Märkte / Aktien

Schweizer Börse im Rückwärtsgang

Der Schweizer Aktienmarkt schliesst im Minus. Pharmawerte beenden den Handelstag an der Spitze. Banken finden sich dagegen am Tabellenende wieder.

(AWP/Reuters/CF) Nach zwei stabileren Tagen hat der Swiss Market Index (SMI; –0,5%) am Donnerstag den Rückwärtsgang eingelegt. Der Handelsstreit zwischen den USA und China lastet weiterhin auf den europäischen Aktienmärkten.

Nach der Eröffnung ist ein ganzer Reigen von Konjunkturdaten veröffentlicht worden: aus Europa etwa verschiedene Einkaufsmanagerindizes, das deutsche ifo-Geschäftsklima sowie das deutsche Bruttoinlandsprodukt. Aus den USA sind die Erstanträge Arbeitslosenhilfe und der Markit-PMI eingetroffen.

An der Tabellenspitze sind den ganzen Tag die beiden Pharmaschwergewichten gestanden. Novartis (+0,6%) hat im Vorfeld seiner Investorenveranstaltung in Boston über seine selbst verschriebenen Transformation sowie über die Produkte in seiner Pipeline informiert (lesen Sie hier mehr). Die Genusscheine von Roche (+0,8%) haben noch etwas mehr zugelegt.

Beim Nahrungsmittelriesen Nestlé (–0,4%) geht derweil der Konzernumbau weiter (lesen Sie hier mehr). Das Unternehmen erwägt den Ausstieg aus dem brasilianischen Molkerei-Gemeinschaftsunternehmen Dairy Partners Americas. Ein solcher Schritt ist im Urteil von Analysten «leicht positiv» zu werten.

Am Donnerstag hat die Generalversammlung von Swatch Group (–1,7%) stattgefunden. Die Aktionäre des Uhrenherstellers haben am Donnerstag sämtlichen Traktanden des Verwaltungsrates zugestimmt. So etwa der vorgeschlagenen Dividende sowie der Herabsetzung des Aktienkapitals durch Vernichtung eigener Aktien.

Die Werte der Grossbanken UBS (–1,8%) und Credit Suisse (–2,4%) haben rund 2% eingebüsst.

Santhera deutlich im Plus

Ypsomed (–7,4%) hat derweil ihre Zahlen zum Geschäftsjahr 2018/19 (per Ende März) publiziert. Wie erwartet hat das Medizinaltechnikunternehmen weniger umgesetzt, aber deutlich mehr verdient. Die Zahlen sind jedoch kaum mit jenen aus dem Vorjahr vergleichbar. Lesen Sie hier warum.

Die Furcht vor einem ausgeweiteten «Huawei-Bann» hat auch die Papiere der hiesigen Halbleiter-Produzenten unter Druck gesetzt: AMS (–4,6%), VAT Group (–2,8%) und Comet (–2%) haben deutliche Verluste erlitten.

Deutliche Verluste verbuchen zum Schluss auch Santhera (–1,3%). Eröffnet haben sie deutlich höher. Das Spezialitätenpharmaunternehmen hat eine Lizenzvereinbarung mit der Chiesi Group abgeschlossen (lesen Sie hier mehr).

Eine Übersicht über die Gewinner und die Verlierer finden Sie hier.

Dax schliesst unter 12’000 Punkte

Anleger an der Wall Street haben wegen des Handelsstreits zwischen China und den USA zunächst die Bremse gezogen. Besonders Aktien von Technologiefirmen wie Apple und Intel kommen bis zum hiesigen Börsenschluss unter die Räder.

Der Dax (–1,8%) schliesst wie der hiesige Leitindex mit Abgaben. Am Mittwoch hat er 0,2% höher bei 12’168 Punkten geschlossen, nun liegt er leicht darunter. Die Aktien der Deutsche Bank (–2,5%) sind kurz nach Börsenstart auf ein Rekordtief von 6,45 € gesunken.

Ölpreise geben weiter nach

Die Ölpreise haben am Donnerstag ihre deutlichen Verluste vom Vortag ausgeweitet. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent fiel im Tagesverlauf unter die Marke von 70 $ und kostete 69,73 $. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) betrug 60,31 $.

Am Mittwoch waren die Ölpreise erheblich unter Druck geraten, nachdem das amerikanische Energieministerium seine wöchentlichen Lagerdaten veröffentlicht hatte. Demnach sind die Erdölreserven der USA in der vergangenen Woche kräftig auf den höchsten Stand seit Mitte 2017 gestiegen.

Schlechte Konjunkturdaten beeinflussen Devisen

Der Euro hat am Donnerstag vor dem Hintergrund anhaltender politischer Unsicherheit sowie überraschend schlechter Konjunkturdaten nachgegeben. Am Mittag kostet die Gemeinschaftswährung 1,1136 $ und damit etwas weniger als am Vorabend. Zum Franken notiert der Euro mit 1,1234 Fr. ebenfalls tiefer. Entsprechend zeigt sich der Dollar mit 1,0086 Fr. kaum verändert zum Franken.

Leser-Kommentare