Märkte / Aktien

SMI schliesst knapp unter 9000

Am Dienstag legt die Schweizer Börse weiter zu. Auch an der Wallstreet steigen die Kurse. Die Einigung auf das US-Hilfspaket beflügelt. Der Ölpreis büsst ein.

(AWP/Reuters/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch erneut klar im Plus geschlossen. Der starke Erholungstrend vom Morgen schwächte sich im weiteren Handelsverlauf ab. Doch am Abend, kurz vor Handelsende, gelang noch ein Schlussspurt. Der SMI (SMI 10539.17 0.19%) gewann bei Eröffnung 0,5%. Früh weitete er die Gewinne bis über die Marke von 9100 aus. Noch vor dem Mittag kam er aber klar von seinem Tageshoch zurück, er drehte sogar in Minus. Daraufhin arbeitete er sich wieder in den grünen Bereich vor und schloss knapp unter der Marke von 9000. Erneut waren die Schwankungen stark. Am Vortag war er um 7% gestiegen.

In New York legten die Aktienmärkte zu – wenn auch in geringerem Ausmass als gestern. Der Dow Jones (Dow Jones 27657.42 -0.88%) gewann bei Börsenschluss in Europa 4%. Der S&P 500 (SP500 3319.46 -1.12%) avancierte 2,4%. Einen Gewinne in Höhe von 1,2% verzeichnete der Nasdaq Composite von der US-Technologiebörse.

Die Aussicht auf ein Konjunkturpaket in Höhe von 2 Bio. $ in den USA zur Linderung der verheerenden wirtschaftlichen Folgen der Coronavirusepidemie löste weitere Kursgewinne aus. In den USA hatte der Dow Jones am Vortag 11% zugelegt und damit den kräftigsten Tagesgewinn seit 1933 verzeichnet. Die Parteien hätten sich auf ein Paket geeinigt, sagten der führende Demokrat im Senat, Chuck Schumer, und der republikanische Mehrheitsführer, Mitch McConnell, in Washington am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit). Nach dem Senat muss nun noch das Repräsentantenhaus dem Gesetzespaket formell zustimmen. Nach den Worten McConnells soll das Paket noch an diesem Mittwoch verabschiedet werden.

Viele Gewinner im SMI

Im SMI waren nur Givaudan (GIVN 4072 0.34%) und Swisscom (SCMN 499.5 -0.22%) schwächer. Defensive Titel stiegen zwar, blieben aber hinter dem Gesamtmarkt zurück. Dazu zählten auch die Schwergewichte um Nestlé (NESN 108.42 -0.9%), Novartis (NOVN 82.93 0.77%) und Roche (ROG 343.1 1.84%). Die Aktien der Luxusgüterhersteller Swatch Group (UHR 215.6 -0.46%) und Richmont gaben ihre Avancen preis.

Gewinne verzeichneten die Versicherer wie Swiss Re (SREN 73.2 -1.72%), Swiss Life (SLHN 369.3 -0.62%) und Zurich Insurance (ZURN 344.2 0.94%). Swiss Life hatte mitgeteilt, dass die Kapitalausstattung auch nach dem Börsencrash gut ist. Lonza (LONN 572.2 1.63%) wiesen ebenfalls ein klare Plus auf.

Gleichauf waren die Valoren der Grossbank Credit Suisse (CSGN 9.792 -2.42%). CS habe sich anlässlich der Veröffentlichung des Geschäftsberichts positiv über die Entwicklung der Rentabilität im ersten Quartal geäussert, sagte ein Händler. Die Bank will zudem an der vorgeschlagenen Dividende festhalten, will aber den Umfang der Aktienrückkäufe überprüfen.

Trotz eines volatilen Handelsverlaufs entwickelten sich Zykliker freundlich. ABB (ABBN 23.82 0.51%), Adecco (ADEN 51.92 -1.29%), Geberit (GEBN 528.4 -0.11%) und LafargeHolcim (LHN 43.61 -0.77%) dürften von dem von den USA in Aussicht gestellten Konjunkturprogramm profitieren.

Dufry klar im Plus

Erneut grosse Gewinne (aber weiter auf tiefem Niveau) fuhren die Aktien des Reisedetailhändlers Dufry (DUFN 30.6 -1.03%) ein. Die Investoren zeigten sich von der Senkung des Kreditratings durch Moody’s sowie der Dividendenkürzung eines Konkurrenten wenig beirrt in ihrer Kauflaune.

Bei den Gesundheitswerten im SMIM (SMIM 2640.598 0.28%) setzten sich erneut Straumann (STMN 939.2 1.16%) ab. Vifor Pharma (VIFN 140.05 2.86%) und Sonova (SOON 220.2 -0.99%) konnten mit den Avancen des Dentalimplantatherstellers nicht mithalten.

Auch mittelgrosse Finanzwerte neigten zur Stärke. So ziehen Partners Group (PGHN 854.2 -0.28%) und Julius Bär (BAER 40.76 1.24%) an.

Im breiten Markt zogen Evolva (EVE 0.24 -2.44%) an. Das Biopharmaunternehmen will seine Aktionäre bitten, das genehmigte Kapital an der Generalversammlung am 15. April zu erhöhen. Die physische Teilnahme der Aktionäre ist nicht erlaubt, wie die Gesellschaft am Mittwoch mitgeteilt hat. Aktionäre können ihre Stimme durch den bevollmächtigten unabhängigen Stimmrechtsvertreter abgeben.

Zudem fielen die Papiere des Vermögensverwalters GAM (GAM 1.8 -8.26%) mit einem Kurssprung auf, nachdem sie im Börsencrash auf ein neues Allzeittief gestürzt waren.

Starke Gewinne in Asien

Asiens Börsen verzeichneten deutlich höhere Kurse. In Tokio gewann der Nikkei 225 rund 8%. Der Shanghai Composite avancierte gut 2%; der Hang Seng kam 3% voran. In Seoul stieg der Kospi über 5%.

Euro höher, Dollar tiefer

Der Eurokurs hielt am Mittwoch zwischenzeitliche Gewinne zum Dollar und zum Franken nicht. Die Lage an den Finanzmärkten hat sich zuletzt entspannt, nachdem umfangreiche Massnahmen gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise ergriffen wurden. Am frühen Abend wurde die Gemeinschaftswährung mit 1.0835 $ gehandelt, nachdem sie mit 1.0850 $ ein Tageshoch markiert hatte. Zur Schweizer Währung notierte der Euro noch bei 1.0610 Fr. Der Dollar pendelte weiter um die Marke von 98 Rappen und notierte am Abend bei 0.9790 Fr.

Goldpreis weiter über 1600 $

Der Ölpreis verlor deutlich. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 43.06 -0.37%) kostete bei Handelende in Europa gut 26 $. Gold (Gold 1950.59 0.32%) verlor zwar, hielt sich mit einem Preis von 1615 $ pro Feinunze aber über der Marke von 1600 $.