Märkte / Aktien

SMI schliesst fester bei 12’100

Die Schweizer Börse erholt sich weiter von den Verlusten vom Montag. Abschlüsse sorgen für Bewegung. Schwung kommt von Wallstreet. Brent steigt auf 90 $.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat zur Wochenmitte klar höher geschlossen. Der Leitindex SMI (SMI 11'647.17 +1.35%) stieg bei Eröffnung 0,9% und damit klar über 12’000. Im weiteren Handel baute er seine Avancen zunächst aus. So eroberte der Leitindex die Marke von 12’000 Punkten zurück, unter die er am Montag aufgrund von Zinssorgen und wegen der sich zuspitzenden Ukrainekrise gestürzt war. Der SMI beendete den Handel an dieser Marke. Die laufende Bilanzsaison liefert bisher mehrheitlich positive Impulse. Und manche Anleger beurteilten daher das deutlich tiefere Kursniveau wieder als günstige Einstiegsgelegenheit.

Auch in New York zogen die Kurse mehrheitlich an. Die drei grossen Wallstreet-Indizes lagen bei Börsenschluss in Europa im Plus. Der S&P 500 avancierte 1,5%. Der Dow Jones gewann 1%. An der Technologiebörse stieg der dortige Nasdaq Composite Index 2,1%. Ermutigende Geschäftszahlen von Microsoft gaben den US-Technologiewerten Auftrieb.

Im Fokus steht am Abend der Zinsentscheid der US-Notenbank und insbesondere die Pressekonferenz mit Fed-Chef Jerome Powell. Von ihm erhoffen sich die Marktteilnehmer abgesehen von Hinweisen zur weiteren Entwicklung der US-Geldpolitik – etwa eine Marschtabelle mit den geplanten Zinsschritten und Angaben zur Bilanzreduktion – auch versöhnliche Worte. «Es könnte gut sein, dass Super-Jay Powell heute Abend die Börsenwelt wieder retten wird», sagt ein Marktbeobachter. Der Markt habe bereits sehr viel Restriktives eskomptiert. Allerdings schwebe die aus dem Ukrainekonflikt resultierende Kombination aus einem hohen Ölpreis und starker Unsicherheit wie ein Damoklesschwert über den Märkten.

Lonza (LONN 572.80 +4.56%) nach anfänglichen Gewinnen im Minus

Lonza drehten nach einem positiven Auftakt ins Minus. Der Chemiekonzern war 2021 deutlich gewachsen und auch profitabler geworden. Allerdings drücken Altlasten auf den ausgewiesenen Gewinn für das Geschäftsjahr 2021.

Klare Avancen verzeichneten erneut Logitech (LOGN 57.06 +3.48%). Der Technologiekonzern profitierte von positiven Analystenkommentaren im Anschluss an das am Vortag veröffentlichte Quartalsergebnis.

Weit oben standen die Aktien von Swatch Group (UHR 235.10 +4.03%), die Goldman Sachs (GS 324.51 +0.27%) neu zum Kauf empfiehlt. Der Uhrenkonzern hatte am Vortag ein Jahresergebnis deutlich über den Erwartungen veröffentlicht, aber dennoch deutlich an Wert eingebüsst. Die Titel von Richemont (CFR 103.85 +9.55%) folgten. «Hier spielten sicher auch die sich abzeichnenden Lockerungen im Zusammenhang mit der Coronapandemie und dem zu erwartenden Nachholeffekt eine gewisse Rolle», sagte ein Händler.

Die Aktien der Credit Suisse (CSGN 6.97 +3.20%), die zuletzt stark auch unter der am Vortag publizierten Gewinnwarnung erlitten hatten, erholten sich etwas. Die Valoren von Rivale UBS (UBSG 17.99 +1.35%) gewannen ebenfalls.

Geberit (GEBN 531.20 +2.75%) hinkten hinterher, konnten sich aber in den positiven Bereich arbeiten. Goldman Sachs hatte das Kursziel für den Titel des Sanitärtechnikers von 605 auf 521 Fr. gesenkt und zum Verkauf empfohlen.

Barry Callebaut (BARN 2'152.00 -0.19%) konnten nicht davon profitieren, dass der Schokoladenhersteller sein Verkaufsvolumen erhöht hatte.

Gesucht waren zudem Technologiewerte wie AMS Osram (AMS 11.40 +4.78%), Temenos (TEMN 95.36 +2.91%), VAT Group (VACN 278.00 +5.22%) oder die am breiten Markt gehandelten Comet (COTN 186.00 +4.14%) und Inficon (IFCN 821.00 +5.12%).

Die Aktien des Textilmaschinenherstellers Rieter (RIEN 115.60 +0.17%) punkteten bei den Anlegern mit klar besser als erwartet ausgefallenen Geschäftsangaben.

Auch Interroll (INRN 2'745.00 +3.98%) schlossen fester. Der Logistikspezialist hatte auch 2021 Bestmarken erreicht.

Emmi (EMMN 894.00 +0.34%) drehten ins Plus, weil der Milchverarbeiter sich im Jahr 2021 deutlich steigern konnte.

Nach dem gestrigen Einbruch schiessen die Aktien von Zur Rose (ROSE 107.30 +4.38%) hoch.

Asiens Anleger zurückhaltend

Nach den Vorgaben der Wallstreet vom Dienstag zeigten sich auch die asiatischen Börsen am Mittwoch nervös. Der Nikkei 225 verlor 0,4%. Der Hang Seng gab 0,1% nach. Der Shanghai Composite notierte 0,6% stärker. Der koreanische Kospi fiel 0,2% zurück.

Euro nahe 1.04 Fr. und Dollar bei 0.92 Fr.

Der Euro tendierte am Mittwoch vor dem mit Spannung erwarteten Zinsentscheid in den USA uneinheitlich. Zum Dollar kostete die Gemeinschaftswährung 1.1282 $ und damit etwas weniger als am Morgen. Der Franken war dagegen etwas weniger. Entsprechend notiert das Euro-Franken-Paar bei 1.0391 Fr. nochmals höher als am Morgen und nähert sich langsam wieder der 1.04er Marke an. Auch der Dollar kostete mit 0.9211 Fr. deutlich mehr und lag bei Börsenschluss in Europa folglich über der 0.92er Marke.

Ölpreis über 90 $

Der Ölpreis notierte auf dem höchsten Stand seit 2014. In der Spitze kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 90 $.

Gold zeigte sich leichter. Die Feinunze des Edelmetalls lag am Abend 1832 $.

Bitcoin notierte klar fester in seiner jüngsten Erholung. Die Cyberdevise stand bei Börsenschluss in Europa bei rund 38’000 $.