Märkte / Aktien

SMI schliesst auf Tagestief

Die Schweizer Börse rutscht unter 10'700. Schwergewichte belasten. Adecco stehen im Fokus. Wallstreet weitet Verluste aus. Der Euro zieht markant an.

(AWP/Reuters/SPU) Lange Zeit richtungslos, dann abwärts: Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Donnerstag schwächer gezeigt. Der SMI (SMI 11'262.97 +0.57%) notierte bei Eröffnung noch 0,2% im Plus. Im frühen Handel drehte er ins Minus und pendelte um 10’700. Am Nachmittag drehte der SMI kurzzeitig ins Plus, insgesamt bremsen die defensiven Schwergewichte den Markt. Im späten Handel belastete die Wallstreet zu stark. Der Schweizer Leitindex schloss auf seinem Tagestief.

So kamen aus New York negative Signale für den hiesigen Aktienmarkt. Nach einer stabilen Eröffnung weitete Wallstreet die Verluste aus. Der S&P 500 (S&P 500 4'176.30 +0.33%) gab bei Handelsende in Europa 0,9% nach. Der Dow Jones (Dow Jones 34'200.67 +0.48%) tendierte 0,6% leichter, nachdem er gestern einen Rekordwert erreicht hatte. Verluste von 1,4% verzeichnete die US-Technologiebörse, gemessen am Nasdaq Composite. Für Aufsehen sorgten wieder die in der Internet-Gemeinschaft beliebten Aktien wie GameStop oder AMC.

US-Notenbankchef Jerome Powell hatte sich am Mittwoch zu Wort gemeldet und beruhigend auf die Märkte gewirkt. Er bekräftigte seine Ansicht, dass die Wirtschaft Unterstützung brauche. Vor US-Parlamentariern sagte der Fed-Chef, die US-Konjunktur habe noch einen langen Weg vor sich, um maximale Beschäftigung und das Inflationsziel der Notenbank zu erreichen. Die Anleger interpretieren dies unverändert als Signal für eine weiterhin ultralockere Geldpolitik in den USA.

Schwergewichte belasteten den SMI

Roche (ROG 309.20 -0.1%) gaben nach, nachdem der Pharmakonzern über die Publikation von Studiendaten zu einem Medikament gegen spinale Muskelatrophie in einer Fachzeitschrift berichtet hatte. Auch Novartis (NOVN 80.87 +0.42%) schlossen tiefer. Nestlé (NESN 108.70 +0.76%) bremsten den Index ebenfalls mit Verlusten.

Alcon (ALC 67.98 -0.15%) holten im frühen Handel die Verluste des Vortages in Reaktion auf durchzogene Jahreszahlen auf. Die Aktien des Augenheilspezialisten konnten sich aber nicht im Plus halten.

Finanztitel präsentierten sich freundlich. So legten die Bankwerte Credit Suisse (CSGN 9.90 +1%) und UBS (UBSG 14.82 +1.93%) zu. Auch Versicherer wie Zurich Insurance (ZURN 381.60 +0.93%) und Swiss Life (SLHN 473.30 +0.51%) präsentieren sich besser als der Markt..

Swiss Re (SREN 90.64 +0.49%) avancierten nach Zahlen des Konkurrenten Munich Re. Die Münchener hatten trotz hoher Schäden infolge der Pandemie einen Milliardengewinn geschafft. Der Nettogewinn brach allerdings um 55% auf 1,21 (2019: 2,71) Mrd. € ein. Er lag damit knapp unter den Schätzungen von Analysten.

ABB (ABBN 30.69 +1.62%) erhielten dank einer Bestätigung des Ratings «Buy» durch Kepler Cheuvreux bei leicht erhöhtem Kursziel etwas Support.

Der Zementhersteller LafargeHolcim (LHN 58.44 +2.06%) wird morgen Zahlen vorlegen.

Am SMI-Ende rangierten die Aktien des Bauchemiekonzerns Sika (SIKA 270.70 +1.73%), des Life-Science-Konzerns Lonza (LONN 558.40 -0.68%) sowie des Aromen- und Riechstoffherstellers Givaudan (GIVN 3'854.00 +0.39%).

Adecco drehten ins Minus

Im Fokus standen am Berichtstag Adecco (ADEN 65.16 +1.46%). Sie wurden von der SMIM-Spitze bis ans Ende durchgereicht. Der Personaldienstleister hatte mit dem Ergebnis im Jahr 2020 die Erwartungen mehr als erfüllt. Dank einer weiteren Stabilisierung im Schlussquartal fiel der Umsatzrückgang im Coronajahr geringer aus als befürchtet.

Im SMIM (SMIM 3'209.16 +0.92%) verloren SPS trotz solider Zahlen des Immobilienkonzerns.

Die Aktien des Reisedetailhändlers Dufry (DUFN 63.80 +0.19%) setzten ihre Aufwärtsbewegung fort, nachdem sie gestern deutlich fester geschlossen hatten. Sie gehörten zu Beginn der Coronapandemie zu den grössten Verlierern, weil kaum mehr Flugzeuge unterwegs waren. Nach einer längeren Phase mit einer insgesamt relativ volatilen Seitwärtsbewegung geht es seit dem vierten Quartal 2020 wieder steil aufwärts, vor allem dank der Impfhoffnungen.

In Zur Rose (ROSE 372.50 +1.09%) kam es zu Gewinnmitnahmen, wie bereits gestern. Grund dürfte eine heute publizierte Abstufung der Aktien der Onlineapotheke durch die Analysten von UBS sein.

Pierer Mobility (PMAG 79.90 +2.17%) bekamen einen Schub, weil der Fahrzeugbauer höhere Ziele für 2021 anvisiert.

Kudelski (KUD 4.50 +1.7%) büssten nach den Zahlen des Technologieunternehmens stark ein.

Evolva (EVE 0.20 -0.5%) zeigten sich unentschlossen. Das Biotech-Unternehmen hatte 2020 vor allem auf Stufe Auftragseingang Fortschritte erzielt. 

Darüber hinaus fielen die Titel des Immobilienentwicklers Orascom (ODHN 10.20 0%) mit Avancen auf.

Erholung in Asien

In Asien setzte sich die positive Stimmung am Donnerstag fort. In Tokio stieg der Nikkei 225 um 1,7% und der breiter gefasste Topix um 1,2%. Der Hongkonger Hang Seng notierte 1,6% höher, und auf dem chinesischen Festland legte der CSI 300 um 0,6% zu. Der koreanische Kospi verbesserte sich gar um 3,5%.

Euro festigte sich über 1.10 Fr.

Der Euro legte am Donnerstag merklich zu und stieg zum Dollar über 1.22. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung teilweise bis zu 1.2243 $. Dies war der höchste Stand seit Anfang Januar. Um 17.30 Uhr MEZ stand der Euro bei 1.2222 $. In der Nacht hatte er noch deutlich unter der Marke von 1.22 $ notiert. Auch gegenüber dem Franken setzte der Euro seinen Höhenflug fort und kletterte weiter nach oben. Bei Börsenschluss in Europa notieret er bei 1.1047 Fr. nach 1.1027 am Vorabend. Der Dollar gab zum Franken wieder nach und lag bei 0.9033 Fr.

Ölpreis leichter nach Höhenflug

Der Ölpreis kam am Donnerstag leicht zurück, blieb aber in der Nähe seiner rund einjährigen Höchstmarke. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 66.70 -0.18%) kostete am Abend 67 $. Gold (Gold 1'776.53 +0.73%) gab weiter nach und entfernte sich zunehmend von der Marke um 1800 $. Das Edelmetall wurde bei Börsenschluss in Europa bei einem Preis von 1777 $ pro Feinunze gehandelt.

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