Märkte / Aktien

SMI schliesst über 10’700

Nach den jüngsten Verlusten tendiert die Schweizer Börse aufwärts. Erholung auf breiter Front. Alcon sind unter Druck. Wallstreet dreht ins Plus.

(AWP/SPU) Mit einer kräftigen Gegenbewegung hat sich der Schweizer Aktienmarkt zur Wochenmitte gegen die zuletzt schwächere Tendenz gestemmt. Nachdem der Leitindex SMI (SMI 11'238.52 +0.28%) am Vortag kurzzeitig gar unter 10’600 Punkte gefallen war, baute er am Mittwoch nach einem freundlichen Start seine Gewinne noch weiter aus und passierte am Vormittag auch die Marke von 10’700 Punkten wieder. Bis zum Abend weitete er seine Gewinne weiter aus, trotzt eines zwischenzeitlichen Rücksetzers.

Grund dafür war die Wallstreet. Entgegen der Indikationen verloren die New Yorker Indizes bei Eröffnung. Im weiteren Handel drehte der US-Aktienmarkt aber ins Plus. So legte der S&P 500 (S&P 500 4'119.50 +0.75%) bei Handelsende in Zürich 0,4% zu. Der US-Standardwerteindex Dow Jones (Dow Jones 33'800.60 +0.89%) stieg  0,6% auf ein Rekordhoch von 31’715 Punkten. Ein Plus von 0,1% verzeichnete die Technologiebörse Nasdaq Composite.

Generell werde der Markt derzeit aber vom Thema Inflation und von der Haltung der Notenbanken geprägt. Die Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell am Vortag hätten die Gemüter etwas beruhigt, dass ein Tapering nicht auf der Agenda stehe, kommentierte ein Händler. «Das Thema Inflation wird uns aber auf jeden Fall weiter begleiten – das ist wegen der gigantischen Fiskalimpulse programmiert», so der Börsianer. Entsprechend sei in den USA für April, Mai denn auch mit einem klaren Anstieg der Inflation zu rechnen. «Allerdings dürfte das nur ein Buckel sein und sich die Lage dann langsam etwas abkühlen.»

Alcon blieben zurück

Von den zwanzig SMI-Titeln legten die meisten zu. Fester zeigten sich unter anderem zyklische Industriewerte wie die Aktien des Bauchemiekonzerns Sika (SIKA 275.50 +0.66%), des Sanitärtechnikers Geberit (GEBN 622.80 +0.87%) oder des Industriekonzerns ABB (ABBN 29.53 +1.23%).

Alcon (ALC 67.60 +0.45%) büssten nach den Zahlen vom Vorabend ein. Zwar war das Jahr 2020 für den schweizerisch-texanischen Augenheilkundespezialisten nicht leicht, allerdings gewann die bereits zuvor einsetzende Erholung zum Jahresende noch einmal kräftig an Schwung.

UBS (UBSG 14.94 +0.3%) bauten die Gewinne aus. Die Grossbank soll die Veräusserung ihrer Wealth-Management-Präsenz in Spanien erwägen. Entsprechende Überlegungen seien Teil der Überprüfung der globalen Präsenz der Bank durch den neuen Chef Ralph Hamers, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstagabend. Sie berief sich dabei «auf Personen mit Kenntnis der Angelegenheit». Auch Credit Suisse (CSGN 9.80 -2.33%) tendierten aufwärts.

Klar fester präsentierten sich auch die Versicherer. Bei Zurich Insurance (ZURN 385.50 +0.29%), Swiss Re (SREN 93.34 -0.17%) und Swiss Life (SLHN 475.90 +0.53%) waren deutliche Gewinne auszumachen.

Die Pharmaschwergewichte Novartis (NOVN 80.90 +0.31%) und Roche (ROG 309.65 +0.81%) hielten für einmal gut Schritt mit dem Markt, Nestlé (NESN 108.80 +0.5%) legten nur leicht zu. Gerade die Bons von Roche sorgten derzeit wegen ihrer charttechnisch spannenden Lage für Gesprächsstoff.

Erholung auf breiter Front

Mittelgrosse reisenahe Werte wie die Aktien des Reisedetailhändlers Dufry (DUFN 64.14 +0.6%) oder Flughafen Zürich (FHZN 156.00 -0.83%) notierten mit Aufschlägen.

Auf der Gewinnerliste im SMIM (SMIM 3'188.18 +0.5%) standen mit den Tech-Titeln AMS (AMS 18.76 -2.32%) und Logitech (LOGN 100.65 +0.55%) zwei der grössten Verlierer vom Vortag. Hingegen drehten die Valoren des Bankensoftwarespezialisten Temenos (TEMN 144.40 -0.21%) ins Minus.

SIG Combibloc (SIGN 22.74 +0.89%) erholten sich. Nach guten Zahlen war es gestern in den Aktien des Verpackungsspezialisten zu starken Gewinnmitnahmen gekommen.

Der Pharmazulieferer Siegfried war im vergangenen Geschäftsjahr während der Coronaviruspandemie profitabel gewachsen.

Die Aktien des Industriekonzerns Sulzer (SUN 106.20 +1.34%) drehten ins Plus, nach den Geschäftszahlen vom Morgen. Insgesamt hatte das Unternehmen 2020 weniger Bestellungen erhalten als ein Jahr zuvor.

Der Detailhändler Valora (VALN 198.60 -1.19%) hatte im vergangenen Jahr wegen der Coronapandemie einen Verlust eingefahren. Mit einer Normalisierung der Geschäfte wird frühestens für das zweite Halbjahr 2021 gerechnet. Die Aktien notierten fester.

Zehnder gesucht

Starke Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr liessen die Valoren des IT-Unternehmens Also (ALSN 275.50 -1.25%) zwischenzeitlich markant steigen. Bis Handelsende bauten die Aktien einen Teil ihrer Gewinne ab.

Kühne + Nagel (KNIN 275.90 +1.21%) verstärkt sich in der Distribution von Impfstoffen. Zu diesem Zweck hat das Logistikunternehmen mit der chinesischen Jointown eine strategische Zusammenarbeit vereinbart.

Guten Zahlen und eine Dividendenerhöhung lockten Anleger in die Aktien der auf Raumklimalösungen spezialisierten Zehnder (ZEHN 76.30 +0.13%).

Die Privatplatzierung von 1 Mio. Aktien sorgte für Druck auf den Titeln des Biotech-Unternehmens Basilea (BSLN 47.40 +1.24%).

Die Papiere von EFG (EFGN 7.86 +2.75%) legten deutlich zu. Die Privatbank hatte am Morgen das Geschäftsergebnis 2020 veröffentlicht, das die Markterwartungen überwiegend übertrifft. Zudem vermag der Ausblick die Marktbeobachter zu überzeugen.

Zudem fielen die Aktien der Onlineapotheke Zur Rose (ROSE 340.50 -1.16%) mit Gewinnmitnahmen auf.

Relief Therapeutics (RLF 0.28 -0.36%) stiegen klar. Das Biotech-Unternehmen und der Partner NeuroRx hatten positive Daten zum Covid-19-Kandidaten RLF-100 (Aviptadil) erhalten.

Asiens Börsen klar im Minus

Die asiatischen Börsen handelten am Mittwoch mit starken Kursverlusten. Der japanische Nikkei 225 verlor nach dem Feiertag vom Dienstag 1,6%, der breiter gefasste Topix gab 1,8% ab. Der Hang Seng in Hongkong sank um 3%, und Chinas Leitindex CSI 300 liess 2,6% nach. Der südkoreanische Kospi büsste 2,5% ein, und für den australischen S&P/ASX 200 ging es 0,9% abwärts.

Euro legte zum Franken weiter zu

Der Euro beweget sich am Mittwoch zum Franken aufwärts und zum Dollar abwärts. Bei Börsenschluss in Europa kostete die Gemeinschaftswährung zum Dollar 1.2115 $. Der Handel zwischen Euro und Dollar verlief eher ruhig. Der Franken setzte seine jüngste Schwäche hingegen weiter fort. So kostete der Euro erstmals seit Ende 2019 wieder mehr als 1.10 Fr., wie der Kurs um 17.30 Uhr MEZ von 1.1018 Fr. zeigte. Auch der Dollar zeigte sich mit 0.9094 Fr. gut behauptet.

Ölpreis klar fester

Der Ölpreis festigte sich am Mittwoch über seinem am Vortag erreichten gut einjährigem Höchststand. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 62.98 -0.41%) 67 $. Gold (Gold 1'743.91 -0.72%) gab indes nach und lag bei einem Preis von 1792 $ pro Feinunze.

Derweil erholte sich Bitcoin (Bitcoin 58'145.00 +0.25%) von seinen jüngsten Verlusten. Die Cyberdevise pendelte wieder um die Marke von 50’000 $.

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