Märkte / Aktien

SMI schliesst über 10’200

Der Schweizer Aktienmarkt büsst am Donnerstag deutlich ein. Es gibt keine Gewinner. Wallstreet uneinheitlich. Gold liegt unter 1900 $.

(AWP/SPU) Eine Vielzahl an Belastungsfaktoren hat am Donnerstag für erneute Kursverluste am Schweizer Aktienmarkt gesorgt. Bei Eröffnung sackte der Leitindex SMI (SMI 9999.05 0.09%) 1% ab. Im frühen Handel verharrte er auf etwa diesem Niveau. Am Nachmittag weitete der SMI seinen Verlust etwas aus. Schwache Zahlen vom US-Arbeitsmarkt drückten zusätzlich auf die Stimmung der Anleger. In der Folge fiel er unter 10’200. Bis zum Börsenschluss in Zürich konnte sich der SMI aber wieder über diese Marke arbeiten. Aktuell steht ein Wochenverlust von mehr als 3% zu Buche.

Die Aktienmärkte in New York zeigten sich bis Börsenschluss in Europa uneinheitlich. Die drei Hauptindizes an der Wallstreet schwankten zwischen Gewinn- und Verlustzone. Die Nervosität der Anleger war weiterhin hoch. Der S&P 500 (SP500 3453.49 0.52%) stieg um 17.30 Uhr MESZ 0,3%. Der Dow Jones (Dow Jones 28363.66 0.54%) notierte unverändert. Die Technologiebörse Nasdaq Composite gewann 0,9%.

Die steigenden Infektionszahlen in der Schweiz, in Europa und den USA schüren die Ängste vor erneuten Lockdown-Massnahmen und den damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen. Vor allem seien die Infektionszahlen gestiegen, noch bevor der Herbst richtig begonnen habe – und damit vor der kälteren Jahreszeit, in der die Menschen vermehrt drinnen blieben, meinte ein Händler. Darüber hinaus folge der Markt aber auch einem typischen US-Wahljahr-Muster. Bevor die US-Bürger Anfang November über den künftigen Präsidenten abstimmen, neigen die Märkte typischerweise bis Mitte Oktober zur Schwäche, bevor sie sich dann erholen. Hinzu komme, dass die politische Lage in den USA derzeit ohnehin angespannt sei. Eine Einigung zwischen den beiden Parteien auf ein Konjunkturpaket noch vor den Wahlen wird immer unwahrscheinlicher.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB (SNBN 4540 -1.3%)) verwies zudem am Donnerstag anlässlich ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung auf die anhaltenden wirtschaftlichen Risiken durch die Covid-19-Pandemie, während sie an ihrer eingeschlagenen, sehr lockeren Geldpolitik wie erwartet weiter festhält.

Nur Verliereraktien im SMI

Alle zwanzig SMI-Werte gaben nach. Deutliche Verluste verzeichneten die Bankaktien UBS (UBSG 11.245 1.12%) und Credit Suisse (CSGN 9.616 -0.66%). Händler verwiesen bei den beiden Grossbanken auf Medienberichte, wonach sie die Fusionsgespräche abgebrochen haben sollen.

Schwach präsentierten sich zudem Versicherertitel wie Zurich Insurance (ZURN 310.8 1.04%), Swiss Re (SREN 67.48 -0.15%) oder Swiss Life (SLHN 335.3 -0.39%). Die Valoren der Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 206.2 -0.63%) und Richemont (CFR 62.58 0.03%) wiesen grössere Verluste als der Gesamtmarkt auf.

Die Papiere von Geberit (GEBN 542.8 0.59%), SGS (SGSN 2365 0.64%) oder Swisscom (SCMN 468.4 -0.11%) stemmten sich gegen die Abwärtsdynamik. Besser als der Markt schlossen zudem die Anteilsscheine der Schwergewichte Roche (ROG 297.25 -0.64%) und Nestlé (NESN 106.32 -0.21%). Demgegenüber konnten sich die anderen Pharmaschwergewichte – Novartis (NOVN 76.63 0.33%) – dem Abwärtssog kaum entziehen.

Tech-Werte unter Druck

Die drei Technologiewerte AMS (AMS 21.16 -2.76%), Logitech (LOGN 80.98 -3.57%) und Temenos (TEMN 106.55 0.28%) büssten an Wert ein. Dabei hatte sich die Deutsche Bank (DBK 7.957 0.03%) am Morgen noch recht optimistisch über die weiteren Geschäftsaussichten von AMS geäussert. Und weitere Technologieaktien wie VAT Group (VACN 169.6 -0.24%), U-Blox (UBXN 50.15 -1.57%) oder Inficon (IFCN 717 1.27%) gaben nach.

Die ohnehin gebeutelten Aktien von Dufry (DUFN 35.82 0.11%) und Flughafen Zürich (FHZN 126.7 0.64%) litten derweil darunter, dass weitere Gebiete innerhalb der EU zum Risikogebiet erklärt wurden.

Deutlich abwärts ging es für die Titel von Vifor Pharma (VIFN 112.5 1.35%). Das Pharmaunternehmen hatte am Morgen enttäuschende Studiendaten präsentiert.

Derweil stemmten sich die Valoren von PSP (PSPN 111.1 0.36%) gegen den Trend. Die Immobiliengesellschaft hatte ihre Prognose angehoben. Auch Branchennachbar Swiss Prime Site (SPSN 79.45 -0.69%) SPS schlossen im Plus.

Asien tiefer

In Asien fielen die Aktienmärkte am Donnerstag nach den schwachen Vorgaben aus New York ebenfalls. In Tokio sanken der Nikkei 225 (Nikkei 225 23474.27 -0.7%) und auch der breiter gefasste Topix um 1,1%. Der Hongkonger Hang Seng verlor 1,7%, und auf dem chinesischen Festland büsste der CSI 300 um 1,5% ein. Der koreanische Kospi gab 2,5% nach.

Euro zum Franken stärker 

Der Euro stand zum Dollar weiter unter Druck, während er zum Franken zulegte. Am Donnerstag fiel der Kurs der Gemeinschaftswährung zum Dollar bis auf 1.1640 $ und damit auf den tiefsten Stand seit etwa zwei Monaten. Zum Franken stiegt der Euro über die Marke von 1.08. Um 17.30 Uhr kostete 1 € genau 1.08 Fr. Der Dollar konnte derweil auch zum Franken seine jüngsten Gewinne ausbauen, wie der Kurs von 0.9275 Fr. zeigte.

Goldpreis baute Verluste ab

Der Ölpreis schwankte am Donnerstag zwischen Gewinn- und Verlustzone. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 42.44 2.02%) 41.50 $. Gold (Gold 1904.18 -1.06%) baute die Verluste ab und drehte ins Plus. Bei Börsenschluss in Europa lag er dennoch unter der Marke von 1900 $, bei einem Preis pro Feinunze von 1866 $.

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