Märkte / Aktien

SMI schliesst etwas fester

Die Schweizer Börse tendiert aufwärts. UBS gewinnen, Novartis büssen deutlich ein. AMS erholen sich markant. Der Euro kostet 1.08 Fr.

(AWP/Reuters/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag festere Kurse verzeichnet. Der SMI (SMI 10'607.79 -1.32%) notierte kurz nach Eröffnung 0,1% höher. Im frühen Handel baute er seine Gewinne etwas aus. Anschlusskäufe seien zwischenzeitlich abgeebbt, hiess es von Händlern. Kurz nach dem Mittag erreichte der Leitindex 11’000, prallte aber von dieser Marke ab. Bei Handelsschluss in Zürich blieb ein Gewinn von 0,3%.

Gekauft werde derzeit bis auf Spezialsituationen fast alles, sagte ein Händler. Dabei stünden aber die Aktien der Unternehmen im Fokus, deren Ergebnisse deutlich besser als erwartet ausgefallen seien. Gesucht seien jedoch auch Titel, die zuletzt stark unter die Räder geraten seien. Heute standen die Grossbank UBS (UBSG 14.35 -0.66%) und der Pharmariese Novartis (NOVN 76.89 -1.68%) nach den Jahresergebnissen im Rampenlicht.

Nachdem die Futures in den USA über weite Strecken eine rote Eröffnung der Wallstreet angezeigt hatten, präsentierten sich die US-Börsen bis Handelsschluss in Europa uneinheitlich. Der S&P 500 (S&P 500 3'839.00 +1.95%) verlor 0,1%. Die Technologiebörse Nasdaq Composite stieg minimal. Der Dow Jones (Dow Jones 31'496.30 +1.85%) zeigte sich 0,1% fester. Zu den Favoriten am US-Aktienmarkt zählte General Electric (GE). Gespannt warten Anleger nun auf die Firmenbilanzen von grossen Technologiekonzernen wie Microsoft (MSFT 231.60 +2.15%), Apple (AAPL 121.42 +1.07%) und Facebook (FB 264.28 +2.58%). Die Zahlen von Microsoft werden nach US-Börsenschluss erwartet.

Novartis bremsten den SMI

UBS legten zum Handelsauftakt stark zu, dann gaben sie ihre Gewinne teilweise preis. Die Grossbank hatte 2020 im vierten Quartal von der guten Stimmung an den Aktienmärkten profitiert. Der Gewinn 2020 stieg um 54% auf 6,63 Mrd. $. Damit wurden die Erwartungen des Marktes klar übertroffen. Die Dividende für 2020 fällt zwar geringer aus, dafür sollen in den nächsten drei Jahren Aktien im Wert von bis zu 4 Mrd. Fr. zurückgekauft werden.

Von den Zahlen der Konkurrentin konnten Credit Suisse (CSGN 12.75 -1.7%) nicht profitieren. Die Versicherer Swiss Life (SLHN 446.00 -2%), Swiss Re (SREN 88.66 -1.49%) und Zurich Insurance (ZURN 390.40 -1.26%) zählten derweil zu den Gewinnern.

Ganz unten standen Novartis. Der Pharmariese hatte die Erwartungen der Analysten «nur» erfüllt. Die Anleger sollen eine von 2.95 auf 3 Fr. je Titel erhöhte Dividende erhalten. «Nicht alle Arzneimittelhersteller profitieren von der Coronakrise», sagte ein Händler. So hatte Novartis in bestimmten Therapiegebieten das wegen der Pandemie veränderte Patientenverhalten zu spüren bekommen.

Derweil stützten die GS von Roche (ROG 298.00 -1.96%) und die Valoren von Nestlé (NESN 98.57 +0.07%) den Markt mit einem satten Gewinn ab.

Bei den zyklischen ABB (ABBN 27.06 -1.28%) und LafargeHolcim (LHN 52.42 -1.8%) führten Händler die Hoffnungen auf das US-Konjunkturprogramm als Kaufargument an.

AMS zogen an

Im SMIM (SMIM 2'901.14 -1.19%) erholten sich die Chipaktien AMS (AMS 19.04 -0.68%) von den markanten Verlusten im gestrigen Handel. Die Tochter Osram erhöhte die Prognose für 2021. AMS würden zudem im Vorfeld der Ergebnisse von Grosskunde Apple nachgefragt, hiess es am Markt. Bei den anderen Tech-Werten hängten die Papiere des Bankensoftwareherstellers Temenos (TEMN 130.00 -0.19%) diejenigen des Computer- und Gamingzubehörherstellers Logitech (LOGI 86.18 -3.28%) heute ab.

Die Aktien des Ostschweizer Vakuumventilherstellers VAT Group (VACN 234.40 -2.01%) erklommen heute ein neues Allzeithoch.

Clariant (CLN 19.59 +0.31%) gewannen. Rückenwind kam vom deutschen Mitbewerber. Der Chemie-Konzern Lanxess (LXS 64.16 +0.19%) hatte dank einer verstärkten Nachfrage aus der Autoindustrie im vierten Quartal den operativen Ertrag gesteigert.

Derweil blieben die reisenahen Werte weiter zurück. Die Aktien des Reisedetailhändlers Dufry (DUFN 59.80 -4.59%) waren gestern rund 11% eingebrochen, drehten am Nachmittag jedoch ins Plus. Flughafen Zürich (FHZN 160.50 -1.11%) konnten nicht mit den anderen Werte mithalten.

Am breiten Markt wurden Schlatter (STRN 26.40 -0.75%) gesucht. Der Industriekonzern landete 2020 zwar im Minus, hat aber eine spürbare Erholung zum Jahresende festgestellt.

Komax (KOMN 237.60 -1%) legten zu. Der Industriekonzern hatte 2020 unter der Coronakrise gelitten, aber im zweiten Halbjahr 2020 ein anziehendes Geschäft gespürt.

Interroll (INRN 2'945.00 -0.84%) zogen kräftig an. Der Lagerlogistiker hatte zwar einen leichten Umsatzrückgang verbucht, erwartet aber ein Rekordergebnis.

Unter Druck standen GAM (GAM 2.27 -0.35%). Der Asset-Manager hatte einen wichtigen Kunden mit einem Vermögen von 21,5 Mrd. Fr. verloren.

Comet (COTN 211.00 -2.09%) gewannen dank Kaufempfehlungen von UBS und Vontobel (VONN 72.55 +0.07%) deutlich.

Asien im Minus

Die asiatischen Aktienmärkte wurden von den Sorgen um das Hilfspaket in den USA erfasst, sie lagen am Dienstag zum Teil stark im Minus. Der japanische Nikkei 225 sank um 1%, der breiter gefasste Topix verlor 0,8%. Der Hang Seng in Hongkong gab 2,5% ab, und Chinas Leitindex CSI 300 schloss 2% im Minus. Der südkoreanische Kospi büsste 2,1% ein, und in Australien wurde nicht gehandelt.

Euro bei 1.08 Fr.

Der Euro profitierte am Dienstag von einer deutlich besseren Aktienmarktstimmung. Kurz nach Börsenschluss in Europa kostete die Gemeinschaftswährung 1.2164 $. Zum Schweizer Franken rückte der Euro in Richtung der Marke 1.08 Fr. vor, die er zeitweise auch überschreiten konnte. Um 17.30 Uhr MEZ kostete die Gemeinschaftwährung 1.0797 Fr. Der Dollar fiel zur Schweizer Währung leicht auf 0.8874 Fr. zurück.

Ölpreis fester

Der Ölpreis zeigt sich am Dienstag wenig verändert. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 69.55 +3.5%) 56 $. Gold (Gold 1'700.17 +0.16%) notierte ebenfalls stabil. Die Feinunze des Edelmetalls lag bei 1855 $. Bitcoin (Bitcoin 48'888.00 +0.81%) büsste leicht ein und stand bei 32’000 $.

Leser-Kommentare