Märkte / Aktien

SMI schliesst unverändert

Die Schweizer Börse sucht erneut die Richtung. Novartis stützen. Finanzwerte bleiben zurück. U-Blox ziehen an. Wallstreet tendiert uneinheitlich.

(AWP/Reuters/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat sich zur Wochenmitte erneut unentschlossen präsentiert. Der Leitindex SMI (SMI 10'751.20 -1.4%) gewann bei Eröffnung 0,2%. Im weiteren Handel zeigte er sich unentschlossen und pendelte bis Börsenschluss in Zürich um die Marke von 10’500.

Aus New York kamen ebenfalls keine klaren Signale für den Schweizer Handel. Die drei wichtigen Wallstreet-Indizes tendierten bei Handelsende in Europa uneinheitlich. Der S&P 500 (S&P 500 3'744.20 -2.56%) verlor 0,3%. Der Dow Jones (Dow Jones 30'303.17 -2.05%) kam 0,5% zurück und unterschritt damit wieder die Marke von 30’000, über der er gestern erstmals geschlossen hatte. Leichte Avancen verzeichnete die Technologiebörse. Der Nasdaq Composite stieg 0,1%.

Die Hoffnung auf Corona-Impfstoffe und die Aussicht auf eine geordnete Amtsübergabe im Weissen Haus sorgten für Optimismus, hiess es am Markt. Dagegen veranlassen die Infektionszahlen und die möglichen wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie die Anleger weiter zu Vorsicht. Da die US-Börsen am Donnerstag nicht und am Freitag nur den halben Tag geöffnet haben, verhielten sich die Anleger erst recht vorsichtig, hiess es.

Finanzwerte korrigierten

Im SMI gaben die Finanzwerte wie die Bankaktien UBS (UBSG 12.89 -1.45%) oder Credit Suisse (CSGN 11.61 -1.57%) für einmal nach. Auch die Versicherertitel um Swiss Re (SREN 78.90 -1.1%), Zurich Insurance (ZURN 361.60 -1.39%) oder Swiss Life (SLHN 406.30 -2.07%) präsentierten sich leichter. Valoren dieses Sektors hatten sich in den letzten Wochen wesentlich besser geschlagen als der breite Markt. Partners Group (PGHN 1'062.50 -0.98%) stemmten sich gegen den Trend im Sektor. Die Aktien des Vermögensverwalters stiegen überdurchschnittlich.

Zu den Gewinnern gehörten aber vor allem defensive Titel wie die Valoren des Telecomunternehmens Swisscom (SCMN 498.50 -1.44%) oder die Aktien des Pharmaschwergewichts Novartis (NOVN 82.77 -1.25%). Der Pharmakonzern hatte laut Analysten am Vortag bei seinem Investorentag Optimismus verbreitet. Zu Roche (ROG 313.90 -1.97%) äusserten sich am Morgen einige Experten etwas vorsichtiger. Der Finanzchef habe Analysten am Vortag darauf vorbereitet, dass der Umsatz im Gesamtjahr eher am unteren Ende der angepeilten Spanne ausfallen werde.

Mit Nachrichten rückte auch das Schwergewicht Nestlé (NESN 102.98 -0.81%) in den Fokus, die Aktien reagierten aber kaum. Der Nahrungsmittelkonzern trennt sich von seinem Yinlu-Geschäft in China. Käufer ist die chinesische Food Wise, zu den finanziellen Details haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.

Frühe Avancen konnten andere Werte aus dem Gesundheitssektor nicht halten, wie die Aktien des Life-Science-Konzerns Lonza (LONN 569.20 -3.46%) oder des Augenheilspezialisten Alcon (ALC 64.74 -2.88%). Ähnlich entwickelten sich die Luxusgüterpapiere Swatch Group (UHR 243.70 -3.64%) und Richemont (CFR 82.28 -0.58%).

SIG Combibloc gesucht

Im SMIM (SMIM 2'822.56 -1.08%) fielen SIG Combibloc (SIGN 21.30 -0.19%) mit Gewinnen auf. Der Industriekonzern übernimmt die 50%-Beteiligung an einem Joint Venture mit der saudi-arabischen Obeikan Investment Group (OIG) vollständig.

Das Plus bei OC Oerlikon (OERL 9.02 -1.48%) war einer neuen Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux geschuldet. Zudem avancierten die Aktien des Computer- und Gamingzubehörherstellers Logitech (LOGN 93.88 +1.38%) deutlich.

Clariant (CLN 18.90 -0.76%) fielen zurück. Der Chemiekonzern setzt nochmals den Rotstift an und will weitere etwa tausend Stellen streichen. Der Verkauf von rund einem Drittel des gesamten Geschäftes mache ein «Rightsizing-Programm» nötig, teilte er mit.

Reisenahe Aktien bewegten sich in unterschiedliche Richtungen. Während die Valoren des Reisedetailhändlers Dufry (DUFN 48.10 +2.6%) stiegen, gaben Flughafen Zürich (FHZN 147.90 +0.61%) nach. Klare Avancen fuhren die Papiere des Online-Reiseportals LM Group (LMN 22.80 0%) ein.

U-Blox ziehen an

Deutliche Kursbewegungen verzeichneten in den hinteren Reihen die Titel des Technologieunternehmens U-Blox (UBXN 69.50 -2.18%), die Thalwiler berichteten am Investorentag über eine Geschäftsbelebung.

Basilea (BSLN 50.20 -1.57%) profitierten von einer Meldung, wonach Partner Pfizer in China Fortschritte bei der Marktzulassung erzielt hatte.

DKSH (DKSH 71.35 -1.99%) verlängert ihre Partnerschaft mit Procter & Gamble (PG 128.38 -3.54%). Die Auswirkungen auf die Aktien des Expansionsspezialisten waren aber gering.

Verhaltene Stimmung in Asien

In Asien setzte sich die gute Stimmung aus New York (vom Dienstag, als der Dow Jones erstmals über der Marke von 30’000 schloss) am Mittwoch nicht überall fort. In Tokio stieg der Nikkei 225 um 0,5% und der breiter gefasste Topix um 0,3%. In Hongkong verbesserte sich der Hang Seng um 0,2%. Auf dem chinesischen Festland verlor der CSI 300 hingegen 1,2%. Der koreanische Kospi büsste 0,6% ein.

Euro kam nach Anstieg etwas zurück

Der Euro notierte am Mittwochabend nach zwischenzeitlichen Ausschlägen wieder stabil. Bei Börsenschluss in Europa wurde die Gemeinschaftswährung zum Dollar bei 1.19 $ gehandelt. Zeitweise hatte sie klar über 1.19 $ gelegen. Zum Franken kam sie bei einem Stand von 1.0825 Fr. leicht zurück. Der Euro kostete an der Spitze knapp 1.0870 und war damit so teuer wie seit Anfang Juni nicht mehr. Experten sprachen dabei aber von einer normalen Marktreaktion. Der Dollar rutschte zum Franken und die Marke von 0.91 Fr. und lag bei 0.9095 Fr.

Ölpreis erneut fester – Gold über 1800 $

Der Ölpreis knüpfte am Mittwoch an die Kursgewinne der vergangenen Handelstage an. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 55.62 +0.14%) kostete um 17.30 Uhr MEZ knapp 48.50 $. Die grossen Erdöl-Exporteure neigen Insidern zufolge weiter zu einer Verlängerung der aktuellen Förderbeschränkungen. Daran ändere auch der jüngste Preisanstieg nichts, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen am Mittwoch. «Es sieht so aus, dass eine Verlängerung notwendig ist», sagte eine von ihnen. Grund seien mögliche Preisrückschläge und Nachfrage-Rückgänge infolge der aktuellen Coronavirus-Beschränkungen.

Gold (Gold 1'841.74 -0.35%) festigte sich nach den zuletzt klaren Verlusten über der Marke von 1800 $. Die Feinunze lag bei Börsenschluss in Europa bei einem Kurs von 1811 $.