Märkte / Aktien

SMI schliesst auf Vortagesschlusskurs

Die Schweizer Börse handelt orientierungslos. Novartis gewinnen, Banken verlieren. An der Börse in New York fallen die Kurse.

(AWP/SPU) Die Schweizer Börse hat am Dienstag nach einer schwächeren Eröffnung eine Kehrtwende vollzogen, die zwischenzeitlichen Avancen aber auch nicht halten könne.  Der Swiss Market Index SMI (SMI 9922.2 -0.15%) stand bei Eröffnung 0,3% tiefer. Im Verlauf des Vormittag baute er seine Verluste ab und pendelte um den gestrigen Schlusskurs. Gegen die Mittagszeit setzte der Leitindex zum Sprung in den grünen Bereich an. Vom Tageshoch entfernte sich der SMI am Nachmittag wieder und schloss exakt auf dem Niveau von Montagabend. Das Geschäft verlief laut Händlern in weitgehend ruhigen Bahnen. Der Umsatz war unterdurchschnittlich. Am Vortag hatte er 0,2% nachgegeben.

Insgesamt zeigten sich in Europa und in den USA die Anleger zurückhaltend. Sie warten auf den Auftritt von US-Notenbankchef Jerome Powell am Abend. Dort dürfte er seine Aussagen bekräftigen, die auf eine Lockerung der Geldpolitik hindeuten. Aber auch eine Dämpfung der Hoffnung auf Zinssenkungen ist möglich. Am Wochenende steht zudem der G20-Gipfel an, wo es auch zu Gesprächen zwischen den USA und China kommen soll.

An der Börse in New York war die Richtung abwärts. Die drei grossen Wallstreet-Indizes notierten bei Börsenschluss in Europa tiefer. Der Dow Jones (Dow Jones 27120.16 -0.13%) stand 0,2% im Minus. Der breiter gefasste S&P 500 (SP500 2978.28 0.06%) gab 0,4% nach, und der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite büsste 0,7% ein.

Novartis an der SMI-Spitze

Der Schweizer Leitindex wurde von Novartis (NOVN 92.59 -0.12%) angeführt. Die negativen Nachrichten um das Medikament Emricasan wirkten sich nicht auf die Aktien des Basler Pharmakonzerns aus. Händler verwiesen derweil auf einen Gerichtsentscheid in den USA zu Gilenya. Die Genussscheine von Roche (ROG 264.4 -0.09%) schlossen kaum verändert.

Ausserdem gewinnen Lonza (LONN 341.8 0.83%), Givaudan (GIVN 2616 -1.88%) und Sika (SIKA 152.25 -0.75%). Die Aktien von Nestlé (NESN 102.78 0.18%), für die JPMorgan die Kaufempfehlung bestätigt hat, erfuhren dadurch kaum einen Schub. Auch die Versicherer um Zurich Insurance (ZURN 346.9 -0.6%), Swiss Re (SREN 96.02 -0.79%) und Swiss Life (SLHN 490 -0.51%) zeigten sich insgesamt wenig verändert.

Schwächer präsentierten sich die Titel der Grossbanken UBS (UBSG 11.805 -0.17%) und Credit Suisse (CSGN 12.11 -0.25%). Alcon (ALC 58.81 -0.22%) büstsen ebenfalls ein. Adecco (ADEN 53.6 0.11%) bildeten das Schlusslicht im SMI.

Industrieaktien stärker

Im SMIM (SMIM 2562.886 -0.02%) entwickelten sich die Tech-Werte unterschiedlich. AMS (AMS 44.55 5.07%) erholten sich ein Stück weit von den markanten Einbussen am gestrigen Handelstag. Auch Temenos (TEMN 169.8 -1.02%) verzeichneten Gewinne. Derweil schlossen Logitech (LOGN 38.59 0.52%) leichter.

Industrietitel wie OC Oerlikon (OERL 10.84 0.18%), Dormakaba (DOKA 708.5 0.14%) und VAT Group (VACN 123.35 1.4%) gewannen an Anlegergunst, während Papiere aus dem Gesundheitsbereich – beispielsweise Vifor Pharma (VIFN 149.35 0.23%) oder Sonova (SOON 223 -0.09%) – mit Abgaben notierten. Straumann (STMN 834 0.05%) zeigten sich stärker, weil Vontobel (VONN 56.3 0%) das Kursziel für die Aktien des Dentalimplantatherstellers von 910 auf 970 Fr. erhöht und die Einstufung auf «Buy» belassen hatte.

Die Aktien von Rieter (RIEN 129.1 0%) profitierten von einem Grossauftrag. Der Textilmaschinenhersteller hatte an der Fachmesse ITMA aus Ägypten einen Auftrag über 180 Mio. Fr. erhalten.

Am breiten Markt standen die Anteile der Bellevue (BBN 21.1 -0.47%) Group im Fokus. Der Asset-Manager prüft strategische Optionen für die Tochter Bank am Bellevue. Dabei sei auch der Verkauf der Bank eine Option.

Santhera (SANN 15.08 0.53%) legten zu, nachdem das Pharmaunternehmen weitere Fortschritte im Zulassungsprozess für Idebenon in der EU vermeldet hatte.

Am breiten Markt fielen die Aktien von MCH Group (MCHN 21.9 -0.45%) und Swissquote (SQN 39.62 -0.2%) auf. Händler erklärten den Anstieg bei Swissquote mit der Erholung des Bitcoin (Bitcoin 10261.95 -2.37%). Die Onlinebank ist unter anderem im Handel mit Kryptowährungen stark.

Asien mit Abgaben

Asiens Märkte verzeichneten Einbussen, vor allem die chinesischen Börsen gaben nach. In Tokio verlor der Topix 0,3% und der Nikkei 225 (Nikkei 225 21416.79 -0.23%) 0,4%. Der Kospi in Südkorea notierte 0,3% tiefer. Der Hang Seng in Hongkong gab 1,2% nach, und der Shanghai Composite büsste 1,1% ein.

Euro zwischenzeitlich über 1.14 $

Der Euro handelte nach den Avancen der vergangenen Tage leichter. Die europäische Gemeinschaftswährung war zum Dollar auf bis zu 1.1412 $ gestiegen und hatte damit so viel gekostet wie seit drei Monaten nicht mehr. Im Handelsverlauf rutschte sie aber wieder unter die Marke von 1.14 und stand um 17.30 Uhr MESZ bei 1.1386 $. Derweil bewegte sich der Franken nach seiner jüngsten Stärke seitwärts. 1 € kostete 1.1072 Fr. Auch der US-Dollar notierte stabil zum Franken und wurde zu 0.9725 Fr. gehandelt.

Goldpreis fester

Der Goldpreis blieb in einem Aufwärtstrend. Der Preis pro Feinunze des Edelmetalls lag bei Börsenschluss in Europa bei 1431 $. Der Ölpreis stieg ebenfalls weiter. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 63.32 1.28%) kostete gut 65 $.

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