Märkte / Aktien

SMI schliesst fester

Die Schweizer Börse setzt ihre Erholung fort. Swiss Life und Calida legen zu. Der Euro liegt knapp unter 1.05 Fr.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag an seine Stabilisierung vom Vortag angeknüpft und zugelegt. Der SMI (SMI 10'823.12 +3.54%) gewann bei Eröffnung 0,2% und baute seine Avancen im weiteren Handel aus. Der Handelstag war ruhig.

In den kommenden Tagen dürften die Impulse ebenfalls mager ausfallen, da die US-Börsen am heutigen Donnerstag wegen Thanksgiving geschlossen blieben. Am morgigen Freitag sind sie dann nur den halben Tag geöffnet. Viele US-Bürger nutzen den Feiertag für ein verlängertes Wochenende, sodass der Handel insgesamt ausgedünnt sein dürfte. Nicht zuletzt deswegen waren in den USA am Vortag noch zahlreiche Konjunkturdaten veröffentlicht worden, die unter dem Strich als zufriedenstellend befunden wurden. Vor allem fand aber das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Beachtung. Es wurde als «kämpferisch» beurteilt, meint ein Händler. Mehrere Notenbanker haben demnach signalisiert, dass sie bei anhaltend hoher Inflation bereit wären, das Anleihenkaufprogramm schneller auslaufen zu lassen und die Zinsen schneller anzuheben.

Swiss Life (SLHN 472.00 +2.56%) gesucht

Dass der Lebensversicherer Swiss Life so deutlich anzog, lag an dem neuen Strategieprogramm, das im kommenden Jahr gestartet wird. Dabei legt der Konzern die Latte für 2022 bis 2024 verglichen mit den noch bis zum Jahresende geltenden Zielen einige Stufen höher. Das soll sich auch für die Aktionäre bezahlt machen. Im Sog legten Swiss Re (SREN 75.12 +2.96%) zu, während sich Zurich Insurance (ZURN 418.00 +4.21%) wenig verändert zeigten.

Stärker präsentierten sich auch Lonza (LONN 512.80 +5.08%). Zudem setzten die Luxusgüteraktien Richemont (CFR 102.15 +4.28%) ihre Aufwärtsbewegung fort.

Im SMIM (SMIM 2'532.16 +1.34%) fielen besonders Vertreter der Gesundheitsbranche auf. Straumann (STMN 110.15 +6.48%), Sonova (SOON 309.00 +2.45%) und Tecan (TECN 287.00 +3.24%) gehörten zu den grössten Gewinnern. An die Spitze arbeiteten sich im späten Handel jedoch Flughafen Zürich (FHZN 152.90 +1.66%).

Auch setzten die Titel des Vakuumventilherstellers VAT Group (VACN 243.20 +4.20%) ihre Aufwärtsbewegung nach der jüngsten Korrektur fort.

Julius Bär (BAER 45.26 +5.08%) fielen dagegen gegen den Trend. Hier sorgte eine Abstufung durch die Bank of America (BAC 32.31 +0.72%) auf «Neutral» für Zurückhaltung. Seit Veröffentlichung der verwalteten Vermögen Anfang der Woche hatten sich viele Analysten eher zurückhaltend über das Papier geäussert.

Calida (CALN 40.90 +2.00%) legten deutlich zu. Der Wäsche- und Lingeriehersteller aus Sursee erwartet mittelfristig eine Verdoppelung des organischen Wachstums und eine Ausweitung der Ebit-Marge. Zudem soll die Dividendenpolitik attraktiver werden.

Auch im breiten Markt sorgte bei Landis+Gyr (LAND 54.30 +1.97%) eine Abstufung auf «Underweight» durch Morgan Stanley (MS 77.82 +5.20%) für Kursverluste.

Grössere Ausschläge waren in U-Blox (UBXN 95.30 +0.95%) zu beobachten. «Deckungskäufe der letzten Tage brechen regelrecht weg», sagte ein Marktteilnehmer.

Asien uneinheitlich

Die asiatischen Börsen zeigten am Donnerstag ein gemischtes Bild. In Japan zog der Leitindex Nikkei 225 um 0,7% an, der breiter gefasste Topix schloss 0,3% höher. Schlechter lief der Handel in Festlandchina, wo der marktbreite Shanghai Composite 0,2% tiefer handelte und der Shenzhen 0,4% abgab. Ebenfalls schwächer handelte der koreanische Kospi (KCI - -), der 0,5% verlor. Nur leicht aufwärts ging es indes für den Hongkonger Hang Seng (HSI 21'719.06 +2.09%), der 0,2% im Plus schloss.

Euro unter 1.05 Fr.

Der Euro hielt sich am Donnerstag über der Marke von 1.12 $. Bei Börsenschluss in Europa kostete er 1.1213 $ und damit geringfügig mehr als am Mittwoch. Am Vortag war der Kurs erstmals seit Mitte 2020 unter 1.12 $ gerutscht. Zum Franken verharrt die Gemeinschaftswährung trotz Avancen mit einem Kurs von 1.0490 Fr. unter der 1.05er Marke, die sie in dieser Woche kurzzeitig zurückerobert hatte. Der Dollar präsentierte sich bei 0.9356 Fr. fester.

Gold knapp unter 1800 $

Gold legte leicht zu und arbeitete sich mit einem Preis von 1790 $ pro Feinunze an die Marke von 1800 $ heran.

Der Ölpreis gab am Donnerstag etwas nach. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 82 $. Wegen eines Feiertages in den USA verlief der Handel in ruhigen Bahnen. Nach der Freigabe strategischer Ölreserven durch grosse Verbrauchsländer wie die Vereinigten Staaten drehte sich am Ölmarkt alles um die Reaktion der Förderländer. Fraglich ist, ob der Ölverbund Opec+ seinen im Sommer eingeschlagenen Kurs beibehält und seine Produktion weiterhin um 400’000 Barrel je Monat anhebt. Die Vertreter treffen sich am kommenden Donnerstag, um über die künftige Ölproduktion zu entscheiden.

Bitcoin tendierte klar aufwärts. So lag die grösste Cyberwährung um 17.30 Uhr bei rund 59’000 $.