Märkte / Aktien

SMI schliesst nach Auf und Ab stabil

Die Schweizer Börse notiert zeitweise über 11'000. Schwergewichte stützen. Dufry stark unter Druck. AMS schwach. Wallstreet notiert im Minus.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag nach einem Auf und Ab unverändert geschlossen. Der SMI (SMI 10'710.44 -0.57%) notierte bei Eröffnung noch 0,5% höher. Im frühen Handel baute er seine Avancen aus. Somit erreichte er die Marke von 11’000. Am Nachmittag schaltee der Leitindex einen Gang zurück, die Gewinne schmolzen. Mit Eröffnung der Wallstreet festigte sich der SMI wieder in der Gewinnzone. Im späten Handel markierte er bei 11’014 ein neues Tageshöchst, drehte dann aber sofort in die Verlustzone. Bei Handelsende in Zürich stand er auf den Niveau von Freitagabend.

Signale der Schwäche kamen von Wallstreet. Die drei Hauptindizes in New York lagen bei Börsenschluss in Europa im Minus. Der S&P 500 (S&P 500 3'798.80 -0.47%) gab 0,7% nach. Der Dow Jones (Dow Jones 31'270.09 -0.39%) verlor 1,1%. Die Technologiebörse Nasdaq Composite drehte nach einem starken Handelsauftakt ins Minus und büsste 0,3% ein.

Die Anleger setzten laut Händlern weiterhin auf das von US-Präsident Joe Biden geplante billionenschwere Massnahmenpaket zur Stärkung der US-Wirtschaft. Allerdings stiessen seine Pläne auf Widerstand im Senat. Die Euphorie sei aber nicht mehr ganz so gross. Denn die Coronakrise nehme die Märkte trotz der Impfkampagnen wieder stärker in den Griff, hiess es. Viele Länder verschärfen die Pandemiemassnahmen und erlassen neue Reiserestriktionen.

Zudem verhielten sich die Anleger angesichts des rekordhohen Kursniveaus und vor dem Bilanzreigen in den kommenden Tagen vorsichtig, sagte ein Händler. «Wir tendieren dazu, unsere Positionen in die Stärke hinein etwas zu reduzieren.» Gleich fünf Firmen aus dem SMI, darunter Novartis (NOVN 77.74 -0.05%) (lesen Sie die Vorschau hier) und UBS (lesen Sie die Vorschau hier) am morgigen Dienstag, und etliche Gesellschaften aus dem breiten Markt legen ihre Zahlen vor. Zudem geben Konjunkturzahlen Auskunft über die Wirtschaft. Der deutsche Ifo-Index, der die Stimmung in den Chefetagen widergibt, fiel schwächer als erwartet aus.

Sika profitierten

An der Spitze im SMI standen die Aktien des Augenheilspezialisten Alcon (ALC 62.82 -0.51%) und die Papiere des Aromen- und Riechstoffherstellers Givaudan (GIVN 3'431.00 -0.15%).

Fester zeigten sich auch Lonza (LONN 557.20 -1.42%). Der Pharmazulieferer hat in Visp in den letzten drei Jahren tausend neue Mitarbeiter angestellt. In den nächsten Jahren werde es im gleichen Stil weitergehen, sagte Verwaltungsratspräsident Albert Baehny in einem Interview mit dem «Blick». Er sei davon überzeugt, «dass das Wachstum von Lonza gerade am Standort Visp wie geplant fortschreiten wird», führte er weiter aus.

Sika (SIKA 254.60 +0.47%) legten zu, was Händler damit erklären, dass HSBC (5 427.55 -1.13%) den Titel des Bauchemiespezialisten von «Hold» auf «Buy» und das Kursziel von 217 auf 339 Fr. hochgesetzt hatte.

Roche (ROG 300.25 +0.49%) gewannen dank positiven Produktnachrichten. Der Pharmakonzern hatte mit seinem Augenkandidaten Faricimab in zwei Phase-III-Studien positive Resultate erzielt.

Die Anteile von Novartis standen im Plus. Der Roche-Rivale wird am Dienstag den Jahresbericht veröffentlichen. Eine Stütze des Marktes waren die SMI-Schwergewichte Nestlé (NESN 97.91 +0.98%).

Am Tag vor der Bekanntgabe des Jahresergebnisses drehten die Aktien der UBS (UBSG 14.46 -0.96%) ins Minus. Das Papier der Mitbewerberin Credit Suisse (CSGN 12.93 -0.62%) gab ebenfalls nach einem guten Handelsbeginn nach. Citigroup (C 70.38 +2.13%) hatte es mit einem von 17.90 auf 18.40 Fr. erhöhten Kursziel zum Kauf empfohlen.

Grössere Verlierer waren die Versicherer. Sowohl Zurich Insurance (ZURN 391.30 +0.72%), Swiss Re (SREN 89.36 -0.25%) als auch Swiss Life (SLHN 452.70 -2.08%) büssten ein.

Bei Richemont (CFR 89.52 -0.73%) führten Händler zum einem Gewinnmitnahmen nach dem ergebnisbedingten Kursanstieg der vergangenen Woche als Grund für die Schwäche an. Zudem dürfte der Luxusgüterhersteller darunter leiden, dass das Reisen wegen der verschärften Massnahmen gegen die Coronapandemie wieder deutlich schwieriger werden dürfte. Viele Länder haben strengere Grenzkontrollen eingeführt. Auch Swatch Group (UHR 283.20 +0.35%) gaben nach.

Tecan vorne im SMIM – Dufry ganz hinten

Im SMIM (SMIM 2'939.91 -0.74%) schlossen die Aktien des Laborausrüsters Tecan (TECN 374.20 -2.81%) mit den deutlichsten Gewinnen.

Bei BB Biotech (BION 86.05 -1.04%) kam es zunächst zu Anschlusskäufen, nachdem die Beteiligungsgesellschaft am Freitag gute Zahlen vorgelegt hatte und die Dividende erhöhen wird. Die Gewinne wurden aber im Handelsverlauf abgebaut.

Uneinheitlich präsentierten sich erneut die Technologiewerte. Während Logitech (LOGN 92.72 -2.4%) weiter zulegten und ihre Einbussen nach der Zahlenvorlage wettmachten, waren Temenos (TEMN 128.85 +0.9%) schwächer, und AMS (AMS 19.21 -4.21%) gehörten zu den grössten Verlierern.

Von einer Empfehlung konnten Straumann (STMN 1'077.50 -2.05%) nicht profitieren. Die Commerzbank (CBK 5.45 -1.45%) hatte das Kursziel für die Aktien des Zahnimplantatherstellers von 1000 auf 1150 Fr. gesetzt und die Einstufung auf «Buy» belassen.

Auf der anderen Seite waren reisenahe Werte zu finden. So sackten die Aktien des Reisedetailhändlers Dufry (DUFN 62.74 -0.6%) ab. Auch Flughafen Zürich (FHZN 160.60 -0.06%) gehörten zu den Verlierern.

Achiko gesucht

Im breiten Markt setzten die Valoren des Verpackungsspezialisten Aluflexpack (AFP 35.90 -1.1%) ihren Höhenflug fort und markierten ein neues Allzeithoch.

Kudelski (KUD 4.81 -0.21%) korrigierten deutlich. Die Titel des Technologieunternehmens hatten am Freitag nach guten Eckdaten zum Jahr 2020 einen Kurssprung vollzogen.

Auch die Aktien der Industrieunternehmen Autoneum (AUTN 167.90 +4.55%) und Burckhardt Compressions büssten ein.

Bei den heissbegehrten Penny Stocks fielen heute Achiko (ACHI 0.33 -0.91%) auf. Das an der Schweizer Börse kotierte indonesische Finanzunternehmen hatte gemeinsam mit dem Partner Regenacellx für die speichelbasierten Covid-Schnelltests unter dem Namen Gumnut Phase-I-Tests abgeschlossen. Dabei hätten die Tests eine Sensitivität von 91% und eine Spezifität von 85% gezeigt, teilte Achiko am Morgen mit. Bis dato seien dazu 250 Patiententests mit Resultaten aus Nasen-Rachen-Abstrichen verglichen worden.

Asien im Plus

Optimistisch starteten die asiatischen Indizes in die neue Woche. Der japanische Nikkei 225 avancierte 0,7%. Beim Hang Seng in Hongkong ging es 2,3% rauf. Der Shanghai Composite notierte 0,5% im Plus. Der koreanische Kospi stieg 2,2%.

Dollar etwas stärker

Der Euro schwächte sich zum Dollar am Montag aufgrund einer trüben Unternehmensstimmung in Deutschland etwas ab. Bei Börsenschluss in Europa kostete die Gemeinschaftswährung 1.2125 $. Auch zum Franken stieg der Dollar und wurde um 17.30 Uhr MEZ zu 0.8890 Fr. gehandelt. Dagegen tendierte die Gemeinschaftswährung zum Franken mit 1.0778 Fr. nahezu unverändert.

Ölpreis schwankt deutlich

Der Ölpreis schwankte am Montag zwischen Plus und Minus. Am Abend lag der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 63.66 -0.44%) bei rund 55.50 $. Am Freitag hatte die US-Regierung einen Anstieg der Lagerbestände an Rohöl gemeldet, was die Preise belastete. Die Vorräte legten demnach um 4,35 Mio. Barrel auf 486,6 Mio. Barrel zu, während Volkswirte einen Rückgang erwartet hatten.

Gold (Gold 1'710.24 -0.05%) gab seine Avancen preis und notierte bei Börsenschluss in Europa bei 1852 $ pro Feinunze. Der Bitcoin (Bitcoin 49'041.00 -3.47%) erholte sich in der laufenden Korrektur. Die grösste und älteste Cyberdevise kostete gut 34’000 $.

Leser-Kommentare