Märkte / Aktien

Schweizer Börse schliesst im Minus

Der Schweizer Leitindex hat nach Retorsionsmassnahmen aus Peking gegenüber Washington verloren. Trumps Twitter Tirade schwächt den Dollar.

(AWP/Reuters/CF/BB) Der Schweizer Aktienmarkt beschliesst die Woche im roten Bereich, trotz eines freundlichen Starts in den Tag. Eine neue Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China hat Aktienanleger am frühen Freitagnachmittag aufgeschreckt. Peking hat Strafzölle auf Waren aus den USA erhoben. Innert weniger Minuten musste der Swiss Market Index (SMI (SMI 9965.49 -0.43%)) seine Gewinne fast vollständig abgeben.

Die letzten Plätze im Leitindex belegen Alcon (ALC 58.1 -0.21%), LafargeHolcim (LHN 48.2 -0.6%) und Sika (SIKA 160.2 -0.84%). Der vor ein paar Monaten von Novartis (NOVN 85.51 -0.73%) abgespaltene Augenheilkonzern hatte am Dienstagabend seine Quartalszahlen präsentiert und dabei die Erwartungen nicht zu erfüllen vermocht. Entsprechend hat die Aktie seither Mühe, mit den anderen SMI-Titeln mitzuhalten.

Unter den mittelgrossen Werten fallen U-Blox (UBXN 73.8 -1.99%) mit einem Einbruch auf. Der Halbleiterhersteller hat die Erwartungen auch wegen makroökonomischer Unsicherheiten verfehlt und einen markanten Gewinnrückgang verbucht. Für die Zürcher Kantonalbank ist die Prognosesenkung nicht ganz überraschend. Der finanzielle Ausblick sei wie erwartet reduziert worden. «Im Umfang aber eher stärker als erwartet», resümiert Analyst Andreas Müller. Das längerfristige Potenzial von U-Blox bleibe jedoch intakt. Die ZKB hält an ihrer Einstufung «Übergewichten» fest. Vontobel (VONN 57.25 0.7%) und UBS (UBSG 11.185 0%) dagegen bestätigen ihre Verkaufsempfehlung für den einstigen Höhenflieger.

Ansonsten gab es von Seiten der Schweizer Unternehmen nicht allzu viele Nachrichten. Neben U-Blox haben lediglich Bachem (BANB 143 -0.83%) (lesen Sie hier mehr), Nebag (lesen Sie hier mehr), Mobilezone (lesen Sie hier mehr) sowie die nicht kotierte, aber systemrelevante Zürcher Kantonalbank ihre Halbjahreszahlen vorgelegt.

Eine Übersicht über die Gewinner und die Verlierer finden Sie hier.

Neue Zölle treiben Anleger in die Flucht

Die neuen Zölle auf US-Güter lassen auch die europäischen Indizes fallen. Dax (DAX 12633.6 -0.17%) und Euro Stoxx 50 (Euro Stoxx 50 3579.41 -0.26%) notieren beide im Minus. Besonders exportabhängige Branchen wie Automobil und Technologie geraten unter die Räder.

Auch die Stimmung an den US-Börsen ist durch die neuen Zöllen zur Eröffnung getrübt. Der Dow Jones (Dow Jones 26770.2 -0.95%), S&P 500 (SP500 2986.2 -0.39%) und der Nasdaq 100 (Nasdaq 100 7868.490778 -0.93%) geben alle nach.

In Deutschland rücken am Freitag die Stahlwerte ins Rampenlicht. Thyssenkrupp-Boss Guido Kerkhoff und Klöckner-&-Co-Chef Gisbert Rühl seien im regelmässigen Austausch über eine mögliche Zusammenarbeit im Stahlhandel, sagten mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Der Ausgang sei aber völlig offen.

Euro erneut unter 1,09 Fr.

Der Euro hat heute von einer Schwäche des US-Dollars profitiert und deutlich zugelegt. Die erneute Eskalation im Handelskrieg zwischen den USA und China, sowie heftige Tiraden auf Twitter (TWTR 38.99 -1.57%) von Donald Trump setzten die amerikanische Währung unter Druck. Die Rede des US-Notenbankchefs Jerome Powell vermochte dagegen die Kurse kaum zu bewegen.

Gleichzeitig gewann er Franken an Wert. Der Euro wurde für 1,0889 Franken gehandelt, erneut unter der Marke von 1,09 Fr. Der Dollar kostete 0,9781 Franken.

Ölpreise tiefer

Die Ölpreise notierten heute bei Schluss der europäischen Börsen etwas tiefer. Ein Barrel der Sorte Brent (Brent 59.06 -0.89%) (159 Liter) kostet 58,63$, ein Barrel WTI (WTI 53.38 -0.28%) notierte bei 53,64$. Der Preis für eine Feinunze Gold (Gold 1489.92 -0.13%) ist auf 1526,45 $ angestiegen.

Leser-Kommentare

Hans Geisser 25.08.2019 - 06:18

Nashörner wie Trump haben auf der Politbühne nichts mehr zu suchen. Ein bischen Fingerspitzengefühl und schlau sollte er sein.