Märkte / Aktien

SMI beginnt die neue Woche leichter

Die Schweizer Börse verliert nach einer langen Richtungssuche. Die Frankenstärke hält an. Der Goldpreis zieht an.

(AWP/Reuters/SPU) Am Schweizer Aktienmarkt hat zum Wochenstart die Vorsicht dominiert. Der Swiss Market Index SMI (SMI 9770.39 -0.56%) stand bei Eröffnung 0,3% höher und legte zunächst noch etwas deutlicher zu. Im frühen Handel gab er zwischenzeitlich seine gesamten Gewinne preis, drehte aber rasch wieder in die Gewinnzone. Danach setzte sich die richtungslose Bewegung fort, bis der SMI erst am Nachmittag in die Verlustzone rutschte. Nachdem der Leitindex in der Vorwoche bei 10’062 Zählern im Wochenverlauf einen Rekord aufgestellt hatte, beendete er die vergangene Handelswoche mit einem Plus von 0,8% klar unterhalb dieser Marke.

An sich hat sich an der grundsätzlichen Gemengelage nicht viel geändert: Die Spannungen zwischen den USA und Iran haben weiter Bestand. Zudem bleiben die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China ein wichtiger Einflussfaktor. Wenn das G-20-Treffen Ende der Woche beginnt, sind auch Gespräche zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Xi Jinping geplant. Schon im Vorfeld haben die beiden Volkswirtschaften die Verhandlungen wieder aufgenommen. Als Stimmungsdämpfer nannten Händler die jüngsten Nachrichten aus Deutschland. Das Ifo-Geschäftsklima war auf den tiefsten Stand seit November 2014 gefallen.

Auch an Wallstreet zeigten sich die Anleger wenig entschlossen. So notierten die drei grossen Indizes zu Wochenbeginn zwar fester, liessen aber Überzeugung vermissen. Der Dow Jones (Dow Jones 26030.15 -0.4%) gewann bei Handelsende in Europa 0,2%. Der breiter gefasste S&P notierte 0,1% fester. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite trat auf der Stelle.

SMI-Schwergewichte bremsten

Im SMI entwickelten sich die Finanzwerte unterschiedlich. Während die Bankaktien UBS (UBSG 10.225 -0.39%) und Credit Suisse (CSGN 11.095 -0.94%) nachgaben, zeigten sich die Versicherertitel Swiss Re (SREN 99 -0.52%), Swiss Life (SLHN 470 -0.4%) und Zurich Insurance (ZURN 352 0.23%) tendenziell etwas stärker.

Aufwärts ging es für die Aktien von SGS (SGSN 2364 -1.05%), bis Handelsschluss wichen die Titel jedoch zurück. Der Warenprüfkonzern trennt sich in den USA von der Petroleum Service Corporation (PSC). Die Sparte geht für 335 Mio. $ an Aurora Capital Partners. Auch die zyklischen Werte von Sika (SIKA 137.05 -1.9%) gewinnen.

Keine Unterstützung bekam der Gesamtmarkt von den Schwergewichten Nestlé (NESN 107.96 -1.03%), Novartis (NOVN 87.64 -0.28%) oder Roche (ROG 273 -0.62%).

AMS: von Top zu Flop

Im SMIM (SMIM 2499.553 -0.48%) gewannen die Aktien Partners Group (PGHN 796 0.45%), während Julius Bär (BAER 37.87 -0.73%) die Avancen nicht ganz halten konnten. Bei Partners Group verwiesen Händler auf Merrill Lynch, die das Rating für die Titel auf «Buy» erhöht hatten. Bei Julius Bär waren es die Experten der Royal Bank of Canada, die Rating und Kursziel heraufgesetzt hatten. Auf der Verliererseite waren GAM (GAM 3.634 0.11%) zu finden.

Kurskapriolen waren bei AMS (AMS 39.97 -2.01%) zu beobachten: Nachdem die Papiere des Halbleiterunternehmens im frühen Handel noch die Gewinnerliste mit Gewinnen von mehr als 2% angeführt hatten, waren sie bei Handelsende das klare Schlusslicht. Derweil schlossen die Valoren des Bankensoftwarespezialisten Temenos (TEMN 160.25 -1.11%) etwas fester. Gefragt waren vor allem Kühne+Nagel.

Die Gewinnwarnung von Daimler machte sich hierzulande im breiten Markt bemerkbar. Zulieferer wie Autoneum (AUTN 99.8 -0.5%) und Feintool (FTON 59 2.61%) gaben nach.

Dagegen zogen Santhera (SANN 12.32 0.98%) an. Der Wirkstoff Idebenon des Pharmaunternehmens bleibt in einem Vorzugsprogramm der britischen Arzneimittelbehörde MHRA. Auch andere Biotechs wie Idorsia (IDIA 23.92 0.08%), Evolva (EVE 0.138 -6.76%) oder Obseva (OBSV 8.64 -0.46%) verzeichneten Avancen.

Sonova (SOON 227.9 0.18%) wurden von einem Analystenkommentar belastet. Vontobel (VONN 50.35 -0.89%) senkte das Rating für die Aktien des Hörsystemeherstellers von «Hold» auf «Reduce», erhöhte aber das Kursziel von 150 auf 190 Fr.

Bossard (BOSN 129.6 -0.38%) präsentierten sich stärker. Das Zuger Industrieunternehmen baut das Geschäft in der Luft- und Raumfahrtindustrie mit einem Zukauf in Deutschland aus.

Zurückhaltung in Asien

Die Märkte in Asien sendeten am ersten Handelstag der Woche gemischte Signale. Geopolitische Spannungen dominierten einmal mehr das Geschehen, im Zentrum stehen die neusten Sanktionen der USA gegen den Iran. Ausserdem wurde das Treffen der Mächtigen am G-20-Gipfel gegen Ende dieser Woche antizipiert. In Tokio notierte der Nikkei 225 (Nikkei 225 20681.08 0.56%) 0,1% fester, auch der Topix lag 0,1% im Plus. In China trat der Shanghai Composite auf der Stelle. Auch der Hang Seng in Hongkong und der Kospi in Südkorea blieben beide unverändert.

Franken stärker 

Der Franken neigte weiterhin zur Stärke. Die Aussicht auf eine lockere Geldpolitik in den USA und in der Eurozone sorgt seit vergangener Woche für eine anhaltende Frankenstärke. Zum Euro zeigte sich die Schweizer Währung bei einem Stand von 1.1071 Fr. klar fester. Auch der Dollar notierte mit 0.9720 Fr. erneut leichter. Der Euro handelte zum Greenback stabil. Im Vergleich zur US-Währung erreichte er den höchsten Stand seit etwa drei Monaten. Die Gemeinschaftswährung lag bei zwischenzeitlich knapp 1.14 $ und kostete damit so viel wie seit Ende März nicht mehr.

Goldpreis über 1400 $

Der Goldpreis notierte nach seinen jüngsten Avancen klar über der 1400-Marke bei 1414 $ pro Feinunze. Der Ölpreis bewegte sich abwärts. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 60.25 1.12%) kostete bei Börsenschluss in Europa knapp 65 $.

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