Märkte / Aktien

SMI schliesst klar über 10’200

Die Schweizer Börse legt zu. Finanzwerte sind stärker. Die Schwergewichte bleiben zurück. Der Goldpreis steigt auf den höchsten Stand seit 2012.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat sich nach einem schwachen Wochenstart am Dienstag erholt und fester geschlossen. Der Swiss Market Index SMI (SMI 10211.53 -1.15%) gewann bei Eröffnung 0,6%. Damit eroberte er die Marke von 10’200 zurück. Im weiteren Handel stabilisierte sich der Leitindex auf diesem Niveau – zwischenzeitlich baute er seine Avancen noch etwas aus. Allerdings wurde er durch die defensiven Schwergewichte etwas ausgebremst. Im Handelsverlauf sorgten dann noch teilweise besser als erwartet ausgefallene Einkaufsmanagerindizes für eine gewisse Erleichterung bei den Investoren.

Die US-Technologiebörse setzte dank der Hoffnungen auf eine kraftvolle Erholung der Konjunktur ihren Höhenflug fort. Der Nasdaq Composite notierte bei Handelsende in Europa auf einem Rekordhoch von 10’183 Punkten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones (Dow Jones 26815.44 0.2%) und der breit gefasste S&P 500 (SP500 3246.59 0.3%) gewannen ähnlich stark, blieben aber unter ihren jeweiligen Bestmarken vom Februar.

Insgesamt gehe das Tauziehen zwischen den Optimisten und den Pessimisten aber weiter, hiess es bei Händlern. Wie schnell die Stimmung umschlagen könne, lasse sich an den recht volatilen Märkten in Asien ablesen. Dort hatten Aussagen von US-Berater Peter Navarro zum US-chinesischen Handelsabkommen zunächst Schockwellen durch die Märkte gejagt. US-Präsident Donald Trump rückte dies dann später gerade, indem er bestätigte, dass es nach wie vor Bestand habe, und damit den Weg für den versöhnlichen Kursverlauf ebnete.

Pharmatitel belasteten den Index

Der SMI wurde von den Pharmaschwergewichten Roche (ROG 331.8 -0.75%) und Novartis (NOVN 80.2 -1.37%) gebremst. Derweil drehten Nestlé (NESN 108.22 -0.77%) leicht ins Plus. Ausserdem fielen die Aktien des Aromen- und Riechstoffkonzerns Givaudan (GIVN 3968 -0.95%) mit Verlusten auf.

Zyklische Werte wie ABB (ABBN 23.12 -0.52%), Adecco (ADEN 47.46 -1.27%) oder LafargeHolcim (LHN 41.26 -1.69%) legten zu. Die Titel des Baustoffkonzerns profitierten von einer neuen Kaufempfehlung der Société Générale (GLE 11.232 -2.57%). Die Experten hatten die Papiere am Morgen hochgestuft und auch ihr Kursziel leicht nach oben angepasst. LafargeHolcim wurde in der Branchenstudie zudem als Top Pick genannt.

Gewinne verzeichneten die Bankvaloren UBS (UBSG 9.974 -2.31%) und Credit Suisse (CSGN 8.912 -2.15%). Auch bei den Versicherungsaktien Swiss Re (SREN 68.16 -1.3%) und Swiss Life (SLHN 345.5 -1.68%) waren es Analystenkommentare, die Anleger zum Kauf verleiten. Berenberg hatte in einer Branchenstudie die beiden Schweizer Werte mit Kaufempfehlungen versehen.

Bei den Aktien des Life-Science-Konzerns Lonza (LONN 566.4 -1.73%) schraubte der Broker Jefferies das Kursziel stark nach oben, auf 590 Fr.

Kühne + Nagel sowie Julius Bär gesucht

Zu den grössten Gewinnern im SMIM (SMIM 2555.101 -1.03%) zählten Kühne + Nagel (KNIN 180.6 -0.11%). Beim Logistiker verwiesen Händler auf die jüngsten Aussagen des Konkurrenten DSV (DSV 1013 -0.2%) Panalpina (PWTN 258.8 1.09%). Dieser hatte am Vorabend starke Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Laut Analysten hat der Konzern neben Kosteneinsparungen auch von einem insgesamt besseren Marktumfeld profitiert. Das lasse Hoffnung aufkeimen.

Wie auch im SMI stand ein Finanzwert weit oben im Index. Julius Bär (BAER 37.76 -1.15%) avancierten deutlich.

Meyer Burger (MBTN 0.2396 -0.5%) setzten die zuletzt steilen Avancen fort. Die Aktien des arg gebeutelten Solarunternehmens profitieren vom angekündigten Strategiewechsel.

Eine Zulassung in Israel für GI Genius verhalf Cosmo (COPN 85.1 -3.08%) zu einem Plus. Dagegen ging es für die Cosmo-Beteiligung Cassiopea (SKIN 51 -1.92%) abwärts, nachdem die Gesellschaft Daten zu ihrer Aknecrème in einer Fachzeitschrift veröffentlicht hatte.

Achiko (ACHI 0.484 -0.62%) knüpften an den gestrigen Kurssprung von 69% an.

Asien im Plus

Asiens Börsen notieren am Dienstag höher. Unterstützt wurde die Aufwärtsbewegung von einem Tweet Donald Trumps, dass der Handelspakt zwischen den USA und China «völlig intakt» sei. Zuvor hatte Trump-Berater Peter Navarro den Deal mit «it’s over» kommentiert. In Japan notiert der Leitindex Nikkei 0,5% höher, der breiter aufgestellte Topix steigt ebenfalls 0,5%. Auch der Hang Seng in Hongkong klettert um etwa 0,8% nach oben. Der Shanghai Composite liegt 0,2% im Plus. Der koreanische Kospi notiert 0,6% höher.

Euro fester

Der Euro legt am Dienstag nach überraschend robusten Konjunkturdaten aus der Eurozone zu. Am Nachmittag kletterte die europäische Gemeinschaftswährung bis auf 1.1349 $, nachdem sie in der Nacht der Kurs bis auf 1.1233 $ gefallen war. Am Abend kostete ein Euro nun 1.1339 $. Gegenüber dem Schweizer Franken notierte der Euro bei Handelsende in Europa auf 1.0687 Fr. und damit leicht höher. Der Dollar ging derweil mit 0.9424 Fr. etwas tiefer um zum Franken.

Goldpreis auf höchstem Stand seit 2012

Gold (Gold 1867.87 0.39%) wird in der Corona-Krise unter risikoscheuen Anlegern immer beliebter. Der Preis des gelben Edelmetalls legte zuletzt beständig zu. Am Dienstag wurde der höchste Stand seit etwa siebeneinhalb Jahren erreicht. In der Spitze kostete eine Feinunze (31,1 Gramm) gut 1767 $. Das ist der höchste Stand seit 2012. Das Rekordhoch von 1921 $, erreicht im Jahr 2011, ist allerdings noch ein gutes Stück entfernt.

Der Ölpreis erholte sich am Dienstag von spürbaren Abschlägen über Nacht überwiegend. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 42.22 1.17%) rund 43.50 $.