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Schweizer Börse gibt nach

Der Schweizer Aktienmarkt schliesst im Minus. Mit ABB, Novartis und UBS haben drei grosse Namen aus dem Leitindex ihre Zahlen vorgelegt.

(AWP/CF) Die Schweizer Börse hat am Dienstag den dritten Handelstag in Folge Boden verloren. Der Leitindex Swiss Market Index (SMI (SMI 11'108.88 +1.26%)) schliesst im Minus. Vor der US-Zinsentscheidung scheuten Investoren vor dem Aufbau neuer Positionen zurück. Zudem lasteten kräftige Kurseinbussen des Schwergewichts Novartis (NOVN 78.88 +1.12%) und der Grossbank UBS (UBSG 13.98 +2.57%) auf den Index.

Die Aktien des Pharmakonzerns gehören zu den Verlierern. Die Corona-Pandemie hat Novartis den Jahresauftakt verhagelt, Konzernumsatz und -gewinn sanken im ersten Quartal. Die Geschäftsleitung hält zwar an der Jahresprognose fest, doch bei der Generika-Tochter Sandoz dürfen die Verkäufe dieses Jahr zurückgehen.

Die UBS-Anteile ermässigten sich ebenfalls. Der Kollaps des Hedgefonds Archegos Capital kostet das grösste Schweizer Geldhaus im ersten Quartal 774 Mio. $ – deutlich mehr als Experten erwartet hatten.

Zu den Gewinnern gehörten dagegen Credit Suisse (CSGN 9.39 +0.86%). Die Titel der Nummer zwei vom Paradeplatz würden erstmals wieder von Umschichtungen aus UBS und Julius Bär (BAER 57.24 +1.67%) profitieren, sagte ein Händler. In den letzten Wochen waren die Gelder in genau die umgekehrte Richtung geflossen. Ein weiterer Händler sagte, möglicherweise starte die Aktie nun die längst überfällige Gegenbewegung.

Ebenfalls hoch in der Tabelle standen ABB (ABBN 30.62 +3.83%)Der Elektrotechnikkonzern bringt einen möglichen Börsengang seines Geschäfts mit Ladetechnik für Elektroautos auf den Weg.

Im breiten Markt tendierten Bucher (BUCN 489.00 +2.73%) schwächer. Der Industriekonzern hat im Startquartal deutlich mehr Aufträge hereingeholt und geht nun davon aus, dass sich die Wirtschaft weiter erholen wird.

Noch stärkere Einbussen verbuchten Kühne + Nagel (KNIN 281.50 +2.89%), wo die Gewinnmitnahmen anhielten, heisst es am Markt. Der Logistikkonzern hatte am Montag sehr gute Zahlen vorgelegt, was der Aktie zunächst noch Auftrieb verliehen hatte. Da nun am Markt die weiteren Aussichten nicht mehr ganz so gut eingeschätzt würden, sei es zu Abgaben gekommen.

Eine Übersicht über die Gewinner und die Verlierer finden Sie hier.

Wall Street startet kaum verändert

In Erwartung neuer Hinweise auf die US-Geldpolitik halten sich Anleger mit Engagements an zurück. Die US-Leitindizes Dow Jones (Dow Jones 34'230.34 +0.29%), Nasdaq und S&P 500 (S&P 500 4'155.60 -0.1%) kommen zur Eröffnung kaum vom Fleck. In Europa fallen sowohl Dax (DAX 15'170.78 +2.12%) als auch Euro Stoxx 50 (Euro Stoxx 50 4'002.79 +1.99%). Investoren seien hin- und hergerissen zwischen soliden Firmenbilanzen und den steigenden Coronavirus-Fallzahlen in einigen Ländern wie Indien, sagte Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus Activtrades.

Bei den Einzelwerten schiessen die Aktien des Labor- und Biotechzulieferers Stratec nach oben. Das Unternehmen hatte am Vorabend nach vorläufigen Quartalszahlen seine Umsatz- und Ergebnisprognose angehoben.

Eurokurs gibt etwas nach

Der jüngste Aufwärtstrend des Euro ist am Dienstag ins Stocken geraten. Der Euro in US-Dollar (EURUSD 1.20 +0.02%) hat über weite Strecken leicht in der Verlustzone notiert, bevor er sich erst am frühen Nachmittag etwas berappeln konnte. Am frühen Abend liegt der Kurs bei 1,2080 $ und damit unter der am Vortag erreichten Marke von 1,21 $.

Der Schweizer Franken hat derweil im Tagesverlauf zugelegt. So kostet der Euro in Franken (EURCHF 1.10 +0.04%) am frühen Abend mit 1,1026 klar weniger als noch am Morgen. Und auch der US-Dollar in Franken (USDCHF 0.91 +0.01%) notiert tiefer.

Ölpreise leicht gestiegen

Die Ölpreise haben am Dienstag vor einem Ministertreffen des erweiterten Ölverbunds Opec+ etwas zugelegt. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (Brent 68.96 +0.69%) 66,11 $. Das waren 49 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI (WTI 65.36 -0.08%)) stieg um 52 Cent auf 62,43 $.

Am Dienstag treffen sich ranghohe Minister des Ölverbunds Opec+, um über den künftigen Förderkurs zu beraten. Es handelt sich um das Komitee JMMC, das die Produktionsabsprachen in der Gruppe überprüfen soll. Das Komitee schlägt der kompletten Ministerrunde, die am Mittwoch zusammenkommt und Entscheidungen trifft, Optionen für die künftige Ölförderung vor.

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