Märkte / Aktien

SMI beendet Verlustserie

Die Schweizer Börse beendet den Handelstag wieder einmal im Plus. Alcon sind die Tagesgewinner.

(AWP/Reuters/SPU) Nach vier Handelstagen in Folge mit Abgaben schliesst der Schweizer Aktienmarkt am Mittwoch wieder im positiven Bereich. Doch das Plus hat sich der Swiss Market Index (SMI (SMI 10270.79 0.4%)) hart erarbeitet. Zum Handelsauftakt hat der Leitindex 0,7% eingebüsst. Im Verlauf hat er seine Abgaben ausgebaut und ist zeitweise auf die Marke von 10’200 zugerutscht. Dann ist es zu einer stetigen Erholung vom Tagestief gekommen. Am Nachmittag hat der SMI sogar ins Plus gedreht und hat sich nach Eröffnung der Wallstreet über der Marke von 10’500 gefestigt. Dennoch: Die Dynamik, mit der es anfänglich abwärtsging, sei erschreckend gewesen, kommentierte ein Händler. Die anhaltend hohe Nervosität zeigte sich auch beim Volatilitätsindex VSMI. Am Vormittag war er kurzzeitig bis auf 25,7 Punkte gestiegen, den höchsten Stand seit Ende 2018.

In New York kommt es nach den jüngsten Verlusten zu Avancen. Anleger decken sich offenbar mit günstig erscheinenden Aktien ein. Die Verunsicherung über die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie verhinderte Börsianern zufolge aber grössere Kursgewinne. Der Dow Jones (Dow Jones 26075.3 1.44%), der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3185.04 1.05%) sowie die Technologiebörse Nasdaq Composite avancieren. «Es ist unklar, ob diese Krise in Wochen oder Monaten überwunden sein wird», sagte Finanzprofessor Chester Spatt von der Carnegie Mellon University. Sowohl die Produktion als auch die Nachfrage könnte von der Epidemie beeinträchtigt werden. Das Ausmass der Störungen lasse sich bislang nicht abschätzen.

Alcon als Fels in der Brandung

Im Rahmen der Erwartungen hat die ehemalige Novartis-Tochter Alcon (ALC 53.4 0.79%) abgeschnitten. Die Aktien haben markant zugelegt. Für 2020 stellt die Gesellschaft einen anziehenden Umsatz mit PanOptix in Aussicht, was an sich die Gemüter beruhigen sollte, so etwa der erste UBS-Kommentar. Die Aktien waren bis zum Beginn des jüngsten Ausverkaufs recht gut gelaufen, sodass Gewinnmitnahmen denkbar sind.

Adecco (ADEN 45.45 2.11%) haben am Nachmittag wieder in die Gewinnzone gedreht. Der Personaldienstleister hat weniger Umsatz erzielt, unter dem Strich aber deutlich mehr verdient. Laut Analysten habe sich der Konzern in einem insgesamt schwierigen Umfeld gut geschlagen.

Mit Sika (SIKA 192.15 0.81%), ABB (ABBN 22.86 -0.44%) und LafargeHolcim (LHN 42.7 0.49%) haben sich auch andere zyklische Werte ins Plus gearbeitet. Am Donnerstag legt der Zementhersteller Geschäftszahlen vor.

Roche (ROG 334.65 0.78%), Novartis (NOVN 81.76 -0.29%) und Nestlé (NESN 107.48 0.3%) haben ihre Verluste im Tagesverlauf eingedämmt oder wie der erstgenannte Pharmakonzern sogar ins Plus gedreht. Die Schwergewichte sind hauptverantwortlich dafür, dass der Schweizer Leitindex mit Avancen in den Feierabend geht.

Unter den Verlierern beenden Lonza (LONN 538.8 0.07%) den Handelstag. Mit einem Plus von 15% weisen sie auf Jahressicht die beste Performance im SLI auf.

Einbussen sind auch bei den Finanzwerten auszumachen. So geben UBS (UBSG 11.185 0.45%) und Credit Suisse (CSGN 9.938 0.79%) nach. Die Versicherer haben sich uneinheitlich entwickelt. Während Swiss Life (SLHN 352.7 0.43%) schwächer als der Gesamtmarkt abgeschnitten haben, schliessen Swiss Re (SREN 74.9 0.56%) und Zurich Insurance (ZURN 343.3 0.73%) im Plus.

Tech-Werte erholen sich

Georg Fischer (FI-N 855 1.66%) sind im SMIM (SMIM 2556.338 0.28%) zunächst mit deutlichen Verlusten aufgefallen, beenden aber wie viele andere Werte den Tag doch noch mit Avancen. Der Industriekonzern ist 2019 stark geschrumpft. Neben dem Ausstieg aus dem Geschäft mit Eisenguss und Währungseffekten war auch ein organischer Rückgang zu verzeichnen.

Bei Temenos (TEMN 159.5 1.3%) hat eine Kaufempfehlung von MainFirst für Unterstützung gesorgt. Die strukturellen Treiber für den Bankensoftwarehersteller seien intakter denn je, und das Wachstum dürfte sich weiter beschleunigen, heisst es in dem Kommentar. Mit der Durchdringung von Nordamerika eröffne sich Temenos einen Markt, auf den weltweit rund 50% der IT-Ausgaben im Bankensektor entfallen würden.

Zudem haben am Nachmittag die Chipwerte von AMS (AMS 16.125 -1.38%) und die Titel des Vakuumventileherstellers VAT Group (VACN 179 -0.78%) ins Plus gedreht.

Gut aufgelegt sind Straumann (STMN 863.8 1.65%) gewesen. Die Aktien des Dentalimplantatherstellers haben ihre Verluste abgeschüttelt und haben sich in der Folge klar erstarkt gezeigt.

Die Aktien der Unternehmen Dufry (DUFN 25.73 0.47%) und Flughafen Zürich (FHZN 124.9 -0.16%) haben weiterhin unter dem Virus gelitten. Ein Händler bezeichnet Luftfahrt- und Tourismusunternehmen als das «Epizentrum» des derzeitigen Verkaufsmomentums. Auf Nachrichtenseite steht die Lufthansa (LHA 8.728 0.93%) im Fokus, die auf die Flugausfälle wegen des Coronavirus mit einem Sparpaket reagiert.

Stark haben sich Implenia (IMPN 37.84 2.05%) präsentiert. In diesem verunsicherten Gesamtmarkt setzen die Aktien des Bauunternehmens ihren Anstieg fort. Gestern schossen sie dank Abspaltungsplänen und Geschäftszahlen in die Höhe.

Nachrichten gab es zur Wochenmitte zudem noch aus den hinteren Reihen. Hier haben sich Unternehmen wie der Finanzdienstleister EFG oder auch der Heizungs- und Lüftungshersteller Zehnder nach Zahlen vergleichsweise gut gehalten.

Asien erneut im Minus

In Asien setzt sich am Mittwoch die Abwärtsbewegung in den Aktien fort. Der Nikkei 225 verliert 0,8%. Auch der breiter gefasste Topix büsst 0,8% ein. Der Shanghai Composite tendiert ebenfalls 0,8% schwächer, während der Hang Seng auch 0,8% nachgibt. Das Minus in Südkorea fällt etwas höher aus, der Kospi (Kospi 2188.72 1.83%) schliesst mit Abgaben von 1,3%.

Euro tiefer

Der Euro zeigt sich am Mittwoch schwächer. Die Gemeinschaftswährung wird zum Dollar zu 1.0877 $ gehandelt. Zum Franken bewegt sie sich mit 1.0628 Fr. leicht stärker. Der Dollar wird etwas fester zu 0.9770 Fr. gehandelt.

Ölpreis etwas schwächer

Der Ölpreis büsst am Mittwoch nach seiner Talfahrt der vergangenen Handelstage weiter ein., erholt sich aber von den klaren Abgaben vom Vormittag. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 42.40416 -0.97%) kostet knapp 55 $. Der Goldpreis steht wenig verändert über der Marke von 1600 $ und notiert derzeit bei 1634 $ pro Feinunze.