Märkte / Aktien

SMI schliesst über 9800

Die Schweizer Börse legt zu Beginn der neuen Handelswoche zu. Lonza arbeiten sich über 500 Fr. Zykliker sind gefragt.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Montag fester gezeigt und über 9800 geschlossen. Der Swiss Market Index SMI (SMI 10176.1 0.32%) stand bei Eröffnung 0,5% höher. Damit stieg er zunächst über die Marke von 9700. Am Vormittag festigte er sich auf diesem Niveau und konnte seine Avancen ausbauen. Somit erreichte er am Nachmittag die Marke von 9800. Nach dem schwachen Wochenabschluss am Freitag sei bereits wieder die Gelegenheit für die Schnäppchenjagd genutzt worden, hiess es in Marktkreisen. Der Handel verlief allerdings wegen Feiertagen in den USA und Grossbritannien in ruhigen Bahnen. Die neuen Unruhen in Hongkong und die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und China blieben vorerst etwas im Hintergrund.

Auf konjunktureller Seite hatte der vielbeachtete Ifo-Stimmungsindex in Deutschland etwas bessere Zahlen gezeigt als erwartet. Allgemein würden die Wirtschaftsindikatoren aber nach wie vor ein düsteres Bild mit nur vereinzelten Lichtblicken zeigen, so ein Kommentar der ZKB. Immerhin lasse sich abschätzen, dass der April wohl den Tiefpunkt der aktuellen Krise markiere und die Konjunkturdaten ab Mai und verstärkt im Juni eine Verbesserung anzeigen sollten. Die Investoren an den Aktienmärkten seien offenbar bereit, über das konjunkturelle Wellental hinwegzusehen, und schenkten den schwachen Wirtschaftsdaten nur noch wenig Beachtung. Vielmehr liessen sie sich von den enormen monetären und fiskalischen Impulsen leiten und handelten frei nach dem Motto «Don’t Fight the Fed».

Lonza über 500 Fr.

Von den zwanzig SMI-Titeln legten die meisten zu. Mit einem Plus notierten die zyklischen Aktien von Adecco (ADEN 43.84 -1.44%), LafargeHolcim (LHN 41.82 0.07%) und ABB (ABBN 22.85 0.22%). Auch die Bankvaloren um Credit Suisse (CSGN 9.694 0.37%) und UBS (UBSG 11.03 0.27%) stiegen. CS-Chef Thomas Gottstein hatte sich in einem Interview zuversichtlich gezeigt bezüglich der Coronaeffekte auf die Bank.

Grosse Gewinner waren Lonza (LONN 536.8 1.82%). Die Aktien des Life-Science-Konzerns markieren ein Allzeithoch nach dem nächsten und überschritten am Montag erstmals die Hürde von 500 Fr. pro Titel.

Die Schwergewichte präsentierten sich grundsätzlich fester. Nestlé (NESN 106.52 0.89%) und Novartis (NOVN 81.67 -0.28%) gewannen, auch Roche (ROG 333.85 0.27%) drehten nach einem verhaltenen Start ins Plus.

Swatch Group (UHR 189.4 0.03%) und Richemont (CFR 62.06 -0.26%) legten zu. Die Aktie der Genfer wurde von Julius Bär (BAER 40.2 -0.2%) von «Buy» auf «Hold» zurückgestuft. Die Visibilität für das angelaufene Geschäftsjahr 2020/21 sei beim Luxusgüterhersteller weiterhin gering, hiess es zur Begrünung unter anderem.

Zurück blieben lediglich Givaudan (GIVN 3603 0.76%) und Swisscom (SCMN 489.6 0.12%).

SMIM-Industrieaktien gesucht

Grössere Gewinner im SMIM (SMIM 2530.117 0.24%) waren Aktien aus dem Gesundheitssektor wie Sonova (SOON 199.25 -0.38%) oder Vifor Pharma (VIFN 141.55 0.14%), dahinter folgten die Papiere technologieaffiner Unternehmen wie AMS (AMS 15.87 2.95%) und Temenos (TEMN 154.5 -1.78%). Im Plus notierten auch Logitech (LOGN 63.02 0.99%).

Flughafen Zürich (FHZN 123.2 -0.56%) und Dufry (DUFN 24.41 -7.68%) setzten ihre Erholung fort. Zudem fielen Industriewerte wie Dormakaba (DOKA 521 -1.14%) oder Georg Fischer (FI-N 825.5 -0.54%) mit Avancen auf. Bei Georg Fischer verwiesen Händler auf einen Kommentar aus dem Hause UBS. Darin nimmt der Autor Bezug auf die zuletzt gedrückten Erwartungen. Er wähnt das Überraschungsmoment deshalb beim Schaffhausener Industriekonzern. Charttechnisch motivierte Käufe erweisen sich dabei als trendverstärkend.

Kühne+Nagel wurden von zurückhaltenden Aussagen des Mehrheitsaktionärs Klaus-Michael Kühne in einem Interview mit der deutschen Presse leicht gebremst. «Wir werden kleiner aus der Krise herauskommen, als wir es vorher waren», sagte Kühne gegenüber der «Welt»

Im breiten Markt fielen Bachem (BANB 273 1.49%) mit einem Plus auf. Das Unternehmen hatte am Morgen mitgeteilt, die Produktion des Narkosemittels Propofol wegen der allgemein steigenden Nachfrage und wegen des Zusatzbedarfs für die Behandlung von Covid-19-Patienten auszubauen. In Marktkreisen wurde die Nachricht wohlwollend kommentiert.

Aryzta (ARYN 0.427 -1.16%) kletterten auf tiefem Niveau wie schon am Freitag markant in die Höhe. Händler sprachen von Käufen vor dem für Dienstag erwarteten Trading Update des angeschlagenen Backwarenherstellers. Es werde auf eine positive Überraschung gehofft, wie es etwa die lang erhoffte Bereinigung im Nordamerikageschäft sein könnte, oder Veränderungen im strategischen Management, wie dies der aktivistische Aktionär Veraison fordert. Die Analysten erwarten für das dritte Quartal allerdings einen massiven Umsatzrückgang.

Vom positiven Sentiment gegenüber Gesundheitswerten konnten auch die Aktien von Santhera (SANN 7.86 -0.38%) profitieren.

Gemischtes Bild in Asien

An den wichtigsten asiatischen Aktienmärkten herrschte am Montag keine einheitliche Stimmung. Der japanische Nikkei kletterte 1,6%. Berichte über ein neues Hilfspaket im Umfang von umgerechnet rund 900 Mrd. Fr. hatten unter Anlegern Optimismus versprüht. In Hongkong verzeichnete der Hang Seng dagegen ein Minus von 0,6%. Der Shanghai Composite notierte um den Schlusskurs vom Vortag. Wiederum zulegen konnte der südkoreanische Kospi (Kospi 2149.3 -1.04%). Er schloss 0,8% im Plus.

Euro bei knapp 1.09 $

Der Euro notierte zum Dollar weiter an der Marke von 1.09 $. Um 17.30 Uhr MESZ kostete die Gemeinschaftswährung 1.0898 $ und damit geringfügig weniger als am Freitagabend. Die Lage am Devisenmarkt war ruhig. Gegenüber dem Franken etablierte sich der Euro unter der Marke von 1.06, bei einem Kurs von zuletzt 1.0585 Fr. Der Dollar handelte zur Schweizer Währung unverändert bei 0.9712 Fr.

Ölpreis höher

Der Ölpreis bewegte sich am Montag aufwärts. Bei Börsenschluss in Europa kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 41.62 -1.84%) gut 35 $. Gold (Gold 1806.15 0.17%) tendierte mit einem Kurs von 1730 $ pro Feinunze leicht schwächer.

Leser-Kommentare