Märkte / Aktien

SMI schliesst auf Tagestief

Die Schweizer Börse dreht ins Minus und rutscht unter 10'300. Alle SMI-Titel geben nach. Die Wallstreet zeigt sich uneinheitlich.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag nach einem weitgehend freundlichen Handelsverlauf tiefer geschlossen. Der Swiss Market Index SMI (SMI 10146.23 -0.37%) notierte bei Eröffnung 0,2% höher und festigte sich damit zunächst über der Marke von 10’300. Im weiteren Handelsverlauf gab der Leitindex einen Teil der Gewinne preis, hielt sich aber im Plus. Am Nachmittag drehte der SMI jedoch ins Minus und schloss auf seinem Tagestief. Konjunkturdaten aus den USA belasteten, so hatte sich die Stimmung der Konsumenten jüngst verschlechtert. Die Unterstützung aus Deutschland verpuffte, wo die Aussichten nach dem drastischen Einbruch in der Coronakrise besser werden. Das Ifo-Geschäftsklima stieg gegenüber Juli um 2,2 Punkte auf 92,6 Zähler. Es war der vierte Anstieg in Folge.

In New York büssten die Kurse mehrheitlich ein, eine einheitliche Richtung liess die Wallstreet bei Handelsende in Europa jedoch vermissen. Der S&P 500 (SP500 3443.12 0.47%) tendierte seitwärts. Der Dow Jones (Dow Jones 28308.79 0.4%) notierte 0,5% tiefer. Der Nasdaq Composite gewann derweil 0,2% ein. Der anstehende Aktiensplit bei Apple (AAPL 117.51 1.32%) wirbelt die Zusammensetzung des Dow-Jones-Index durcheinander. Nach 92 Jahren muss der Ölkonzern ExxonMobil (XOM 33.7 0.84%) die erste US-Börsenliga am 31. August verlassen, wie der Indexanbieter S&P Dow Jones Indices mitteilte. Auch der Pharmariese Pfizer (PFE 37.49 -0.82%) und der Rüstungskonzern Raytheon Technologies (RTX 61.24 -0.36%) werden nicht mehr zu den 30 Standardwerten in den USA gehören. Stattdessen ziehen  Salesforce.com, der Biotechnologiekonzern Amgen (AMGN 231.1 0.17%) und der Mischkonzern Honeywell (HON 173.26 0.97%) in den Index ein.

Keine Gewinner mehr im SMI

Alle Werte im Schweizer Leitindex schlossen mit Abgaben. Bei den Blue Chips standen Credit Suisse (CSGN 9.86 0.45%) im Fokus. Die Grossbank reorganisiert ihr Schweizer Geschäft. Filialen werden geschlossen und Arbeitsplätze abgebaut. CS verspricht sich von den Massnahmen jährliche Kosteneinsparungen von brutto 100 Mio. Fr.

UBS (UBSG 11.22 2.65%) drehten ins Minus. Auch die Versicherer wie Swiss Life (SLHN 342 0.26%), Zurich Insurance (ZURN 311.4 -0.61%) und Swiss Re (SREN 68.76 0.12%) konnten sich nicht im Plus halten.

Defensive Papiere wurden ebenfalls liegen gelassen. Swisscom (SCMN 476.7 -1.18%) etwa sieht sich mit einer Untersuchung der Wettbewerbskomission konfrontiert. Grund sind Anhaltspunkte, dass Swisscom ihre Marktposition im Bereich Breitbandanbindungen missbraucht hat.

Bei den Schwergewichten schlossen Novartis (NOVN 77.77 -1.04%) nur leicht im Minus, während die Einbussen von Roche (ROG 307.05 -1.41%) oder Nestlé (NESN 107.42 0.13%) etwas höher ausfielen.

Tech-Titel fester

Im SMIM (SMIM 2680.945 1.19%) drehten Dufry (DUFN 37.66 10.08%) in die Verlustzone, damit gaben die Titel ihre teils stattlichen Avancen ab. Gestern hatten die Aktien des Reisedetailhändlers stark zugelegt. Nach den deutlichen Gewinnen am gestrigen Handelstag notierten Flughafen Zürich (FHZN 128.7 2.22%) klar tiefer.

Gefragt waren Tech-Titel wie Temenos (TEMN 110.25 -1.12%) und AMS (AMS 22.2 0.36%). Logitech (LOGN 85 15.8%) erfuhren Gewinnmitnahmen. Die zyklischen Werte Kühne+Nagel legten zu. Die Aktien des Logistikers hatten gar bei 171.50 Fr. ein neues Zweijahreshoch erreicht.

Im breiten Markt bewegten sich Helvetia (HELN 80.1 1.01%) abwärts. Die Versicherungsgruppe hatte mit einem IT-Projekt Schiffbruch erlitten und schrieb zudem ein schwaches Anlageresultat. Sie kündigte in der Folge einen Halbjahresverlust an.

Der Zugbauer Stadler Rail (SRAIL 37.5 -1%) war im ersten Halbjahr von der Coronakrise gebremst worden. Umsatz und Gewinn lagen deutlich unter den Erwartungen der Analysten. In der zweiten Jahreshälfte soll es nach Aussagen des Unternehmens wieder deutlich aufwärtsgehen. Die Aktien stiegen.

Swiss Prime Site (SPSN 82.05 0%) SPS sanken. Der Immobilienkonzern hatte etwas weniger verdient als erwartet.

Bachem (BANB 389.5 -0.89%) kennen seit Publikation der Halbjahreszahlen vergangene Woche kein Halten. Zuletzt hat auch Mirabaud das Kursziel deutlich heraufgesetzt.

Der aktivistische Investor Veraison hat die Beteiligung an der Zehnder (ZEHN 44.55 -1.22%) Group ganz abgebaut. Im Nachgang zu den guten Halbjahresergebnissen seien die restlichen knapp 3% im Zuge der guten Marktentwicklung verkauft worden, teilte Veraison am Montagabend mit. Zudem stufte Mainfirst das Rating für Zehnder von «Hold» auf «Buy» hoch und erhöht das Kursziel von 39 auf 52 Fr.

Leclanché (LECN 0.552 0.36%) legten zeitweise stark zu, bei Börsenschluss blieb noch ein leichter Zugewinn. Der Hersteller von Energiespeicherlösungen hatte die dritte Tranche einer mit Yorkville Advisors vereinbarten Wandelanleihe bezogen. Die Tranche von 910’000 Fr. werde in den laufenden Betrieb und die Expansion gesteckt.

Asien im Plus

Die asiatischen Börsen schlossen, beflügelt von den positiven Vorgaben aus Übersee vom Montag, weitgehend freundlich. Dazu trugen auch Hoffnungen auf eine Beilegung des Handelskonflikts zwischen China und den USA bei, nachdem Vertreter beider Staaten sich nach einem Treffen hoffnungsvoll geäussert hatten. Der japanische Nikkei 225 stieg um 1,4%, der breiter gefasste Topix rückte um 1,1% vor. Der Hang Seng in Hongkong notierte 0,1% im Minus und Chinas Leitindex CSI 300 um 0,1% im Plus. Der südkoreanische Kospi gewann 1,6% und der australische S&P/ASX 200 um 0,1%.

Euro höher

Der Kurs des Euros steig am Dienstag gestützt durch eine verbesserte Stimmung in der deutschen Wirtschaft zum Dollar etwas. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Abend mit 1.1820 $ gehandelt. Am Vormittag hatte der Kurs noch unter 1.18 $ gelegen. Zum Franken allerdings gab der Euro etwas nach auf 1.0745 Fr. Der Dollar notierte mit 0.9090 Fr. wieder knapp unter 91 Rappen.

Ölpreis fester

Öl handelte am Dienstag fester. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 42.77 0.87%) kostete bei Börsenschluss in Europa knapp 46 $. Gold (Gold 1909.76 0.16%) notierte leicht tiefer bei einem Kurs von 1916 $ pro Feinunze.

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