Märkte / Aktien

SMI geht mit über 9700 ins Wochenende

Die Schweizer Börse verzeichnet nach einem Auf und Ab leichte Gewinne. Schindler stehen unter Druck. Der Ölpreis sackt ab.

(AWP/SPU) Der Schweizer Aktienmarkt hat sich zum Wochenschluss über weite Strecken unentschlossen gezeigt – durch späte Avancen aber seinen Rekordkurs beibehalten. Der Swiss Market Index SMI (SMI 9942.2 0.2%) stand bei Eröffnung 0,1% höher. Im frühen Handelsverlauf bewegte sich der Leitindex in einer engen Spanne. Mit unerwartet guten US-Konjunkturzahlen schaffte der Markt den Sprung in den grünen Bereich und überschritt die Marke von 9700 deutlich. Die Avancen entpuppten sich jedoch als Strohfeuer. Nach einem Schlussspurt ging der SMI mit 9724 Punkten aus dem Handel – ein neues Allzeithoch. Am Donnerstag hatte er 0,4% zugelegt.

An der Wallstreet zeigten sich die Anleger zurückhaltend. Die beiden Standardindizes Dow Jones (Dow Jones 27171.9 0.07%) und S&P 500 (SP500 2985.03 0.28%) traten bei Börsenschluss in Europa auf der Stelle. Der Nasdaq Composite gab 0,2% nach.

Novartis und Roche stützten

In der Schweiz avancierten die Genussscheine von Roche (ROG 263.35 -0.51%). Der Pharmakonzern verlängert die Offerte für die Übernahme der US-Gentherapiefirma Spark Therapeutics bis zum 3. Juni. Das ist bereits die zweite Verlängerung. Roche bietet für Spark 4,3 Mrd. $ oder 114.50 $ je Aktie. Auch die Aktien von Novartis (NOVN 92.32 -0.19%) stiegen. Die Pharmaschwergewichte stützen zusammen mit Lonza (LONN 344.8 0.97%) und Sika (SIKA 152.25 0.07%) den SMI.

Einen Teil ihrer jüngsten Gewinne gaben die Banken ab. Credit Suisse (CSGN 12.335 1.77%) und UBS (UBSG 11.985 1.48%) hatten bessere Quartalsberichte als erwartet veröffentlicht.

Wie schon gestern gehörten die Aktien der Luxusgüterhersteller Richemont (CFR 85.94 0.19%) und Swatch Group (UHR 309.3 0.49%) zu den Verlierern. Zudem korrigierten die Titel des Augenheilspezialisten Alcon (ALC 58.74 -0.27%), die seit dem Börsengang deutliche Avancen verzeichnet haben.

Schindler verloren klar

Im Fokus der Marktteilnehmer standen die Papiere von Schindler (SCHP 224.9 0.67%), die ein deutliches Minus aufwiesen. Der Lift- und Rolltreppenhersteller hatte im ersten Quartal mehr Aufträge an Land gezogen und den Umsatz gesteigert. Das operative Ergebnis (Ebit) ging dagegen im Vergleich zum Vorjahresquartal zurück.

Klare Verluste verzeichneten Georg Fischer (FI-N 853 1.25%). UBS senkte das Kursziel für die Aktien des Industriekonzerns von 1250 auf 1200 Fr. Die Einstufung lautet weiterhin «Buy».

Im SMIM (SMIM 2584.15 0.78%) präsentierten sich die Aktien der Gesundheitsunternehmen um Straumann (STMN 832.4 -0.19%), Sonova (SOON 223.9 0.09%) und Vifor Pharma (VIFN 149.05 -0.27%) fester. Die Valoren des Logistikers Kühne + Nagel (KNIN 146.75 1.21%) gaben einen Teil der Avancen preis, die sie gestern im Zuge der Quartalszahlen eingefahren hatten.

Nach einem schwachen Handelsstart fingen sich die Titel Flughafen Zürich (FHZN 185 -0.11%) wieder. Die Aktionäre hatten gestern an der ordentlichen Generalversammlung allen Vorschlägen des Verwaltungsrats zugestimmt. Sie genehmigten unter anderem die ordentliche Dividende von 3.70 Fr. (VJ 3.30 Fr.) und eine Zusatzdividende von 3.20 Fr.

Temenos (TEMN 169.15 -0.24%) zeigten sich fester. Vontobel (VONN 56.4 0.18%) nahm die Bewertung für die Aktien des Bankensoftwarespezialisten mit «Buy» und einem Kursziel von 198 Fr. wieder auf. Auf der Verliererseite standen mit AMS (AMS 48.27 8.23%) andere Tech-Werte im SMIM. Der österreichische Chiphersteller legt am Dienstag Zahlen zum ersten Quartal vor. Den Aktien machien negative Nachrichten aus der Technologiebranche zu schaffen. Der US-Chiphersteller Intel (INTC 51.35 2.15%) hatte seine Prognosen für das laufende Jahr gesenkt.

Am breiten Markt fielen die Aktien von Bobst (BOBNN 51.85 -0.96%) positiv auf. Berenberg startete die Abdeckung der Valoren des Kartonverpackungsmaschinenherstellers mit der Empfehlung «Buy» und dem Kursziel 93 Fr.

Asiens Börsen schlecht aufgelegt

Die Mehrheit der asiatischen Börsen neigte am Freitag zur Schwäche. In Tokio notierte der Nikkei 225 0,2% tiefer, auch der breiter gefasste Topix büsste 0,2% ein. Nach schwachen BIP-Zahlen aus Südkorea bestätigten enttäuschende Daten zur japanischen Industrieproduktion, dass es mit der Konjunktur in der Region harzt. Der Shanghai Composite in China verlor 0,8%. Der Hang Seng in Hongkong trat auf der Stelle. In Seoul verlor der Kospi (Kospi 2101.67 0.35%) 0,5%.

Euro stoppte Talfahrt

Der Euro setzte am Freitag mit Kursgewinnen ein Zeichen. Er notierte bei Börsenschluss zum Dollar bei 1.1165 $. Zuvor war die Gemeinschaftswährung auf eine Zweijahrestief von 1.1110 $ gerutscht. Zum Franken handelte die europäische Währung bei 1.1376 Fr. weiterhin unter der Marke von 1.14 Fr. Der Dollar rutschte unter die Marke von 1.02 Fr. und lag bei 1.0188 Fr.

Ölpreis korrigierte deutlich

Nach den zuletzt markanten Gewinnen sank der Ölpreis markant. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 63.28 -0.28%) kostete um 17.30 Uhr MEZ nur noch knapp 72 $, am Vortag kam der Fasspreis noch bei 75 $ zu liegen. Derweil stand Gold (Gold 1418.62 -0.44%) nach klaren Gewinnen mit 1288 $ pro Feinunze höher im Kurs.

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