Märkte / Aktien

SMI schliesst knapp über 9900

Die Schweizer Börse baut ihren Verlust teilweise ab. UBS büssen klar ein. Lonza und Clariant stehen im Fokus.

(AWP/Reuters/SPU)  Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch tiefere Kurse verzeichnet. Nach den Avancen vom Vortag kam es damit zu einer Konsolidierung. In den verstärkten Fokus der Investoren gerückt ist mittlerweile der für Donnerstag anstehende Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB).

Der Leitindex Swiss Market Index SMI (SMI 9964.24 -0.53%) gewann bei Eröffnung 0,1%. Im frühen Handel drehte er ins Minus. Vor dem Mittag wurde der Verlust deutlicher. Der SMI konnte sich zum Handelsschluss in Zürich nach einem zwischenzeitlichen Schwächeanfall aber wieder über die Marke von 9900 arbeiten.

Die Anleger an der Wallstreet zeigten sich zurückhaltend. Während der S&P 500 (SP500 2966.15 -0.14%) und der Nasdaq Composite bei Börsenschluss in Europa wenig verändert handelten, büsste der Dow Jones (Dow Jones 26787.36 -0.11%) 0,5% ein. Ein überraschender Gewinnrückgang setzte Caterpillar (CAT 128.38 -0.02%) zu. Auch Boeing (BA 373.18 -0.46%) belasteten den Index. Das weltweite Startverbot für die Unglücksmaschine 737 Max nach zwei Abstürzen mit vielen Toten führt beim Flugzeugbauer zu einem Milliardenverlust.

Lonza drehten ins Minus, UBS schwach

Im SMI gab es nur wenige Gewinner, zu ihnen gehörten Sika (SIKA 156.55 -0.48%), ABB (ABBN 18.475 0%) – beide legen Donnerstag Zahlen vor – und Givaudan (GIVN 2823 -0.6%). Die Aktien von Lonza (LONN 332.7 0.21%) standen im Fokus. Sie stiegen auf ein neues Allzeithoch, drehten aber auch ins Minus. Der Basler Feinchemikalienhersteller und Pharmazulieferer hatte vorbörslich seine Halbjahreszahlen veröffentlicht und dabei die Erwartungen erfüllt. Zugpferd war die neu aufgestellte Sparte Lonza Pharma Biotech & Nutrition, doch auch das schwächelnde LSI-Geschäft zeigte erste Anzeichen einer Erholung. Citigroup (C 70.24 0.2%) erhöhte für die Aktien des Life-Science-Konzerns das Kursziel von 313 auf 349 Fr. Die Einstufung «Neutral» wurde bestätigt.

Bei den grössten Verlierern waren UBS (UBSG 11.07 -0.32%) zu finden. Im Nachgang zu den Halbjahreszahlen vom Vortag hatten diverse Analysten ihr Kursziel gesenkt. Auch Credit Suisse (CSGN 11.975 -0.66%) gaben nach. Händler sprachen von allgemeinen europaweiten Umschichtungen innerhalb der Branche sowie im speziellen aus den Aktien der UBS und Julius Bär (BAER 43.99 -0.34%) in die der Credit Suisse.

Ausserdem neigten die Luxusgüterhersteller um Swatch Group (UHR 261.5 -0.49%) und Richemont (CFR 72.3 0.36%) zur Schwäche.

Eine klare Belastung für den SMI waren die Verluste von Schwergewicht Novartis (NOVN 85.96 -0.84%). Roche (ROG 288.2 -0.38%), der andere Pharmariese, legt Donnerstag Zahlen vor. Die Genussscheine zeigten sich etwas fester. Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé (NESN 106.06 -0.67%) gewährt am Freitag Einblick in die Bücher.

Clariant unter Druck

Clariant (CLN 20.73 0.19%) sorgt für Aufsehen, die Aktien des Spezialchemieunternehmens büssten zunächst klar ein, erholten sich aber im Tagesverlauf. CEO Ernesto Occhiello war nach lediglich neun Monaten zurückgetreten – aus persönlichen Gründen, wie es hiess. Der frühere Chef und derzeitige VR-Präsident Hariolf Kottmann übernimmt das Ruder vorübergehend wieder. Clariant wird am Donnerstag die Halbjahreszahlen präsentieren.

Im SMIM (SMIM 2600.6 -0.37%) fielen Flughafen Zürich (FHZN 180.4 -1.64%) mit Verlusten auf. In einer neuen Studie des Fluggastrechteportals Airhelp schnitten die Flughäfen Zürich und Genf in Sachen Verspätungen schlecht ab.

Der grösste Gewinner waren derweil AMS (AMS 43.48 -1.76%) nach diversen Kurszielerhöhungen. Der Chiphersteller hatte am Vortag Zahlen präsentiert, was der Aktie starken Schub verlieh (+8%). Auch Logitech (LOGN 40.7 -1.45%) setzten ihre Aufwärtsbewegung fort. Ebenso der dritte Techtitel im SMIM Temenos (TEMN 169.3 -1.02%).

Im breiten Markt hatten diverse Firmen ihre Halbjahreszahlen veröffentlicht und fanden entsprechend Beachtung. Die Aktien von Bobst (BOBNN 51.1 -3.49%) büssten nach definitiven Halbjahreszahlen deutlich ein. Markant schwächer notieren auch EFG. Die Vermögensverwalterin muss einen Gewinnrückgang im ersten Semester einstecken.

Sulzer (SUN 97.1 0%) stiegen. Der Winterthurer Industriekonzern hatte vorbörslich seine Halbjahreszahlen veröffentlicht und dabei die Erwartungen mehr oder weniger erfüllt.

Zudem legten Calida (CALN 30.7 -0.97%), Starrag (STGN 46.8 2.18%) und die Walliser KB Zahlen vor.

Mehrheitlich Avancen in Asien

Die asiatischen Indizes lagen am Mittwoch grossteils im Plus. In Tokio rückte der Nikkei 225 um 0,4% vor, der breiter gefasste Topix ebenfalls um 0,4%. Der Hang Seng in Hongkong legte 0,6% zu, und Chinas Leitindex CSI 300 gewann 0,7%. Der südkoreanische Kospi lag dagegen mit 0,9% im Minus, der australische S&P/ASX 200 stieg um 0,7%.

Euro unter 1.10 Fr.

Zum Franken gab der Euro am Mittwoch erneut leicht nach. Das Euro-Franken-Währungspaar notierte um 17.30 Uhr MESZ mit 1.0979 Fr. weiter unter der Marke von 1.10. Der Stand von unter 1.10 bedeutet das tiefste Niveau seit zwei Jahren. Ob die SNB (SNBN 5680 0%) zuletzt am Markt interveniert hat, ist nicht bekannt. Sollte sich der Anstieg des Frankens fortsetzen, könnte sie möglicherweise dazu gezwungen werden, hiess es im Markt.

Zum Dollar knüpfte der Euro ebenfalls an die Kursverluste vom Vortag an. Die Gemeinschaftswährung wurde bei 1.1142 $ gehandelt. Der Dollar notierte zur Schweizer Währung stabil bei 0.9854 Fr.

Ölpreis höher

Der Ölpreis legte weiter zu. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 59.25 -1.48%) kostete bei Börsenschluss in Europa rund 64 $. Am Vorabend war der Ölpreis in kurzer Zeit um etwa 1 $ noch oben gesprungen. Auslöser waren neue Daten zur Entwicklung der Ölreserven in den USA. Der Interessenverband American Petroleum Institute (API) hatte einen Rückgang des amerikanischen Lagerbestands an Rohöl in der vergangenen Woche um fast 11 Mio. Barrel verzeichnet. Dieser Rückgang ist ungewöhnlich stark.

Auch der Goldpreis avancierte. Die Feinunze des Edelmetalls lag bei 1424 $.

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