Märkte / Aktien

SMI schliesst klar unter 12’400

Der Schweizer Leitindex gibt deutlich nach. Die meisten Werte verlieren. Diverse Investorentage ziehen die Aufmerksamkeit auf sich.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag sinkende Kurse verzeichnet. Bei Eröffnung rutschte der SMI (SMI 12'159.69 -0.5%) unter die Marke von 12’500 ab, kurz danach fiel auch die von 12’400. Bis zum Mittag konnte sich der Leitindex wieder darüber arbeiten. Aber die Erholung war nicht von Dauer. Bei Handelsende in Zürich stand der SMI 1,2% im Minus bei 12’366. Nach sieben Gewinnwochen in Folge und neuen Rekordständen am vergangenen Donnerstag war er bereits zum gestrigen Wochenstart etwas tiefer aus dem Handel gegangen.

Die US-Börsen zeigten sich uneinheitlich. Der breit gefasste S&P 500 büsste 0,3% ein. Der Dow Jones lag mit 0,1% leicht Plus. Deutliche Verluste von 1% verzeichnete der Nasdaq Composite. Damit setzte die Technologiebörse ihre Schwäche fort. Vor allem in der letzten Handelsstunde hatte an Wallstreet am Montag ein regelrechter Ausverkauf eingesetzt. Ein erneuter Anstieg bei den Renditen habe zu einer gewissen Volatilität geführt, sagen Börsianer.

Händler verwiesen darauf, dass gerade auch die in Europa wieder steigenden Coronazahlen zusammen mit den geplanten Massnahmen eine Belastung für die Märkte darstellten. Gleichzeitig sei aber die am Montag beschlossene Nominierung von US-Notenbank-Chef Jerome Powell für eine zweite Amtszeit im Handel grundsätzlich begrüsst worden. Allerdings bedeute dies auch, dass die Geldpolitik, die unter Powell eingeleitet wurde, demnächst gestrafft wird. So müsse der Markt nun gleich drei Leitzinsanhebungen im kommenden Jahr einpreisen. «Es sieht ganz danach aus, als würden die Investoren hier etwas übersteuern.» Insgesamt gehen Händler davon aus, dass sich der Handel in den kommenden Tagen eher träge gestalten wird. In den USA ist Thanksgiving-Woche, sodass die Börse ab Donnerstag verkürzt geöffnet ist.

Wenige Gewinner im SMI

Die meisten Werte an der Schweizer Börse gaben nach. Im Leitindex drehten mit zunehmender Handelsdauer jedoch einige Werte in die Gewinnzone. Credit Suisse (CSGN 8.91 +0.52%), Holcim (LHN 44.45 -2.26%) und Swiss Re (SREN 86.44 -0.25%) stemmten sich damit gegen den insgesamt schwachen Trend.

Die stärkste Unterstützung kam jedoch von Novartis (NOVN 73.44 -1.08%), jedoch wurde die durch markante Einbussen in Roche (ROG 359.65 +0.6%) mehr als wettgemacht.

Auf der Verliererseite fielen Geberit (GEBN 703.80 +0.83%) auf. Die Aktien des Sanitärtechnikers hatten bereits gestern wegen eines Analystenkommentars nachgegeben.

Die Anteilscheine von Partners Group (PGHN 1'590.00 +0.95%) büssten stark ein. So meinten Händler, die Papiere stünden als Wachstumswert zusammen mit zahlreichen Vertretern der Technologiebranche unter Verkaufsdruck. Ausserdem böten sie sich nach Kursgewinnen von mehr als 50% seit Jahresbeginn im aktuellen Markt für Gewinnmitnahmen an.

Gewinnmitnahmen dürften auch bei Werten wie Lonza (LONN 743.00 +1.73%), Straumann (STMN 1'957.00 +0.62%), Sonova (SOON 346.50 +0.67%) oder auch Tecan (TECN 548.50 0%) die Hauptgründe für die überdurchschnittlich hohen Kursverluste sein. Immerhin haben die Titel allesamt zwischen knapp 30 und annähernd 90% hinzugewonnen im bisherigen Jahresverlauf.

Nachrichten lieferte am Morgen etwa der Spezialchemiekonzern Clariant (CLN 18.05 -0.33%), der sich an seinem Investorentag neue Finanzziele bis 2025 gesetzt hatte. Zudem will das Unternehmen die Innovation in nachhaltige Produkte beschleunigen.

Kühne+Nagel gaben stark nach. Es dürfte sich wohl eher um Gewinnmitnahmen als um Reaktionen auf den Managementwechsel beim Logistikkonzern handeln. Der langjährige CEO Detlef Trefzger tritt per 1. August 2022 zurück. Seine Nachfolge übernimmt dann das Geschäftsleistungsmitglied Stefan Paul.

Nach dem Rekordlauf kam es in den Aktien des Vakuumventilherstellers VAT Group (VACN 443.00 -6.22%) zu Gewinnmitnahmen.

Abwärts ging es noch für Julius Bär (BAER 57.24 +0.1%). Nachdem die Bank am Vortag über ihre verwalteten Vermögen berichtet hatte, reagieren Analysten nun im Anschluss grösstenteils eher verschnupft, wie etwa eine Abstufung durch Morgan Stanley (MS 94.82 -2.48%) zeigt.

In den hinteren Reihen machten noch U-Blox (UBXN 65.60 -0.38%) am Investorentag von sich reden. Der Halbleiterhersteller spürt nach dem coronabedingten Einbruch des Vorjahres eine kräftige Erholung an den Absatzmärkten.

Positive Studiendaten rund um das Medikament Vamorole trieben den Aktienkurs von Santhera (SANN 1.26 +0.32%).

Gemischtes Bild in Asien

Uneinheitlich gestaltete sich am Dienstag der Handel in Asien. Der Hang Seng in Hongkong handelte 1,1% tiefer. Auch für den koreanischen Kospi ging es abwärts, er verlor 0,5%. Demgegenüber lag der Shanghai Composite 0,2% im Plus. Die Börse in Tokio blieb wegen eines Feiertags am Dienstag geschlossen.

Euro erholte sich zum Franken

Der Euro zeigte sich am Dienstag nach anfänglicher Schwächer etwas erholt. In der Nacht auf Dienstag fiel die Gemeinschaftswährung mit 1.1226 $ auf den tiefsten Stand seit Mitte 2020. In den vergangenen Wochen wurden bereits ähnliche Tiefstände markiert. Am Abend erholte er sich auf 1.1266 $. Zum Franken bewegte sich der Euro aufwärts und erreichte die Marke von 1.05. Damit hatte er das Tagestief von 1.0474 Fr. klar hinter sich gelassen. Der Dollar hielt sich mit 0.9322 Fr. dagegen stabil.

Gold schwächer, Öl stärker

Der Goldpreis verlor nach seiner jüngsten Aufwärtsbewegung. Die Feinunze rutschte unter die Marke von 1800 $ und stand bei 1874 $.

Der Ölpreis schwankte deutlich und notierte bei Börsenschluss in Europa klar fester. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete mehr als 81 $. Die USA zapfen ihre Ölreserven an (50 Mio. Barrel) und wollen damit auch einen weiteren Preisanstieg an den Zapfsäulen verhindern.

Bitcoin (Bitcoin 57'005.00 +0.14%) zeigte sich etwas fester. Die Cyberdevise notierte am Abend bei rund 57’000 $.