Märkte / Aktien

SMI schliesst knapp unter 9700

Die Schweizer Börse bewegt sich aufwärts. Der Dow Jones drückt auf die Stimmung. Novartis, UBS und Alcon sorgen für Avancen. Valora legen kräftig zu. Brent-Öl steigt über 75 $.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat gegen Handelsschluss angezogen und nach einem zwischenzeitlichen Konsolidierungskurs fester geschlossen. Getragen wurde der positive Trend von den schwergewichtigen Aktien Novartis (NOVN 87.25 3.01%), von Alcon (ALC 58.87 -0.73%) und UBS (UBSG 11.835 0.04%). Roche (ROG 271.2 0.63%) und die Luxusgüterhersteller belasteten den Index jedoch. Die Stimmung sei dank einer Reihe erfreulicher Firmenabschlüsse positiv, war in Händlerkreisen zu hören. Der Swiss Market Index SMI (SMI 9666.89 0.76%) stand bei Eröffnung 0,3% fester und baute nach einer frühen Pause seine Gewinne am Vormittag weiter aus. Am Nachmittag schaltete er jedoch einen Gang zurück. Dank eines Schlussspurts resultierte um 17.30 Uhr ein relativ deutliches Plus knapp unter der Marke von 9700 Punkten. Am Mittwoch war der Leitindex während des Handels erstmals über diese Marke gestiegen. Der Gewinn am Mittwoch hatte 0,2% betragen.

An der Wallstreet war die Stimmung getrübt. Besonders der Dow Jones (Dow Jones 25585.69 0.37%) lag mit 0,6% deutlich im Minus. 3M (MMM 166.09 0.13%) zogen den Standardindex nach unten. Wegen gekappten Gesamtjahreszielen brachen die Aktien ein und steuerten damit auf den grössten Tagesverlust seit fast 13 Jahren zu. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2826.06 0.14%) hielt sich mit einem Miniplus besser als der DJI. Der Nasdaq Composite lag bei Börsenschluss in Europa 0,3% im Plus.

SMI-Spitzengruppe: Alcon, Novartis, UBS, CS

Gestützt wurde der Schweizer Gesamtmarkt von den Aktien der UBS. Die Grossbank hatte im ersten Quartal zwar weniger verdient, aber die Erwartungen übertroffen. Auch Credit Suisse zeigten sich fester. Nach einem fulminanten Start in den gestrigen Handel aufgrund guter Quartalszahlen war die Euphorie der Anleger zunächst verpufft.

Zudem sorgten Avancen der Pharmaschwergewichte Novartis Rückenwind. Auch Alcon schlossen mit klaren Gewinnen. Derweil drehten die Genussscheine von Roche ins Minus und waren dadurch stark verantwortlich für die Gewinneinbussen im SMI.

Fester präsentierten sich neben den Bankaktien auch die Versicherertitel um Zurich Insurance (ZURN 329.2 1.42%), Swiss Re (SREN 95.58 1.62%) und Swiss Life (SLHN 460.5 2.06%).

Etwas leichter notierten Adecco (ADEN 56.14 1.15%), die nicht von der Hochstufung von «Neutral» auf «Buy» mit Kursziel 75 Fr. durch Mainfirst profitieren konnten.

Auf der Verliererseite waren die Valoren der Luxusgüterhersteller Richemont (CFR 74.3 0.65%) und Swatch Group (UHR 270.4 -0.29%) zu finden.

Kühne + Nagel ganz oben

Im SMIM (SMIM 2452.864 0.19%) fielen Kühne + Nagel (KNIN 131.5 -1.09%) mit deutlichen Avancen auf. Der Logistikdienstleister hatte zwar im ersten Quartal einen Gewinnrückgang verbucht, aber die Markterwartungen dennoch übertroffen.

Zudem setzten VAT Group (VACN 109.45 0.37%) den jüngsten Aufwärtstrend fort. Die Titel des Telecomkonzerns Sunrise (SRCG 69.05 -1.78%) auf der anderen Seite fielen weiter, nachdem sie gestern erstmals seit über zwei Jahren wieder unter den Ausgabepreis von 68 Fr. gesunken waren.

Am breiten Markt stachen die Anteile von Valora (VALN 258.5 3.19%) heraus. Die Einzelhandelsgruppe hatte von der SBB den Zuschlag für Bewirtschaftung der schweizweit 262 Kiosk- und Convenience-Flächen erhalten.

Comet (COTN 90.1 2.44%) waren bis 15.15 Uhr vom Handel ausgesetzt gewesen. Sie eröffneten im Minus, drehten aber rasch in den grünen Bereich. Die Aktionäre der Freiburger Technologiegruppe haben sich an der GV in der VRP-Wahl für Heinz Kundert, den Kandidaten des Aktivisten Veraison, entschieden. In einem FuW-Interview sagte Kundert, er werde unabhängig arbeiten und die Interessen von Veraison nicht priorisieren.

Aryzta (ARYN 1.301 0.39%) sorgten für Aufmerksamkeit. Die Aktien des Backwarenkonzers und Turnaround-Kandidaten notierten nach deutlichen Avancen erstmals seit November 2018 wieder über 1,50 Fr.

Asien lieferte gemischtes Bild – China schwach

In Japan setzte der Leitindex Nikkei 225 (Nikkei 225 21117.22 -0.16%) seinen Aufwärtstrend fort. Er notierte 0,5% fester. Der breiter gefasste Topix avancierte 0,5%. Der koreanische Kospi verlor dagegen 0,5%. Der chinesische CSI 300, der die 300 grössten in Schanghai und Shenzhen kotierten Unternehmen umfasst, büsste 2% ein. Der Index der Börse in Schanghai gab ebenfalls 2% nach.

Euro leichter

Der Euro konnte die Kursverluste der vergangenen Handelstage nicht stoppen, aber abbremsen. Die Gemeinschaftswährung handelte bei Börsenschluss in Zürich zum Dollar etwas tiefer bei 1.1145 $. Zeitweise sank sie bis auf 1.1118 $. Dies war der tiefste Stand seit Mai 2017. Auch zum Franken zeigte sie sich leichter und notierte bei 1.1361 Fr. Der Dollar bewegte sich zum Franken in einer engen Spanne und lag knapp unter der Marke von 1.02 Fr. bei 1.0194 Fr.

Ölpreis im Hoch

Wegen der verschärften US-Sanktionen gegen Iran übersprang Brent (Brent 68.41 1.6%) erstmals seit einem halben Jahr die Marke von 75 $. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte kostete bei Börsenschluss in Europa genau 75 $. Der Goldpreis notierte fester bei 1281 $ pro Feinunze.

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