Märkte / Aktien

SMI schliesst tiefer

Der Schweizer Leitindex verliert am Mittwoch rund ein halbes Prozent. Einbussen haben die Pharmakonzerne erlitten.

(AWP/Reuters/CF) Im Vorfeld des am Wochenende stattfindenden G20-Gipfels haben sich die Anleger am Mittwoch in Zurückhaltung geübt. Gedämpfte Zinsspekulationen sowie die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben auch nicht zu Aktienkäufen eingeladen.

Der Swiss Market Index (SMI; –0,6%) schliesst am Mittwoch im Minus. An der Tabellenspitze beenden die Grossbanken Credit Suisse (+1,6%) und UBS (+0,8%) den Handelstag. Sergio Ermotti, UBS-CEO, hat sich beim Swiss Finance Institute in Zürich zur Regulierung der Bankbranche in der Schweiz geäussert (lesen Sie hier mehr).

Am Ende des Tableaus notieren zum Schluss Novartis (–2,1%). Der Pharmakonzern sieht die Wirksamkeit des Schuppenflechtmittels Cosentyx durch neue Daten untermauert. Das andere Pharmaschwergewicht, Roche (–0,7%), hat ebenfalls abgegeben. Händler erwähnen Medienberichte, wonach Donald Trump erneut die Pharmakonzerne und ihre Preispolitik kritisiere. Von der Kritik des US-Präsidenten könnten auch der Hörgerätehersteller Sonova (–1,5%), das Pharmaunternehmen Vifor Pharma (–1,9%), der Pharmazulieferer Lonza (–1%) und der Dentalimplantateproduzent Straumann (–1,4%) betroffen sein, heisst es.

Die Aktien von Nestlé (–0,9%) haben am Nachmittag, nach einer positiven Eröffnung, deutlich ins Minus gedreht. Der Nahrungsmittelriese führt die Nährwertampel Nutri-Score für seine Produkte in Europa ein.

Im breiten Markt sind AMS (+3,6%) aufgefallen. Auch andere Technologiewerte wie U-Blox (+1%) haben angezogen. Der US-Chiphersteller Micron hat die Lieferungen an den chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei teilweise wieder aufgenommen und rechnet im Laufe des Jahres mit einer Erholung der Nachfrage nach seinen Chips. «Das gibt der ganzen Branche Hoffnung», sagt ein Börsianer.

Deutlich Verluste haben Valora (–3,4%) und Lalique (–12,9%) verzeichnet. Der Kioskbetreiber hat eine Gewinnwarnung publiziert (lesen Sie hier mehr). Die Luxusgütergruppe will ihr Kapital erhöhen (lesen Sie hier mehr).

Überdurchschnittliche Verluste haben auch Flughafen Zürich (–2,2%) erlitten. Berenberg nimmt die Abdeckung für den Airport-Betreiber mit der Einstufung «Sell» und einem Kursziel von 151 Fr. auf. Ein neues regulatorisches Regime für Passagiergebühren, das im vierten Quartal 2020 starten werde, werde sich negativ auf den Gewinn des Zürcher Flughafens auswirken, schreibt Analyst William Howard.

Die Partizipationsscheine von Schindler (–0,3%) haben leicht verloren. Gemäss einem Börsenbrief soll der finnische Grosskonzern Kone am Aufzugsgeschäft von ThyssenKrupp interessiert sein. Thyssen befindet sich in einer Umstrukturierung, nachdem die Fusionspläne mit dem indischen Stahlkonzern Tata Steel angebrochen wurden.

Eine Übersicht über die Gewinner und die Verlierer finden Sie hier.

Bitcoin-Höhenflug geht weiter

Der jüngste Höhenflug des Bitcoins setzt sich derweil ungebremst fort. Die Kryptowährung flirtet mit der 13’000-$-Marke (lesen Sie hier mehr).

In Deutschland hat sich der Dax (+0,1%) nach einer starken Eröffnung abgeschwächt. Die US-Börsen Dow Jones, S&P 500 sowie Nasdaq 100 handeln bis zum hiesigen Börsenschluss mit Avancen. Kursgewinne im Chipsektor und die Hoffnung auf eine Lösung im Handelsstreit dienen als Stütze.

Die Preise für ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent sowie für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) steigen am Mittwoch deutlich. Am Markt werden neue Lagerdaten aus den USA als Grund genannt.

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