg Fischer (FI-N 905 -0.49%) (25 Fr.), Plazza (PLAN 248 -0.4%) (5 Fr.), Siegfried (SFZN 347 -0.29%) (2.60 Fr.), SIG Combibloc (SIGN 10.86 -0.91%) (0.35 Fr.) und Walliser Kantonalbank (WKB 110 -1.35%) (3.35 Fr.) gehandelt.

Verluste in Fernost

Höhere Energiepreise machten den Aktienmärkten in Asien zu schaffen. Der japanische Nikkei 225 gab in den ersten Handelsstunden deutlich nach, erholte sich dann aber und notierte 0,2% leichter. Der breiter gefasste Topix verlor 0,3%. Die chinesischen Börsen waren am Ostermontag mit erheblichen Kursverlusten gestartet. Eine Mitteilung aus dem Politbüro wurde dahingehend interpretiert, dass die Regierung kaum Bedarf für konjunkturstützende Massnahmen sieht. Am Dienstag stabilisierten sich die Kurse. Chinas Leitindex CSI 300 gewann 0,4%. Der Hang Seng in Hongkong schloss wenig verändert mit +0,1%. Der südkoreanische Kospi legte 0,2% zu.

Schwäche beim Franken

Der Franken büsste deutlich ein. Der Euro lieferte nach den Osterfeiertagen ein gemischtes Bild ab. Folglich lag er gegenüber der Schweizer Valuta weiter über der Marke von 1.14 Fr. Bei Börsenschluss in Europa wurde er zu 1.1450 Fr. gehandelt. Der Dollar zeigte sich mit 1.0221 Fr. deutlich höher. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete zum Greenback nach deutlichen Verlusten 1.1204 $.

Ölpreis zog markant an

Die neue Runde im Streit zwischen den USA und Iran trieb den Ölpreis auf ein Sechsmonatshoch. Die Nordseesorte Brent (Brent 65.11 0.62%) verteuerte sich bei Börsenschluss in Europa auf 75 $ je Barrel (159 Liter). Die USA streichen die Ausnahmeregelungen für acht Staaten, die bislang iranisches Öl importieren durften, ohne dafür mit US-Sanktionen belegt zu werden. Gold (Gold 1423.71 0.27%) handelte tiefer und lag bei 1269 $ pro Feinunze.

Leser-Kommentare