Märkte / Aktien

SMI bis Handelsende im Sinkflug

Deutlich im Minus schliesst die Schweizer Börse. Die Schwergewichte verhindern Schlimmeres. AMS und GAM brechen ein. Auch Schindler und Logitech leiden.

(Reuters/AWP/SPU) Die Schweizer Börse hat am Dienstag wegen der anhaltenden Verunsicherung der Marktteilnehmer über die wirtschaftliche und geopolitische Entwicklung deutlich nachgegeben. In Europa belasteten sowohl die umstrittenen Budgetpläne von Italien als auch der Brexit die Stimmung. Der Swiss Market Index SMI (SMI 8870.03 -0.68%) eröffnet 1,2% tiefer und gibt in der Folge noch deutlicher nach. Über die gesamte Handelsdauer gesehen verharrte er auf dem Anfangsniveau.

Enttäuschende Bilanzen belasteten die New Yorker Börse. Der Dow Jones (Dow Jones 25289.27 0.83%) verlor bei Börsenschluss in Europa 1,7%, der S&P 500 (SP500 2730.2 1.06%) büsste ebenfalls 1,7% und der Nasdaq Composite 2% ein. Auch der deutsche Aktienmarkt verlor kräftig. Der Dax (DAX 11353.67 -0.52%) schloss so niedrig wie seit Dezember 2016 nicht mehr.

SMI-Schwergewichte verhinderten rasantere Talfahrt

Im angeschlagenen Börsenumfeld verloren alle Schweizer Blue Chips. Dabei gehörten die Schwergewichte zu den stabileren Werten. Roche (ROG 247.45 -0.54%) und Novartis (NOVN 87.5 -0.41%) wiesen ein vergleichbar kleines Minus aus. Nestlé (NESN 83.98 -0.17%) konnten sich lange gegen den Abwärtstrend stemmen, schlossen aber ebenfalls leichter.

Die Banken Credit Suisse (CSGN 12.41 -1.66%) und Julius Bär (BAER 43.72 -1.53%) sowie der Versicherer Swiss Re (SREN 89.56 -1.17%) büssten klarer ein. Auch Lonza (LONN 302.4 -1.43%), Sika (SIKA 129.4 0.39%) und die Luxusgüterhersteller Richemont (CFR 66.48 -2.41%) und Swatch Group (UHR 318.7 -1.88%) wiesen deutliche Verluste auf.

AMS und GAM brachen ein

Massiv unter Druck standen AMS (AMS 27.61 -0.9%). Das Unternehmen hatte allerdings mit den am Vorabend vorgelegten Zahlen zum dritten Quartal die Erwartungen der Analysten in etwa erfüllt oder gar leicht übertroffen. Vontobel (VONN 58.85 -2.32%) stutzte das Kursziel von 117 Fr. auf 91. Fr, blieb aber bei der Einschätzung «Buy».

Auch Schindler (SCHP 202.4 -1.36%) gaben überdurchschnittlich nach. Der Aufzugs- und Fahrtreppenhersteller war mit dem Umsatz und insbesondere mit dem Auftragseingang hinter den Prognosen zurückgeblieben.

Logitech (LOGN 34.81 -1.28%) verloren ebenfalls klar, dies nach Zahlen zum zweiten Quartal. Hier war insbesondere der Gewinn besser ausgefallen als von den Analysten vorhergesagt.

Massiv waren auch die Kursverluste bei GAM (GAM 5.915 -1.42%). Der Vermögensverwalter hatte im dritten Quartal mit einem markanten Mittelabfluss zu kämpfen gehabt. CEO Alexander Friedman blieb im FuW-Interview Antworten auf drängende Fragen schuldig.

Die Aktien des Pharmazulieferers Dottikon ES (DESN 473 5.11%) und des Komponentenherstellers Phoenix Mecano (PM 505 -3.26%) machten die Vortageseinbussen teilweise wett.

Ausverkauf in Asien

In Asien tendierten die Aktienmärkte, nach dem freundlichen Start in die Woche, wieder schwächer. Der Nikkei 225 verlor 2,7%, der breiter gefasste Topix büsste 2,6% ein. Der Shanghai Composite tendierte 2% leichter, und der Hang Seng gab 2,6% nach. Die Börse in Südkorea rutschte gar 3% ab.

Euro schwächer zum Franken

Der Euro notierte weiter unter der Marke von 1.15 $. Die Gemeinschaftswährung kostete zur US-Valuta bei Börsenschluss in Europa bei 1.1489 $. Zum Franken handelte der Euro stabil bei 1.1420 Fr. Der Dollar zeigte sich bei 0.9941 Fr. leichter.

Öl runter, Gold hoch

Der Ölpreis fiel deutlich. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete bei Börsenschluss in Europa weniger als 78 $. Die Anleger an den internationalen Rohölmärkten setzten auf eine höhere Förderung Saudi-Arabiens. Der saudiarabische Energieminister Khalid al-Falih schloss bei einer Konferenz in Riad die Möglichkeit nicht aus, dass Saudi-Arabien künftig täglich ein bis zwei Millionen Fass mehr als aktuell fördern könnte. «Wir werden entscheiden, ob es irgendwelche Lieferengpässe gibt – besonders mit Blick auf die angekündigten Iran-Sanktionen.» Der Goldpreis zeigte nach oben. Die Feinunze des Edelmetalls lag somit weiter komfortabel über der Marke von 1200 $ bei 1233 $.

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